Akuter Thoraxschmerz: Diagnostik in der Chest Pain Unit
Hintergrund
Das Arbeitsgruppenpapier der DGK (AG 44) befasst sich mit der frühhospitalen Abklärung des akuten Thoraxschmerzes. Es wird betont, dass aktuelle Chest Pain Unit (CPU)-Zertifizierungen stark auf ischämische Ursachen fokussiert sind, wodurch nichtkardiale, aber lebensbedrohliche Differenzialdiagnosen oft unzureichend abgebildet werden.
Um Unterdiagnosen zu vermeiden, wird ein patientenzentrierter und symptomgeleiteter Algorithmus vorgeschlagen. Dieser zielt auf eine rasche Unterscheidung zwischen potenziell akut lebensbedrohlichen kardialen und nichtkardialen Ursachen ab.
Der Begriff "atypischer Brustschmerz" wird als problematisch eingestuft. Das Papier empfiehlt stattdessen die Verwendung der Begriffe "(möglicherweise) kardial" und "(möglicherweise) nicht-kardial", um die Kommunikation zu präzisieren.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler in der Praxis ist die Verwendung des Begriffs "atypischer Brustschmerz", um eine nichtkardiale Ursache zu implizieren. Das Arbeitsgruppenpapier rät explizit von diesem Begriff ab und empfiehlt stattdessen die Bezeichnungen "(möglicherweise) kardial" oder "(möglicherweise) nicht-kardial", um Unklarheiten in der interkollegialen Kommunikation zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird empfohlen, das 12-Kanal-Ruhe-EKG innerhalb von 10 Minuten nach Aufnahme in der Chest Pain Unit zu schreiben und zu interpretieren. Bei jeder Symptomveränderung sollte ein erneutes EKG abgeleitet werden.
Das Arbeitsgruppenpapier empfiehlt die Bestimmung von hochsensitivem Troponin (hs-cTn) am Aufnahmezeitpunkt. Dabei sollte bevorzugt der ESC-Algorithmus (hs-cTn 0/1h) angewendet werden.
Die transthorakale Echokardiographie wird zur Identifikation von akuten Aortenerkrankungen, Rechtsherzbelastungen oder mechanischen Komplikationen empfohlen. Sie darf jedoch nicht zu einer Verzögerung der Herzkatheter-Versorgung führen.
Insbesondere bei jungen Personen mit akutem Thoraxschmerz kann ein Kokain- oder Amphetamin-Abusus als Ursache erwogen werden. Die Leitlinie schlägt in diesen Fällen einen Substanznachweis mittels Urintest vor.
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Quelle: Diagnostische Strategien in der frühhospitalen Abklärung des akuten Thoraxschmerzes Arbeitsgruppenpapier der AG 44 Akuter Thoraxschmerz (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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