Zystische Fibrose: Tezacaftor/Ivacaftor Dosierung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A20-108 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Tezacaftor/Ivacaftor (in Kombination mit Ivacaftor) bei zystischer Fibrose.
Die Zielgruppe umfasst Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren, die heterozygot für die F508del-Mutation sind. Zusätzlich muss eine von 14 spezifischen Mutationen im CFTR-Gen vorliegen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die "Best supportive Care" (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen.
Empfehlungen
Bewertung des Zusatznutzens
Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Tezacaftor/Ivacaftor in Kombination mit Ivacaftor gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.
Der pharmazeutische Unternehmer legte für das Dossier lediglich Daten aus einer einarmigen Studie (VX15-661-113) vor. Ein direkter Vergleich mit der Best supportive Care war somit nicht möglich.
Methodische Einschränkungen
Die Bewertung identifiziert folgende methodische Mängel in der vorgelegten Evidenz:
-
Fehlen einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) für den direkten Vergleich.
-
Die vorgelegte einarmige Studie ist für die Ableitung eines Zusatznutzens ungeeignet.
-
Bei einem Teil der Kinder (Körpergewicht 30 bis unter 40 kg) wich die Dosierung in der Studie von den Vorgaben der Fachinformation ab, was zu einer Unterdosierung führte.
Epidemiologische Daten
Die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird auf etwa 48 bis 51 betroffene Kinder geschätzt. Die Jahrestherapiekosten für die Arzneimittel belaufen sich auf rund 179.741 Euro pro Kind.
Dosierung
Die Dosierung erfolgt in einem Abstand von etwa 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit.
| Körpergewicht | Morgendosis (Tezacaftor/Ivacaftor) | Abenddosis (Ivacaftor) |
|---|---|---|
| Unter 30 kg | 1 Tablette (50 mg / 75 mg) | 1 Tablette (75 mg) |
| Ab 30 kg | 1 Tablette (100 mg / 150 mg) | 1 Tablette (150 mg) |
Bei gleichzeitiger Anwendung von mäßigen oder starken CYP3A-Inhibitoren sowie bei eingeschränkter Leberfunktion ist eine Dosisanpassung erforderlich. Auf den Verzehr von Grapefruit ist während der Therapie zu verzichten.
Kontraindikationen
Laut Fachinformation bestehen folgende Warnhinweise und Einschränkungen:
-
Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile.
-
Nicht empfohlen bei Patienten nach einer Organtransplantation.
-
Nicht empfohlen bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A-Induktoren.
-
Vorsicht ist geboten bei stark eingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz.
-
Bei stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse C) wird die Anwendung nur empfohlen, wenn der Nutzen die Risiken übersteigt.
💡Praxis-Tipp
Laut Fachinformation wird bei Kindern und Jugendlichen vor Beginn der Therapie sowie zur Verlaufskontrolle eine Augenuntersuchung empfohlen, da unter Ivacaftor-haltigen Regimen Fälle von nicht kongenitaler Linsentrübung (Katarakt) berichtet wurden. Zudem wird zu regelmäßigen Leberfunktionstests geraten, da erhöhte Transaminasenwerte auftreten können.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen gegenüber der Best supportive Care nicht belegt ist. Es wurden keine geeigneten Vergleichsstudien vorgelegt.
Laut Fachinformation müssen die Tabletten im Ganzen geschluckt und zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Die Einnahme der Morgen- und Abenddosis erfolgt im Abstand von etwa 12 Stunden.
Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn, alle 3 Monate im ersten Jahr und danach jährlich die Leberwerte zu kontrollieren. Bei Kindern und Jugendlichen wird zudem zu regelmäßigen Augenuntersuchungen geraten.
Wenn weniger als 6 Stunden vergangen sind, sollte die Dosis laut Fachinformation baldmöglichst nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, wird empfohlen, die Dosis auszulassen und die nächste reguläre Dosis einzunehmen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A20-108: Tezacaftor/Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahren, F508del-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A20-110: Ivacaftor (Kombination mit Tezacaftor/Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahren, F508del-Mutation, heterozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-107: Tezacaftor/Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-109: Ivacaftor (Kombination mit Tezacaftor/Ivacaftor; zystische Fibrose, 6 bis < 12 Jahren, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-76: Ivacaftor (zystische Fibrose, ab 12 Jahre, diverse Mutationen) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-77: Ivacaftor (Kombination mit Ivacaftor/Tezacaftor/Elexacaftor, zystische Fibrose, ab 12 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen