COVID-19 Monitoring & Evaluation Framework (WHO)
📋Auf einen Blick
- •Das Framework strukturiert die COVID-19-Überwachung in 9 Säulen und einen bereichsübergreifenden Sektor.
- •Indikatoren werden auf globaler, nationaler und prioritärer Länderebene erfasst.
- •Die Datenerhebung erfolgt je nach Indikator wöchentlich, monatlich oder jährlich.
- •Zentrale Messgrößen umfassen Fallzahlen, Laborkapazitäten, Infektionsschutz (IPC) und die Aufrechterhaltung essenzieller Gesundheitsdienste.
Hintergrund
Das COVID-19 Strategic Preparedness and Response Plan (SPRP) Monitoring and Evaluation Framework der WHO dient der systematischen Erfassung und Analyse von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung. Es ermöglicht die Überwachung von Fortschritten, die Identifikation von Lücken und die evidenzbasierte Entscheidungsfindung auf globaler und nationaler Ebene.
Die Überwachung basiert auf drei Dimensionen:
- Geografischer Geltungsbereich: Global, alle Länder und Prioritätsländer (z. B. Länder mit humanitären Krisen).
- Planungs- und Überwachungsbedarf: Vorbereitung (Preparedness), Reaktion (Response) und Situation.
- Säulen (Pillars): 9 thematische Säulen plus bereichsübergreifende Themen.
Die 9 Säulen der Pandemie-Antwort
Das Framework unterteilt die Maßnahmen in neun spezifische Säulen sowie einen bereichsübergreifenden Sektor:
| Säule | Themenbereich | Fokus der Indikatoren |
|---|---|---|
| 1 | Koordination und Planung | Nationale COVID-19-Pläne, sektorübergreifende Koordination |
| 2 | Risikokommunikation | Nationale Kommunikationspläne, Community-Feedback |
| 3 | Surveillance und Falluntersuchung | Wöchentliche Fallzahlen, Todesfälle, infiziertes Gesundheitspersonal |
| 4 | Einreisepunkte (PoE) | Notfallpläne an Flughäfen/Grenzen, COVID-19-Meldungen |
| 5 | Nationale Labore | Testkapazitäten, wöchentlich getestete Personen |
| 6 | Infektionsprävention und -kontrolle (IPC) | Triage- und Isolationskapazitäten, geschultes Personal |
| 7 | Fallmanagement | Klinische Überweisungssysteme, Entlassungsraten |
| 8 | Logistik und operative Unterstützung | Bereitstellung von Masken und Tests auf Anfrage |
| 9 | Aufrechterhaltung essenzieller Gesundheitsdienste | Impfquoten (z. B. DTP3), Geburten in Gesundheitseinrichtungen |
Wichtige klinische und epidemiologische Indikatoren
Für den klinischen Alltag und die epidemiologische Überwachung definiert die WHO spezifische Outcome- und Output-Indikatoren:
- Surveillance (Säule 3): Wöchentliche Erfassung neuer bestätigter Fälle, Hospitalisierungen und Todesfälle, jeweils aufgeschlüsselt nach Alter und Geschlecht. Zudem wird die Anzahl der infizierten Mitarbeiter im Gesundheitswesen überwacht.
- Infektionsprävention (Säule 6): Messung des Prozentsatzes von Akutkrankenhäusern mit Triage-Kapazität und Isolationskapazität (Ziel: 80 %).
- Fallmanagement (Säule 7): Erfassung des Prozentsatzes der bestätigten hospitalisierten COVID-19-Fälle, die erfolgreich entlassen werden, sowie die Anzahl der in Fallmanagement geschulten Gesundheitsfachkräfte.
- Bereichsübergreifend: Vorhandensein von nationalen Plänen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für medizinisches Personal sowie Arbeitsgruppen für psychosoziale Unterstützung.
Datenerhebung und Melderhythmus
Die Indikatoren werden in unterschiedlichen Intervallen erhoben, um sowohl akute Entwicklungen als auch langfristige Trends abzubilden:
| Melderhythmus | Anzahl der Indikatoren | Beispiele |
|---|---|---|
| Wöchentlich | 13 | Fallzahlen, Todesfälle, durchgeführte Tests, geschultes Personal |
| Monatlich | 19 | Triage-/Isolationskapazitäten, Entlassungsraten, Community-Feedback |
| Jährlich | 6 | Nationale IPC-Richtlinien für Pflegeheime, Arbeitsschutzpläne |
Die Daten werden primär nach der epidemiologischen Woche gemeldet. Monatliche Indikatoren werden in der zweiten Woche des Folgemonats erfasst.
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie die standardisierten WHO-Falldefinitionen, um eine konsistente wöchentliche Übermittlung von COVID-19-Fällen (inklusive Alter und Geschlecht) an die nationalen Überwachungssysteme sicherzustellen.