Atomoxetin: Neue Warnhinweise laut BfArM
Hintergrund
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat im Februar 2025 neue Warnhinweise für den Wirkstoff Atomoxetin veröffentlicht. Diese Anpassung der Fach- und Gebrauchsinformationen basiert auf einem europäischen Bewertungsverfahren (PSUR Single Assessment) und einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).
Hintergrund der Aktualisierung sind Berichte über schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der Einnahme von Atomoxetin. Dabei wurde ein möglicher kausaler Zusammenhang mit dem Auftreten eines Serotoninsyndroms sowie mit schwerwiegenden Verhaltensänderungen bis hin zu Mordgedanken identifiziert.
Empfehlungen
Die Sicherheitswarnung des BfArM umfasst folgende inhaltliche Anpassungen der Fach- und Gebrauchsinformationen:
Serotoninsyndrom
Laut BfArM wird ein neuer Warnhinweis zum möglichen Auftreten eines Serotoninsyndroms aufgenommen. Dieses Risiko besteht insbesondere in folgenden Situationen:
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Bei gleichzeitiger Anwendung anderer serotonerger Arzneimittel
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Im Falle einer Überdosierung von Atomoxetin
Aggressives Verhalten und Mordgedanken
Die bestehenden Hinweise zu emotionaler Labilität und Feindseligkeit werden laut Mitteilung deutlich erweitert. Bei pädiatrischen Personen wurden schwerwiegende Fälle von körperlichen Übergriffen, bedrohlichem Verhalten und Gedanken, anderen Schaden zuzufügen, dokumentiert.
Das BfArM formuliert hierzu konkrete Vorgaben für das Management der Therapie:
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Familien und Betreuende müssen angewiesen werden, bei signifikanten Stimmungsänderungen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Bei Auftreten solcher Symptome muss ärztlicherseits über eine Dosisanpassung oder die Beendigung der Behandlung entschieden werden.
Bruxismus
Zusätzlich wird Bruxismus (Zähneknirschen oder Zähnepressen) als neue Nebenwirkung für die pädiatrische Altersgruppe in die Fachinformation aufgenommen.
Kontraindikationen
Die aktuellen Warnhinweise heben spezifische Risikokonstellationen hervor, die bei der Verordnung von Atomoxetin besondere Aufmerksamkeit erfordern.
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Serotonerge Begleitmedikation: Die gleichzeitige Gabe erhöht das Risiko für ein potenziell lebensbedrohliches Serotoninsyndrom.
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Psychiatrische Vorerkrankungen: Bei Kindern und Jugendlichen können Mordgedanken auf zugrunde liegende psychiatrische, psychologische oder psychopharmakologische Faktoren hinweisen, die differenzialdiagnostisch berücksichtigt werden müssen.
💡Praxis-Tipp
Die aktuelle Sicherheitswarnung unterstreicht die Wichtigkeit einer proaktiven Aufklärung der Bezugspersonen bei der Verordnung von Atomoxetin an Kinder. Es wird hervorgehoben, dass Eltern explizit auf das mögliche Auftreten von signifikanten Stimmungsänderungen oder aggressivem Verhalten hingewiesen werden sollten. Nur so kann im Ernstfall eine sofortige ärztliche Reevaluation der Therapie erfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM wurden Warnhinweise zum möglichen Auftreten eines Serotoninsyndroms sowie zu aggressivem Verhalten und Mordgedanken ergänzt. Zudem wurde Bruxismus (Zähneknirschen) als neue Nebenwirkung bei Kindern in die Fachinformation aufgenommen.
Die Berichte über ein Serotoninsyndrom traten laut BfArM insbesondere bei einer Überdosierung auf. Ein weiteres Risiko stellt die gleichzeitige Anwendung von Atomoxetin mit anderen serotonergen Arzneimitteln dar.
Die Warnung besagt, dass Betreuende bei signifikanten Stimmungsänderungen sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Ärztlicherseits muss dann über eine Dosisänderung oder das Absetzen des Medikaments entschieden werden.
Dem BfArM liegen kumulativ 61 Berichte über Mordgedanken und sieben Fälle von Mord vor. In 28 dieser Fälle wurde ein Kausalzusammenhang mit Atomoxetin als möglich und in zwei Fällen als wahrscheinlich eingestuft.
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Quelle: Atomoxetin: Neue Warnhinweise zu Serotoninsyndrom und Mordgedanken (BfArM, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.