Hubschrauber-Rettungsdienst (HEMS) Indikationen: StatPearls
Hintergrund
Hubschraubergestützte Rettungsdienste (HEMS) bieten einen schnellen Zugang zu ländlichen oder abgelegenen Orten sowie erweiterte intensivmedizinische Versorgungsmöglichkeiten. Die Leitlinie von StatPearls betont, dass der Einsatz von HEMS stets gegen die inhärenten Risiken wie Flugunfälle, physiologische Veränderungen während des Fluges und hohe Kosten abgewogen werden muss.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Etablierung klarer Indikationen und Kontraindikationen den Stress für anfordernde Einsatzkräfte erheblich reduzieren kann. Dennoch ersetzen diese Richtlinien laut Leitlinie nicht die klinische Beurteilung im Einzelfall.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Aktivierung von Rettungshubschraubern:
Allgemeine Entscheidungskriterien
Die National Association of EMS Physicians (NAEMSP) nennt mehrere Faktoren, die vor einer HEMS-Aktivierung geprüft werden sollten. Dazu gehört die Frage, ob der Patient eine minimale Transportzeit benötigt und ob zeitkritische Behandlungen vor Ort nicht verfügbar sind.
Zudem wird empfohlen, Wetterbedingungen, Gewichtsbeschränkungen, verfügbare Landeplätze sowie die Kapazitäten des bodengebundenen Rettungsdienstes zu berücksichtigen.
Indikationen bei Traumapatienten (Primäreinsatz)
Laut Leitlinie ist ein luftgebundener Transport bei Traumapatienten unter anderem in folgenden Situationen indiziert:
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Allgemein: Trauma-Score unter 12, instabile Vitalparameter, Alter unter 12 oder über 55 Jahren sowie schwangere Patientinnen
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Verletzungsmechanismus: Penetrierende Verletzungen an Rumpf oder Kopf, Ejektion aus einem Fahrzeug, Tod im selben Fahrgastraum oder Stürze aus großer Höhe
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Neurologisch: Glasgow Coma Scale (GCS) unter 10, abnehmender Bewusstseinszustand oder Verdacht auf Rückenmarksverletzungen
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Spezifische Verletzungen: Flail Chest, offene Beckenfrakturen, Amputationen (außer einzelne Finger/Zehen) oder Verbrennungen von über 20 % der Körperoberfläche
Interhospitaltransfer und medizinische Notfälle
Für Sekundärverlegungen nennt die Leitlinie spezifische kardiologische und neurologische Indikationen. Dazu zählen das akute Koronarsyndrom (STEMI), kardiogener Schock, intrakranielle Blutungen und ischämische Schlaganfälle, die eine nicht vor Ort verfügbare Intervention erfordern.
Bei geburtshilflichen Patientinnen wird betont, dass das Risiko einer Entbindung während des Fluges aufgrund der Platzverhältnisse kritisch abgewogen werden muss. Ein Transport wird unter anderem bei vorzeitigen Wehen (unter 34 Schwangerschaftswochen oder unter 2000 g geschätztes Fötusgewicht), Eklampsie oder Blutungen im dritten Trimester als mögliche Indikation genannt.
Für Neugeborene wird ein HEMS-Transport bei einem Gestationsalter unter 30 Wochen, einem Gewicht unter 2000 g oder bei signifikanten Komplikationen wie Sepsis, Beatmungspflichtigkeit oder Krampfanfällen aufgeführt.
Sicherheit und Einsatzkoordination
Die Leitlinie rät von direkten Anforderungen durch lokale Leitstellen unter Umgehung der HEMS-eigenen Disposition ab. Es wird empfohlen, dass Flugcrews zunächst nur das Zielgebiet erfahren, um die Missionsobernahme rein nach Wetter- und Sicherheitsaspekten beurteilen zu können.
Zudem wird vor dem sogenannten Helicopter Shopping gewarnt, bei dem nach einer wetterbedingten Absage eines Anbieters weitere Anbieter angefragt werden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Patienten mit anhaltendem Herzstillstand in der Regel nicht für einen HEMS-Transport geeignet sind. Eine kardiopulmonale Reanimation (CPR) kann in einem Hubschrauber nicht sicher manuell durchgeführt werden, es sei denn, es kommen mechanische Reanimationshilfen zum Einsatz.
Ebenso wird bei drohender oder unmittelbar bevorstehender Entbindung von einem luftgebundenen Transport abgeraten. Eine Entbindung unter Flugbedingungen ist extrem schwierig oder durch die Einschränkungen der Kabine unmöglich.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor dem sogenannten Helicopter Shopping, bei dem anfordernde Kliniken nach der Absage eines Hubschraubers aus Wetter- oder Sicherheitsgründen weitere Luftrettungsbetreiber kontaktieren. Es wird empfohlen, abgelehnte Einsätze über zentrale Meldesysteme transparent zu machen, um zu verhindern, dass Flugcrews unter Druck gesetzt werden, unsichere Missionen anzunehmen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine HEMS-Aktivierung bei neurologischen Verletzungen indiziert, wenn der Glasgow Coma Scale (GCS) unter 10 liegt oder sich der Bewusstseinszustand verschlechtert. Auch offensichtliche Schädelfrakturen oder der Verdacht auf eine Rückenmarksverletzung stellen mögliche Indikationen dar.
Die Leitlinie rät von einem Transport bei laufender Reanimation ab, da eine manuelle Herzdruckmassage im Hubschrauber nicht sicher durchführbar ist. Eine Ausnahme besteht, wenn mechanische Reanimationsgeräte (Thoraxkompressionssysteme) verwendet werden.
Ein Transport wird unter anderem bei vorzeitigen Wehen vor der 34. Schwangerschaftswoche, Eklampsie oder schweren Blutungen im dritten Trimester in Betracht gezogen. Die Leitlinie betont jedoch, dass bei unmittelbar drohender Entbindung ein bodengebundener Transport bevorzugt werden sollte.
Beim Autolaunch wird ein Rettungshubschrauber von der Leitstelle automatisch alarmiert, sobald bestimmte Notrufkriterien erfüllt sind. Dies soll laut Leitlinie die Reaktions- und Transportzeiten bei zeitkritischen Einsätzen verkürzen.
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Quelle: StatPearls: EMS Helicopter Activation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.