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WHO2021

Klimawandel-Vulnerabilität von Kliniken: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Klimarisiken für Gesundheitseinrichtungen ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Gefahren (Hazards), Exposition und Vulnerabilität.
  • Die WHO definiert vier Kernbereiche der Resilienz: Gesundheitspersonal, WASH (Wasser/Sanitär/Abfall), Energieversorgung und Infrastruktur.
  • Überschwemmungen und Stürme erfordern spezifische Notfallpläne, um kritische Infrastrukturen und die Patientenversorgung aufrechtzuerhalten.
  • Klimasensible Krankheiten (z. B. vektor- und wassergebundene Infektionen) erhöhen die Belastung des Gesundheitssystems bei Extremwetterereignissen zusätzlich.
  • Regelmäßige Vulnerabilitätsanalysen helfen, die Vorbereitung auf Extremwetterereignisse in drei Stufen (High, Medium, Low Risk) zu bewerten.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie bietet Instrumente zur Bewertung der Vulnerabilität von Gesundheitseinrichtungen im Kontext des Klimawandels. Ziel ist es, eine Basislinie für die Klimaresilienz zu erstellen. Ein Klimarisiko entsteht durch das Zusammenspiel von Gefahr (Hazard), Exposition und Vulnerabilität.

Kernbereiche der Klimaresilienz

Um eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung aufrechtzuerhalten, müssen vier fundamentale Bereiche geschützt werden:

KernbereichZielsetzung
GesundheitspersonalAusreichend geschultes Personal unter sicheren Arbeitsbedingungen, das auf Umweltrisiken reagieren kann.
WASH & AbfallmanagementNachhaltiges und sicheres Management von Wasser, Sanitäranlagen, Hygiene und medizinischen Abfällen.
EnergieversorgungSicherstellung nachhaltiger und verlässlicher Energiedienstleistungen (z. B. Notstrom).
Infrastruktur & ProzesseAnpassung von Gebäuden, Technologien und Lieferketten an extreme Wetterereignisse.

Klimasensible Krankheiten und Gesundheitsfolgen

Klimaextreme wirken sich direkt auf die Morbidität aus und belasten die Gesundheitseinrichtungen durch ein verändertes Patientenaufkommen.

Klima-GefahrInfektionskrankheitenNicht übertragbare Krankheiten & Verletzungen
TemperaturanstiegWasser-, vektor- und lebensmittelgebundene Krankheiten (z. B. Dengue, Malaria, Cholera)Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen (Asthma, COPD), Mangelernährung
ÜberschwemmungenDiarrhö, Hepatitis A, Zoonosen (Leptospirose), AtemwegsinfektionenErtrinken, Traumata, Hypothermie, psychische Folgen, Ausfall von Dialysen
StürmeCholera, vektorgebundene Krankheiten, WundinfektionenTraumata, Kohlenmonoxidvergiftung, Stromschläge, psychische Belastung

Bewertung der Vulnerabilität

Die Leitlinie nutzt Checklisten, um die Vulnerabilität in drei Stufen einzuteilen: High (unvorbereitet), Medium (teilweise vorbereitet) und Low (vorbereitet). Am Beispiel von Überschwemmungen und Stürmen ergeben sich folgende Kernmaßnahmen zur Risikoreduktion:

Maßnahmen für das Gesundheitspersonal

  • Bereitstellung von Notfallplänen für Schichtwechsel und Erholungsphasen nach Extremereignissen.
  • Schulung des Personals im Umgang mit gefährlichen Chemikalien und wasserbedingten Infektionen.
  • Sicherstellung von Trinkwasser, Nahrung und persönlicher Schutzausrüstung (z. B. wasserdichte Stiefel, Schutzbrillen) während des Ereignisses.

Maßnahmen für Infrastruktur und Energie

BereichPräventions- und Reaktionsmaßnahme
EnergieNotstromaggregate (inkl. Treibstoff) hochwassersicher und sturmfest platzieren; regelmäßige Tests durchführen.
WASHRückschlagventile in Wasserleitungen installieren; Abfallgruben hochwassersicher machen.
InfrastrukturDächer auf Windgeschwindigkeiten von 175–250 km/h auslegen; kritische Geräte aus dem Erdgeschoss/Keller entfernen.
LieferketteVerträge mit mehreren Anbietern für essenzielle Güter (Nahrung, Medikamente, Sterilisation) schließen.

💡Praxis-Tipp

Lagern Sie kritische medizinische Geräte, Notstromaggregate und gefährliche Chemikalien niemals im Keller oder ungeschützt im Erdgeschoss. Etablieren Sie redundante Lieferketten und Kooperationsverträge mit anderen Kliniken für essenzielle Dienstleistungen.

Häufig gestellte Fragen

Das Risiko ist eine Funktion aus der klimatischen Gefahr (Hazard), der Exposition der Einrichtung und ihrer bestehenden Vulnerabilität.
Gesundheitspersonal, WASH (Wasser, Sanitär, Hygiene) & Abfallmanagement, Energieversorgung sowie Infrastruktur/Technologien.
Sie müssen an einem sicheren, erhöhten Ort installiert und verankert werden, um sie vor Hochwasser und starken Winden zu schützen.
Neben direkten Traumata und Ertrinken kommt es zu einem Anstieg von wasser- und vektorgebundenen Krankheiten (z. B. Cholera, Leptospirose) sowie psychischen Belastungen und Ausfällen bei chronischen Behandlungen (z. B. Dialyse).

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