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American College of Gastroenterology (ACG)A2021GastroenterologieOnkologie

Darmkrebs-Screening: ACG-Leitlinie 2021

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf American College of Gastroenterology (ACG) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Darmkrebs-Screening wird für Personen mit durchschnittlichem Risiko zwischen 50 und 75 Jahren stark empfohlen (primär Koloskopie alle 10 Jahre oder jährlicher FIT).
  • Ein früherer Screening-Beginn im Alter von 45 bis 49 Jahren wird bedingt empfohlen.
  • Bei familiärer Belastung (z. B. 1 Verwandter 1. Grades <60 Jahre) sollte das Screening ab 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem Indexfall mit einer Koloskopie alle 5 Jahre beginnen.
  • Wichtige Qualitätsindikatoren der Koloskopie sind eine Adenomdetektionsrate (ADR) von >25 %, eine Rückzugszeit von mindestens 6 Minuten und eine Zökalintubationsrate von >95 %.
  • Niedrig dosiertes Aspirin kann bei ausgewählten Patienten (50-69 Jahre, kardiovaskuläres Risiko >10 %) zur Chemoprävention erwogen werden, ersetzt aber nicht das Screening.
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Hintergrund

Das kolorektale Karzinom (CRC) ist die dritthäufigste Krebserkrankung in den USA. Die meisten Karzinome entwickeln sich über die Adenom-Karzinom-Sequenz oder den Weg der sessilen serratierten Läsionen (SSL). Ziel des Screenings ist die frühzeitige Erkennung und Entfernung dieser Vorstufen sowie die Diagnose von CRC in frühen, heilbaren Stadien.

Altersgruppen für das Screening

Die Leitlinie definiert klare Altersgrenzen für Personen mit durchschnittlichem Risiko:

  • 50 bis 75 Jahre: Starke Empfehlung für das Screening zur Reduktion von Inzidenz und Mortalität.
  • 45 bis 49 Jahre: Bedingte Empfehlung für das Screening, basierend auf der steigenden Inzidenz in jüngeren Altersgruppen.
  • Über 75 Jahre: Bedingte Empfehlung, die Entscheidung zum Screening individuell zu treffen (unter Berücksichtigung von Lebenserwartung, Komorbiditäten und bisheriger Screening-Historie).

Screening-Modalitäten und Intervalle

Die Leitlinie unterscheidet zwischen einstufigen (Koloskopie) und zweistufigen Tests (die bei positivem Ausfall eine Koloskopie erfordern). Koloskopie und der fäkale immunchemische Test (FIT) werden als primäre Modalitäten empfohlen.

ModalitätIntervallEmpfehlungsgradBemerkung
KoloskopieAlle 10 JahreStarkPrimäre Screening-Methode, diagnostisch und therapeutisch.
FIT (Stuhltest)JährlichStarkPrimäre nicht-invasive Methode. Erfordert Koloskopie bei positivem Ergebnis.
Multitarget Stuhl-DNA (mtsDNA)Alle 3 JahreBedingtAlternative bei Ablehnung von Koloskopie/FIT.
Flexible SigmoidoskopieAlle 5-10 JahreBedingtAlternative Methode.
CT-Kolonographie (CTC)Alle 5 JahreBedingtAlternative Methode.
Kolonkapsel (CC)Alle 5 JahreBedingtAlternative Methode.

Hinweis: Von der Verwendung des Septin-9-Bluttests wird abgeraten (Bedingte Empfehlung gegen den Einsatz).

Vorgehen bei familiärem Risiko

Eine detaillierte Familienanamnese ist essenziell. Die Empfehlungen richten sich nach dem Verwandtschaftsgrad (FDR = Verwandter 1. Grades, SDR = Verwandter 2. Grades) und dem Alter bei Diagnose.

Familiäre BelastungScreening-BeginnIntervallEmpfehlung
1 FDR <60 Jahre ODER ≥2 FDR (jedes Alter)Mit 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem jüngsten IndexfallKoloskopie alle 5 JahreBedingt
1 FDR ≥60 JahreMit 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem IndexfallDurchschnittliches Risiko-IntervallBedingt
1 SDRNach Kriterien für durchschnittliches RisikoDurchschnittliches Risiko-IntervallBedingt

Bei einer höheren familiären Belastung sollte eine genetische Evaluation erwogen werden (Bedingte Empfehlung).

Qualitätsindikatoren der Koloskopie

Die Qualität der Koloskopie ist stark untersucherabhängig und korreliert direkt mit dem Risiko für Post-Koloskopie-Karzinome (PCCRC). Alle Endoskopiker müssen ihre individuellen Leistungsparameter messen:

IndikatorZielwertEvidenz
Adenomdetektionsrate (ADR)>25 % (Männer >30 %, Frauen >20 %)Stark (Moderate Evidenz)
Rückzugszeit (Withdrawal Time)≥6 Minuten (Inspektion der Mukosa)Stark (Niedrige Evidenz)
Zökalintubationsrate (CIR)≥95 % bei Screening-PatientenStark (Niedrige Evidenz)

Endoskopiker mit einer ADR unter 25 % sollten ein gezieltes Nachschulungstraining absolvieren (Bedingte Empfehlung).

Aspirin-Chemoprävention

Die Einnahme von Aspirin kann das CRC-Risiko senken, muss aber gegen das Blutungsrisiko abgewogen werden.

  • Bedingte Empfehlung: Niedrig dosiertes Aspirin für Personen zwischen 50 und 69 Jahren mit einem kardiovaskulären 10-Jahres-Risiko von ≥10 %, ohne erhöhtes Blutungsrisiko, die bereit sind, Aspirin für mindestens 10 Jahre einzunehmen.
  • Starke Empfehlung: Aspirin darf nicht als Ersatz für das reguläre Darmkrebs-Screening verwendet werden.

Adhärenz und organisierte Programme

Um die Screening-Raten zu erhöhen, werden organisierte Screening-Programme gegenüber opportunistischem Screening empfohlen (Starke Empfehlung). Strategien zur Verbesserung der Adhärenz umfassen Patienten-Navigation, Erinnerungssysteme (Briefe, Telefon), Interventionen durch den Arzt und klinische Entscheidungshilfen.

💡Praxis-Tipp

Messen Sie konsequent Ihre persönliche Adenomdetektionsrate (ADR) und Rückzugszeit. Eine ADR unter 25 % oder eine Rückzugszeit unter 6 Minuten erfordern eine Optimierung der Untersuchungstechnik, um Post-Koloskopie-Karzinome zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie spricht eine starke Empfehlung für das Alter von 50 bis 75 Jahren aus und eine bedingte Empfehlung für den Beginn bereits ab 45 bis 49 Jahren.
Als primäre Modalitäten werden die Koloskopie (alle 10 Jahre) und der fäkale immunchemische Test (FIT, jährlich) empfohlen.
Bei einem Verwandten 1. Grades mit Diagnose vor dem 60. Lebensjahr beginnt das Screening ab 40 Jahren oder 10 Jahre vor dem Indexfall (je nachdem, was früher eintritt) mittels Koloskopie alle 5 Jahre.
Die wichtigsten Indikatoren sind eine Adenomdetektionsrate (ADR) von >25 %, eine Rückzugszeit von mindestens 6 Minuten und eine Zökalintubationsrate von >95 %.
Nein. Aspirin wird ausdrücklich nicht als Ersatz für das Screening empfohlen, kann aber bei bestimmten Risikogruppen (50-69 Jahre, hohes kardiovaskuläres Risiko) additiv zur Chemoprävention eingesetzt werden.

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