ClariMedClariMed
WHO2025

Praeklinische Notfallversorgung: Leitlinie (WHO 2025)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die WHO definiert klare operative Standards fuer Rettungsdienste, einschliesslich Systemregulation, Dispatch und Qualitaetsmanagement.
  • Rettungswagen muessen mit mindestens zwei Personen besetzt sein: einem zertifizierten Provider (BPP/APP) und einem in Erster Hilfe geschulten Fahrer.
  • Die Zuweisung (Destination Triage) erfolgt primaer in die naechstgelegene, am besten geeignete Einrichtung, ausser bei spezifischem Versorgungsbedarf.
  • Ein kontinuierliches Qualitaetsverbesserungsprogramm (QI) mit Fallpruefungen bei kritischen Ereignissen ist obligatorisch.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie zur praeklinischen Notfallversorgung (Prehospital Emergency Care) bietet einen operativen Rahmen fuer den Aufbau und die Organisation von Rettungsdienstsystemen. Ziel ist es, durch standardisierte Ablauefe die Patientenversorgung von der Alarmierung bis zur Uebergabe in der Klinik zu optimieren. Der Fokus liegt auf Systemregulation, Kommunikation und Qualitaetsmanagement.

Provider-Level und Qualifikationen

Die Leitlinie definiert verschiedene Qualifikationsstufen fuer das Personal im praeklinischen System:

LevelQualifikationAufgabenbereich
CFARCommunity First Aid ResponderLaienhelfer im organisierten System; einfache Erste Hilfe (Atemweg, Blutungskontrolle)
DispatcherZertifizierter DisponentNotrufabfrage, Priorisierung, Disposition, telefonische Anleitung (Pre-arrival instructions)
BPPBasic Prehospital ProviderBasisnotfallversorgung (BLS), nicht-invasive Massnahmen, Immobilisation
APPAdvanced Prehospital ProviderErweiterte Notfallversorgung (ALS), invasive Massnahmen, erweitertes Monitoring

Anforderungen an den Rettungswagen

Fuer den regulaeren Rettungsdienstbetrieb (Ambulance Operations) gelten strikte Vorgaben hinsichtlich Personal und Fahrzeug:

  • Personal: Mindestens zwei Personen pro Fahrzeug. Ein zertifizierter Provider (BPP oder APP) muss sich im Patientenraum zur Ueberwachung befinden. Der Fahrer muss qualifiziert sein und mindestens ueber ein Erste-Hilfe-Training verfuegen.
  • Fahrzeug: Muss ueber zwei getrennte Kompartimente verfuegen (Fahrer- und Patientenraum) und verkehrssicher sein.
  • Ausstattung: Ausruestung fuer BLS und ALS muss jederzeit funktionsfaehig sein. Taegliche Inspektionen durch das Personal sind verpflichtend.
  • Hygiene: Eine gruendliche Reinigung muss alle 24 Stunden erfolgen, zusaetzlich zu einer routinemaessigen Reinigung nach jedem Patientenkontakt.

Zuweisungsstrategie (Destination Policy)

Die Entscheidung, in welche Klinik ein Patient transportiert wird (Destination Triage), folgt klaren Regeln:

SituationVorgehenBemerkung
StandardTransport in die naechstgelegene, geeignete EinrichtungBasisregel fuer alle Patienten
BypassVorbeifahrt am naechsten Krankenhaus zu einer SpezialklinikBei spezifischem Bedarf (z. B. schweres Trauma), sofern der Patient stabil ist
InstabilitaetTransport ins naechste Krankenhaus zur StabilisierungWenn der Patient den Transport in die Spezialklinik voraussichtlich nicht ueberleben wuerde
DiversionUmleitung durch die ZielklinikNur bei Kapazitaetsengpaessen; erfordert zentrale Koordination durch den Dispatch

Qualitaetsmanagement (QI)

Ein strukturiertes Qualitaetsverbesserungsprogramm ist essenziell fuer die Patientensicherheit. Die Leitlinie fordert ein verpflichtendes Case Review bei folgenden Ereignissen:

  • Unerwarteter Tod waehrend oder unmittelbar nach der Versorgung
  • Mangelhafte Durchfuehrung von Massnahmen mit potenziell schlechtem Outcome
  • Verletzung von Mitarbeitern im Dienst
  • Ausfall von Ausruestung oder Personal
  • Dispositionsfehler (z. B. falsche Adresse)
  • Sicherheitsbedenken an der Einsatzstelle, die zu Verzoegerungen fuehrten

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie strukturierte Uebergabeprotokolle bei der Patientenuebergabe in der Klinik und dokumentieren Sie Abweichungen von der Standard-Zuweisungsstrategie (Bypass) stets mit Begruendung.

Häufig gestellte Fragen

Mit mindestens zwei Personen: Einem zertifizierten Provider (BPP oder APP) zur Patientenbetreuung und einem Fahrer, der mindestens in Erster Hilfe geschult ist.
Wenn der Patient spezifische medizinische Versorgung benoetigt (z. B. schweres Trauma), die in der naechstgelegenen Klinik nicht verfuegbar ist, sofern der Patient stabil genug fuer den laengeren Transport ist.
Unter anderem unerwartete Todesfaelle, Dispositionsfehler, Ausruestungsausfaelle, Verletzungen des Personals oder sicherheitsbedingte Verzoegerungen.
Ein in ein organisiertes System eingebundener, geschulter Laienhelfer, der bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes erweiterte Erste Hilfe leistet.

Verwandte Leitlinien