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Darmkrebs-Screening: Cochrane Review zu gFOBT vs. FIT

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Darmkrebs-Screening-Programme zielen darauf ab, fortgeschrittene Neoplasien, also kolorektale Karzinome und fortgeschrittene Adenome, frühzeitig zu erkennen. Weltweit kommen dabei häufig Tests auf okkultes Blut im Stuhl zum Einsatz, da diese nachweislich die darmkrebsbedingte Mortalität senken.

Diese Tests lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: qualitative guaiakbasierte Tests (gFOBT) und fäkale immunchemische Tests (FIT). FIT können dabei sowohl qualitativ als auch quantitativ ausgewertet werden.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines systematischen Cochrane Reviews. Die Meta-Analyse vergleicht die diagnostische Genauigkeit beider Testverfahren bei asymptomatischen Personen mit durchschnittlichem Risiko.

Empfehlungen

Der systematische Cochrane Review formuliert basierend auf der Meta-Analyse folgende zentrale Ergebnisse zur Testgenauigkeit:

Überlegenheit von FIT

Laut Review weisen fäkale immunchemische Tests (FIT) eine signifikant höhere Unterscheidungsfähigkeit für fortgeschrittene Neoplasien und kolorektale Karzinome auf als guaiakbasierte Tests (gFOBT). Dies gilt als Kernaussage der Untersuchung.

Sensitivität und Spezifität

Die Auswertung der Studien, in denen alle Teilnehmer eine Referenz-Koloskopie erhielten, zeigt deutliche Unterschiede in der Sensitivität zugunsten von FIT. Die Spezifität unterschied sich in diesen Studienkreisen hingegen nicht signifikant.

TestverfahrenSensitivität (Darmkrebs)Sensitivität (Fortgeschrittene Neoplasie)Spezifität (Darmkrebs)
gFOBT39 %15 %94 %
FIT (Cut-off 10 µg Hb/g)76 %33 %94 %
FIT (Cut-off 20 µg Hb/g)65 %26 %96 %

Auswirkungen auf die Praxis

Der Review veranschaulicht die Daten an einer hypothetischen Kohorte von 10.000 Screening-Teilnehmern. Es ergeben sich folgende praxisrelevante Unterschiede:

  • Von 1000 Personen mit fortgeschrittener Neoplasie werden durch gFOBT 850 übersehen.

  • FIT (10 µg) übersieht in der gleichen Gruppe lediglich 670 Fälle.

  • Von 100 Personen mit Darmkrebs werden durch gFOBT 61 übersehen, durch FIT (10 µg) nur 24.

  • In Studien, bei denen nur positiv getestete Personen eine Koloskopie erhielten, zeigte gFOBT eine leicht höhere Spezifität als FIT (98 % vs. 94-95 %).

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💡Praxis-Tipp

Der Review verdeutlicht, dass guaiakbasierte Stuhltests (gFOBT) eine unzureichende Sensitivität für die Erkennung von Darmkrebs und fortgeschrittenen Neoplasien aufweisen. Es wird hervorgehoben, dass fäkale immunchemische Tests (FIT) deutlich mehr Karzinome detektieren und in der Screening-Praxis bevorzugt eingesetzt werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Cochrane Review sind fäkale immunchemische Tests (FIT) den guaiakbasierten Tests (gFOBT) überlegen. Sie weisen eine signifikant höhere Sensitivität für die Erkennung von Darmkrebs und fortgeschrittenen Neoplasien auf.

Die Meta-Analyse zeigt für gFOBT eine zusammenfassende Sensitivität von lediglich 39 % für kolorektale Karzinome. Bei fortgeschrittenen Neoplasien liegt sie sogar nur bei 15 %.

Der Review wertet primär die Schwellenwerte von 10 µg und 20 µg Hämoglobin pro Gramm Stuhl aus. Bei einem Cut-off von 10 µg wird die höchste Sensitivität (76 % für Darmkrebs) erreicht.

In Studien, bei denen alle Teilnehmer koloskopiert wurden, zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Spezifität zwischen FIT und gFOBT. Die Rate an falsch-positiven Ergebnissen und damit unnötigen Koloskopien ist in diesem Setting laut Review vergleichbar.

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Quelle: Cochrane Review: Guaiac-based faecal occult blood tests versus faecal immunochemical tests for colorectal cancer screening in average-risk individuals (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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