CochraneIa2024

Bipolare Störung: Barrieren & Förderung von Bewegung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Menschen mit einer bipolaren Störung weisen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufig ein geringeres Maß an körperlicher Aktivität auf. Gleichzeitig haben sie ein erhöhtes Risiko für chronische Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Adipositas, was zu schlechteren gesundheitlichen Ergebnissen führt.

Körperliche Aktivität hat das Potenzial, die Lebensqualität sowie das körperliche und geistige Wohlbefinden dieser Personengruppe deutlich zu verbessern. Dennoch gibt es spezifische Barrieren und Herausforderungen, die eine regelmäßige Teilnahme an Bewegungsangeboten erschweren.

Dieser Cochrane-Review fasst qualitative Evidenz zusammen, um die Faktoren zu identifizieren, die die Teilnahme an körperlichen Aktivitäten beeinflussen. Ziel ist es, die Gestaltung und Umsetzung von Interventionen zur Förderung eines aktiveren Lebensstils zu unterstützen.

Empfehlungen

Der Cochrane-Review formuliert basierend auf der qualitativen Evidenz folgende Kernaspekte:

Diagnostik und Aufklärung

Laut Review wird empfohlen, die körperlichen Gesundheitsbedürfnisse von Menschen mit bipolarer Störung regelmäßig zu erfassen. Es wird betont, dass Betroffene häufig unzureichend über die Vorteile körperlicher Aktivität zur Bewältigung psychischer Symptome informiert sind.

Die Aufklärung über den Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit sollte ein fester Bestandteil der Behandlung sein. Dabei wird empfohlen, auch Themen wie gesunde Ernährung und die Auswirkungen von Medikamenten auf das Gewicht zu besprechen.

Abbau von Barrieren

Die Evidenz identifiziert Scham, Stigmatisierung und mangelndes Selbstvertrauen als wesentliche Hindernisse. Es wird empfohlen, sichere und nicht-stigmatisierende Umgebungen für körperliche Aktivitäten zu schaffen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass finanzielle Einschränkungen eine hemmende Rolle spielen. Die Förderung von kostengünstigen oder kostenlosen Aktivitäten, wie beispielsweise Spazierengehen, wird als vorteilhaft erachtet.

Gestaltung von Interventionen

Für die Entwicklung von Bewegungsinterventionen werden folgende Faktoren hervorgehoben:

  • Die psychologische Bereitschaft der Betroffenen ist eine Grundvoraussetzung für Verhaltensänderungen.

  • Multidisziplinäre Teams (z. B. Psychiatrie, Psychologie, Ernährungsberatung, Sportmedizin) sollten in die Betreuung einbezogen werden.

  • Schrittweise und realistische Zielsetzungen werden empfohlen, um Überforderung zu vermeiden.

  • Aktivitäten in der Natur und in sozialen Gruppen bieten laut Evidenz zusätzliche Vorteile.

Monitoring und Rhythmus

Die Etablierung einer festen Routine und eines Rhythmus wird als hilfreich für die Stimmungsregulation beschrieben. Der Review warnt jedoch davor, dass ein Über- oder Untermaß an Training manische oder depressive Phasen verstärken kann.

Es wird empfohlen, Stimmung und Aktivitätslevel regelmäßig zu überwachen. Der Einsatz von Technologie oder Tagebüchern kann dabei unterstützen, frühe Warnzeichen für Stimmungsschwankungen zu erkennen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Review ist bei der Förderung körperlicher Aktivität auf ein ausgewogenes Maß zu achten, da exzessives Training während einer hypomanischen oder manischen Phase kontraproduktiv wirken und die Symptomatik verschlechtern kann. Es wird empfohlen, die Intensität der Bewegung stets an die aktuelle Stimmungslage anzupassen und Betroffene bei der Selbstbeobachtung zu unterstützen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane-Review gibt es keine pauschale Empfehlung für eine bestimmte Sportart. Für viele Betroffene hat sich jedoch regelmäßiges Gehen oder Spazierengehen als besonders zugänglich, kostengünstig und effektiv erwiesen.

Der Review beschreibt, dass rhythmische und regelmäßige körperliche Aktivität helfen kann, die Stimmung zu regulieren und depressive Symptome zu lindern. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass ein Übermaß an Sport in manischen Phasen die Symptomatik verstärken kann.

Als häufige Barrieren nennt die Evidenz Scham, Stigmatisierung, mangelndes Selbstvertrauen sowie körperliche Begleiterkrankungen und medikamentös bedingte Gewichtszunahme. Auch finanzielle Einschränkungen und fehlende soziale Unterstützung spielen eine hemmende Rolle.

Es wird empfohlen, kleine, realistische Ziele zu setzen und kostengünstige Aktivitäten in den Alltag zu integrieren. Laut Review ist zudem die soziale Unterstützung durch Familie, Freunde oder multidisziplinäre Behandlungsteams ein entscheidender Motivationsfaktor.

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Quelle: Cochrane Review: Factors that influence participation in physical activity for people with bipolar disorder: a synthesis of qualitative evidence (Cochrane, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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