Screening auf Hypertonie: USPSTF-Leitlinie (2021)
📋Auf einen Blick
- •Ein Screening auf arterielle Hypertonie wird für alle Erwachsenen ab 18 Jahren empfohlen (Empfehlungsgrad A).
- •Das initiale Screening erfolgt durch eine Blutdruckmessung in der Praxis.
- •Vor dem Beginn einer Therapie muss die Diagnose durch Blutdruckmessungen außerhalb des klinischen Settings bestätigt werden.
- •Hypertonie ist ein Hauptrisikofaktor für Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Schlaganfall und chronische Nierenerkrankungen.
Hintergrund
Die arterielle Hypertonie ist eine sehr häufige Erkrankung, von der etwa 45 % der erwachsenen US-Bevölkerung betroffen sind. Sie stellt die am häufigsten diagnostizierte Erkrankung bei ambulanten Arztbesuchen dar. Zudem ist Bluthochdruck ein wesentlicher Risikofaktor für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Schlaganfall und chronische Nierenerkrankungen.
Zielgruppe für das Screening
Die Empfehlungen der US Preventive Services Task Force (USPSTF) richten sich an:
- Erwachsene ab 18 Jahren ohne bereits bekannte arterielle Hypertonie.
Screening und Diagnostik
Die USPSTF kommt mit hoher Sicherheit zu dem Schluss, dass das Screening auf Hypertonie bei Erwachsenen einen erheblichen Nettonutzen bietet. Der diagnostische Ablauf ist zweistufig aufgebaut:
| Diagnosestufe | Setting | Empfehlung |
|---|---|---|
| Initiales Screening | In der Praxis (Office) | Blutdruckmessung bei allen Erwachsenen ≥ 18 Jahre (Empfehlungsgrad A) |
| Diagnosesicherung | Außerhalb der Praxis (Out-of-office) | Zwingend erforderlich zur Bestätigung vor dem Start einer medikamentösen Therapie |
Kernaussage: Eine antihypertensive Therapie darf nicht ausschließlich auf Basis von in der Praxis gemessenen Werten begonnen werden. Messungen außerhalb des klinischen Settings sind zur Bestätigung essenziell.
💡Praxis-Tipp
Beginnen Sie eine antihypertensive Therapie nicht allein basierend auf Praxis-Blutdruckwerten. Fordern Sie vor Therapiebeginn immer eine Bestätigung durch Messungen außerhalb der Praxis an.