Glaukom-Screening: USPSTF-Leitlinie (2022)
📋Auf einen Blick
- •Das Glaukom ist die zweithäufigste Ursache für irreversible Erblindung in den USA.
- •Die Zielgruppe für ein potenzielles Screening sind asymptomatische Erwachsene ab 40 Jahren in der Primärversorgung.
- •Die USPSTF stuft die aktuelle Evidenz als unzureichend ein (I-Statement), um den Nutzen und Schaden eines Glaukom-Screenings abzuwägen.
Hintergrund
Das Glaukom betrifft schätzungsweise 2,7 Millionen Menschen in den USA. Es ist die zweithäufigste Ursache für irreversible Erblindung in den Vereinigten Staaten und die Hauptursache für Erblindung bei schwarzen und hispanischen/lateinamerikanischen Personen.
Zielgruppe für das Screening
Die Untersuchung der US Preventive Services Task Force (USPSTF) bezieht sich auf folgende Patientengruppe in der Primärversorgung:
- Erwachsene im Alter von 40 Jahren oder älter
- Keine Anzeichen oder Symptome eines Offenwinkelglaukoms
USPSTF-Empfehlung (2022)
Die USPSTF hat ihre Empfehlung aus dem Jahr 2013 aktualisiert und ein systematisches Review in Auftrag gegeben, um Nutzen und Risiken eines Screenings zu evaluieren.
| Parameter | USPSTF-Bewertung |
|---|---|
| Empfehlungsgrad | I-Statement (Evidenz unzureichend) |
| Nutzen vs. Schaden | Aktuell ungewiss, Abwägung nicht möglich |
| Forschungsbedarf | Weitere Studien sind zwingend erforderlich |
Die USPSTF kommt zu dem Schluss, dass die aktuelle Evidenz nicht ausreicht, um das Verhältnis von Nutzen und potenziellen Schäden eines routinemäßigen Screenings auf das primäre Offenwinkelglaukom bei asymptomatischen Erwachsenen abschließend zu beurteilen.
💡Praxis-Tipp
Da die Evidenz für ein allgemeines Screening unzureichend ist (I-Statement), sollte die Entscheidung zur Glaukom-Diagnostik bei asymptomatischen Patienten ab 40 Jahren individuell und unter Berücksichtigung spezifischer Risikofaktoren getroffen werden.