Metformin bei Niereninsuffizienz: Dosierung und GFR
Hintergrund
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat 2015 eine Aktualisierung der Fach- und Gebrauchsinformationen für metforminhaltige Arzneimittel veröffentlicht. Grundlage hierfür war ein europäisches Verfahren zur Bewertung neuer Daten bezüglich der Sicherheit von Metformin bei Patienten mit Niereninsuffizienz.
Ziel der Anpassung war eine Neudefinition der Kontraindikationsgrenzen in Bezug auf die Nierenfunktion. Dadurch wird der Einsatz von Metformin bei bestimmten Patientengruppen mit moderat eingeschränkter Nierenfunktion unter strengen Auflagen ermöglicht.
💡Praxis-Tipp
Bei Patienten mit einer Nierenfunktionseinschränkung vom Grad 3a (eGFR 45-59 ml/min) ist besondere Vorsicht geboten, wenn interkurrente Erkrankungen wie schwere Diarrhö auftreten oder neue Medikamente wie NSAID oder Diuretika angesetzt werden. Diese Faktoren können die Nierenfunktion akut unter die kritische Grenze von 45 ml/min verschlechtern, was ein sofortiges Absetzen von Metformin erfordert, um eine lebensbedrohliche Laktatazidose zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM ist Metformin ab einer Kreatinin-Clearance oder eGFR von unter 45 ml/min kontraindiziert. Zuvor lag dieser Grenzwert bei 60 ml/min.
Für Patienten mit einer Nierenfunktionseinschränkung vom Grad 3a (eGFR 45 bis < 60 ml/min) ist die maximale Tagesdosis auf 1000 mg beschränkt. Diese Dosis soll in zwei Einzeldosen verabreicht werden.
Das BfArM empfiehlt bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eine engmaschige Kontrolle der Nierenwerte. Diese sollte alle 3 bis 6 Monate erfolgen.
Besondere Aufmerksamkeit wird bei der Einleitung einer Therapie mit Antihypertensiva, Diuretika oder nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) gefordert. Diese Medikamente können die Nierenfunktion akut verschlechtern und somit das Risiko einer Laktatazidose erhöhen.
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Quelle: Metformin: Aktualisierung der Fach- und Gebrauchsinformation hinsichtlich der Kontraindikation bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (BfArM, 2015). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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