AkdÄ2013

Metformin & Laktatazidose: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über eine Zunahme von Spontanberichten zu Metformin-assoziierten Laktatazidosen. Diese lebensbedrohliche unerwünschte Arzneimittelwirkung tritt vermehrt bei älteren Personen auf.

Metformin gilt als orales Antidiabetikum der ersten Wahl bei Typ-2-Diabetes. Die Verordnungszahlen steigen kontinuierlich, wobei sie sich bei den über 80-Jährigen zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt haben.

Häufig entwickelt sich eine Laktatazidose, wenn sich die Nierenfunktion bei bestehender chronischer Einschränkung akut verschlechtert. Auslöser sind laut Publikation oft akute Erkrankungen wie eine Gastroenteritis.

Empfehlungen

Diagnostik und Überwachung

Die AkdÄ empfiehlt eine regelmäßige laborchemische Kontrolle der Nierenfunktion unter Metformin-Therapie. Bei normaler Nierenfunktion wird eine Überprüfung mindestens einmal jährlich empfohlen.

Bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) im unteren Normbereich sowie bei älteren Personen sind Kontrollen zwei- bis viermal pro Jahr indiziert.

Patientenaufklärung

Es wird empfohlen, Betroffene und Pflegepersonal über das Vorgehen bei akuten Erkrankungen aufzuklären. Bei Exsikkose oder gastrointestinalen Symptomen sollte Metformin laut AkdÄ zunächst pausiert und ärztlicher Rat eingeholt werden.

Klinisches Management

Die Publikation rät dazu, bei einer unklaren Verschlechterung des Allgemeinzustandes stets an eine Laktatazidose zu denken. Folgende Symptome sollten eine entsprechende Differenzialdiagnostik nach sich ziehen:

  • Übelkeit und Bauchschmerzen

  • Tachykardie und Hypotension

  • Tachypnoe

  • Verwirrtheit

Kontraindikationen

Die AkdÄ betont, dass die Vorgaben der deutschen Fachinformation strikt einzuhalten sind. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sieht keine Basis für eine Lockerung der Kontraindikationen, da letale Verläufe oft mit einer Missachtung dieser einhergehen.

Zu den absoluten Kontraindikationen zählen Nierenversagen, Leberinsuffizienz, Alkoholismus sowie kardiale oder respiratorische Insuffizienz und ein frischer Myokardinfarkt. Auch akute Zustände, die die Nierenfunktion beeinträchtigen können (wie Dehydratation, schwere Infektionen oder Schock), verbieten eine Anwendung.

Bezüglich der Nierenfunktion existieren international unterschiedliche Grenzwerte für den Einsatz von Metformin. Die AkdÄ empfiehlt jedoch, nicht von der deutschen Fachinformation abzuweichen:

RegionGFR / Kreatinin-ClearanceEmpfehlung
Deutschland (Fachinformation)< 60 ml/minAbsolute Kontraindikation
Großbritannien (NICE)< 45 ml/minÜberprüfung der Dosierung
Großbritannien (NICE)< 30 ml/minAbsolute Kontraindikation (Absetzen)
Kanada / Australien< 30 ml/minAbsolute Kontraindikation
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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist die unkritische Fortführung der Metformin-Therapie bei akuten gastrointestinalen Infekten. Es wird dringend empfohlen, das Medikament bei Erbrechen, Durchfall oder Exsikkose sofort zu pausieren. Die daraus resultierende akute Nierenschädigung erhöht das Risiko einer lebensbedrohlichen Laktatazidose massiv.

Häufig gestellte Fragen

Bei normaler Nierenfunktion empfiehlt die AkdÄ eine Kontrolle mindestens einmal pro Jahr. Bei älteren Personen oder Werten im unteren Normbereich sind zwei bis vier Kontrollen jährlich indiziert.

Laut der deutschen Fachinformation und der AkdÄ stellt eine Kreatinin-Clearance von unter 60 ml/min eine absolute Kontraindikation dar. International gelten teils moderatere Grenzen, die in Deutschland jedoch nicht offiziell empfohlen werden.

Warnzeichen sind eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands, Übelkeit, Bauchschmerzen sowie Tachypnoe und Verwirrtheit. Auch eine Tachykardie oder Hypotension können laut Publikation auftreten.

Es wird empfohlen, die Einnahme von Metformin bei akuten gastrointestinalen Erkrankungen oder Exsikkose sofort zu pausieren. Der behandelnde Arzt sollte umgehend informiert werden, um die Nierenfunktion zu überwachen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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