Uterine Sarkome: Diagnostik, Therapie und Dosierung
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie uteriner Sarkome. Diese stellen mit einer Inzidenz von 1,5 bis 3 Neuerkrankungen pro 100.000 Frauen eine seltene und biologisch heterogene Gruppe von Malignomen dar.
Zu den behandelten Entitäten gehören Leiomyosarkome (LMS), Low-grade und High-grade endometriale Stromasarkome (LG-ESS, HG-ESS), undifferenzierte uterine Sarkome (UUS) sowie Adenosarkome. Karzinosarkome werden nicht mehr zu den Sarkomen, sondern zu den Karzinomen gezählt.
Da spezifische Symptome fehlen, wird die Diagnose häufig erst als Zufallsbefund nach einer Hysterektomie oder Myom-Operation gestellt. Ein schnelles Wachstum eines vermeintlichen Myoms, insbesondere in der Postmenopause, gilt laut Leitlinie als suspekt.
💡Praxis-Tipp
Ein akzidentielles Morcellement eines unerkannten uterinen Sarkoms führt zu einer signifikanten Verschlechterung des lokoregionären rezidivfreien Überlebens. Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, dass auch die Verwendung von Bergesäcken (In-Bag-Morcellation) eine Disseminierung von Tumorzellen nicht sicher ausschließen kann. Im Falle eines versehentlichen Morcellements wird eine zeitnahe Vorstellung in einem zertifizierten gynäkologischen Krebszentrum empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gibt es keine spezifischen sonographischen Kriterien, die ein Sarkom sicher beweisen oder ausschließen. Bei Verdacht wird eine pelvine MRT empfohlen, da diese die höchste Diagnosesicherheit bietet.
Bei unauffälligen Lymphknoten wird eine systematische pelvine und paraaortale Lymphadenektomie beim LMS und LG-ESS nicht empfohlen. Beim HG-ESS und UUS kann sie laut Leitlinie in Betracht gezogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt Doxorubicin als Erstlinientherapie beim metastasierten Leiomyosarkom. Bei isolierten Metastasen sollte zuvor immer geprüft werden, ob eine operative Komplettresektion möglich ist.
Bei prämenopausalen Patientinnen mit LMS, HG-ESS oder UUS sollten die Ovarien laut Leitlinie belassen werden. Beim hormonabhängigen LG-ESS muss der Ovar-Erhalt aufgrund eines potenziell höheren Rezidivrisikos kritisch abgewogen werden.
Es wird eine zeitnahe Komplettierungsoperation mit dem Ziel der makroskopischen Tumorfreiheit empfohlen. Eine adjuvante Systemtherapie oder Strahlentherapie sollte laut Leitlinie nicht allein aufgrund des Morcellements durchgeführt werden.
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Quelle: Uterine Sarkome (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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