WHO2020

Ausbruchskommunikation: Leitlinien zum Krisenmanagement

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Krankheitsausbrüche sind unvermeidbare und oft unvorhersehbare Ereignisse, die von Unsicherheit und Dringlichkeit geprägt sind. In solchen Krisensituationen spielt die Kommunikation eine ebenso entscheidende Rolle wie epidemiologische oder laboranalytische Maßnahmen.

Fehlgeschlagene Kommunikation kann die Kontrolle eines Ausbruchs verzögern, das öffentliche Vertrauen untergraben und unnötige wirtschaftliche oder soziale Unruhen verlängern. Das übergeordnete Ziel ist eine schnelle Ausbruchskontrolle bei geringstmöglicher Störung der Gesellschaft.

Empfehlungen

Die WHO-Leitlinie formuliert fünf zentrale Prinzipien für eine effektive Ausbruchskommunikation.

Vertrauensaufbau

Das oberste Ziel der Ausbruchskommunikation ist der Aufbau, die Erhaltung oder die Wiederherstellung von öffentlichem Vertrauen. Ein Vertrauensverlust führt dazu, dass die Bevölkerung Anweisungen zum Ausbruchsmanagement weniger wahrscheinlich befolgt.

Es wird der Aufbau eines internen Vertrauensverhältnisses zwischen Kommunikatoren, technischem Personal und politischen Entscheidungsträgern empfohlen. Dieser Beziehungsaufbau sollte idealerweise bereits vor einer Krise erfolgen.

Frühzeitige Ankündigung

Informationen über einen Ausbruch sollten so früh wie möglich veröffentlicht werden, um Gerüchten und Fehlinformationen vorzubeugen. Das Zurückhalten von besorgniserregenden Informationen kann die Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit drastisch erhöhen.

Auch bei unvollständiger Informationslage oder kleinen Ausbrüchen ist eine frühe Kommunikation indiziert. Dabei sollte transparent kommuniziert werden, dass sich erste Informationen im weiteren Verlauf ändern können.

Transparenz

Es wird eine offene, leicht verständliche und faktengetreue Kommunikation gefordert. Der Öffentlichkeit sollten Einblicke in die Prozesse der Informationsbeschaffung und Entscheidungsfindung gewährt werden.

Grenzen der Transparenz, beispielsweise zum Schutz der Privatsphäre, sollten öffentlich benannt und begründet werden. Zudem wird die Wichtigkeit einer professionellen Medienvorbereitung für öffentliche Entscheidungsträger betont.

Einbezug der Öffentlichkeit

Die Krisenkommunikation ist als Dialog zu verstehen und nicht als reine Informationsvermittlung. Es wird empfohlen, die Überzeugungen, Meinungen und das Wissen der Bevölkerung systematisch zu erfassen.

Öffentliche Sorgen sind ernst zu nehmen und fehlerhafte Ansichten sollten nicht ignoriert, sondern sachlich korrigiert werden. Zudem wird dringend empfohlen, der Bevölkerung konkrete Handlungsempfehlungen zum Eigenschutz an die Hand zu geben.

Planung und Integration

Die Risikokommunikation sollte in alle Aspekte der Ausbruchsreaktion und Notfallplanung integriert werden. Ein Kommunikationsplan muss bereits vor dem Eintreten einer Krise vorliegen und von der Führungsebene getragen werden.

Folgende zentrale Aspekte sollten vorab geklärt sein:

  • Die Zuständigkeiten für die erste Ankündigung

  • Die Benennung offizieller Sprecher

  • Die Definition der Grenzen von Transparenz

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler in der Krisenkommunikation ist das Zurückhalten von Informationen aus Angst vor Panik. Die Leitlinie warnt davor, dass das Vorenthalten von besorgniserregenden Fakten die Risikowahrnehmung der Öffentlichkeit drastisch erhöht und das Vertrauen nachhaltig zerstört.

Häufig gestellte Fragen

Eine Information sollte so früh wie möglich erfolgen, auch wenn die Datenlage noch unvollständig ist. Dies beugt Gerüchten vor und etabliert die Behörden als vertrauenswürdige Informationsquelle.

Fehlerhafte Ansichten sollten nicht ignoriert oder ins Lächerliche gezogen werden. Es wird empfohlen, diese öffentlich anzuerkennen und sachlich zu korrigieren.

Transparenz ermöglicht es der Öffentlichkeit, die Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen und stärkt das Vertrauen. Grenzen der Transparenz, wie der Schutz der Privatsphäre, sollten dabei klar benannt und begründet werden.

Neben der transparenten Darstellung der Lage sind konkrete Handlungsempfehlungen zum Eigenschutz essenziell. Dies gibt den Menschen ein Gefühl der Kontrolle und fördert ein rationales Verhalten.

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Quelle: WHO outbreak communication guidelines (WHO, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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