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SARS-CoV-2 in Schulen: S3-Leitlinie (AWMF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Standard-Maßnahmenpaket basiert auf den AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Maske, Lüften).
  • Bei hoher Risikolage wird das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes (MNS) dringend empfohlen.
  • Räume ohne ausreichende Lüftungsmöglichkeit dürfen nicht für den Unterricht genutzt werden.
  • Schüler mit akuten Atemwegssymptomen sollen erst nach einem symptomfreien Tag wieder am Unterricht teilnehmen.
  • Auf mobile Luftreiniger sollte primär verzichtet werden; sie ersetzen nicht das regelmäßige Lüften.
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Hintergrund

Die S3-Leitlinie der AWMF zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen wurde für die postpandemische Phase angepasst und besitzt eine Gültigkeit bis September 2028. Das primäre Ziel ist es, den Präsenzbetrieb in Schulen aufrechtzuerhalten und negative soziale, psychische sowie bildungsbezogene Folgen für Kinder und Jugendliche zu minimieren. Die Umsetzung der Maßnahmen richtet sich stets nach der aktuellen infektionsepidemiologischen Risikolage.

Standard-Maßnahmen und Masken

Das Basis-Konzept für Schulen orientiert sich an den etablierten AHA+L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, angemessener Mund-Nasen-Schutz, Lüften). Die Empfehlungen zum Maskentragen variieren je nach Situation:

MaßnahmeZielgruppeEmpfehlung
Medizinischer MNSAlle Personen in der SchuleSoll bei hoher Risikolage getragen werden (auch im ÖPNV/Schulbus).
FFP2-MaskePersonen mit Risiko für schweren VerlaufKann individuell erwogen werden.
MaskenpausenAlle Personen in der SchuleSollten unter Hygieneregeln bevorzugt im Freien stattfinden.

Unterrichtsorganisation

Eine Kohortierung oder die Reduktion der Schülerzahl im Präsenzunterricht (z. B. durch Wechselunterricht) kann erwogen werden, wenn mildere Maßnahmen nicht ausreichen. Dies sollte altersabhängig geschehen: prioritär an weiterführenden Schulen, danach an Grundschulen.

Für spezifische Unterrichtsfächer gelten folgende Vorgaben:

FachBedingungEmpfehlung
SportGenerellSollte im Freien in konstanten Gruppen ohne Maske stattfinden.
SportInnenräume (Normalbetrieb)Soll unter AHA+L-Regeln stattfinden.
SportInnenräume (Hohe Risikolage)Soll nicht durchgeführt werden.
MusikInnenräume (ohne Aerosolbildung)Soll unter Standard-Maßnahmen stattfinden.
MusikInnenräume (mit Aerosolbildung, z.B. Singen)Soll bei hoher Risikolage nicht durchgeführt werden.

Umgang mit Symptomen

Um unnötige Fehlzeiten zu vermeiden, wird bei Atemwegssymptomen differenziert:

  • Akute Symptome (z.B. Halsschmerzen, Husten): Schüler sollen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Die Rückkehr ist erst nach einer symptomfreien Phase von mindestens einem Tag möglich.
  • Milde Symptome (Rhinorrhoe ohne Fieber, gelegentliches Räuspern): Schüler sollten weiterhin regulär am Unterricht teilnehmen, sofern dies nicht auf eine beginnende akute Infektion hinweist.

Lüften und Raumluft

Die Lufthygiene ist ein zentraler Baustein der Infektionsprävention in Schulen.

  • Es soll regelmäßig und ausreichend gelüftet werden (Querlüften).
  • Räume, in denen keine Lüftungsmöglichkeit über Fenster oder eine geeignete raumlufttechnische Anlage besteht, sollen nicht für den Unterricht genutzt werden.
  • CO2-Ampeln können als Indikator für die Luftgüte erwogen werden.
  • Auf mobile Luftreiniger sollte grundsätzlich verzichtet werden. Sie sind kein Ersatz für das Lüften und nur in durch Fachpersonal geprüften Ausnahmefällen zur zusätzlichen Aerosolreduktion sinnvoll.

Teststrategien

RisikolageStrategieBemerkung
Hohe Risikolage2x wöchentlich testenKann erwogen werden. Bevorzugt PCR-Pool-Tests.
Hohe RisikolageTest-to-stayAsymptomatische Kontaktpersonen sollten durch Testung am Unterricht teilnehmen (statt Quarantäne).
Keine hohe RisikolageSentinel-ScreeningStichprobenartige PCR-Tests können erwogen werden (Surveillance).

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie CO2-Ampeln als objektiven Indikator für die Luftqualität im Klassenzimmer. Führen Sie das Querlüften konsequent durch, da mobile Luftreiniger das Zuführen von Frischluft nicht ersetzen können.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Bei einer reinen Rhinorrhoe (laufende Nase) ohne Fieber oder bei gelegentlichem Räuspern sollten Schüler weiterhin regulär am Präsenzunterricht teilnehmen.
Schüler sollen erst nach einer komplett symptomfreien Phase von mindestens einem Tag wieder am Präsenzunterricht teilnehmen.
Nein. Auf Luftreiniger sollte primär verzichtet werden. Eine ausreichende Lüftung (Fenster oder feste Anlage) ist Grundvoraussetzung für die Nutzung von Unterrichtsräumen.
Bei hoher Risikolage wird das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes (MNS) empfohlen. FFP2-Masken können für Personen mit besonderem Risiko für schwere Verläufe erwogen werden.
Sportunterricht sollte bevorzugt im Freien stattfinden. In Innenräumen soll er bei hoher infektionsepidemiologischer Risikolage nicht durchgeführt werden.

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