Ulcus cruris venosum: Diagnostik und Wundversorgung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Ulcus cruris venosum (UCV) stellt die schwerste Verlaufsform der chronischen venösen Insuffizienz (CVI) dar. Es wird gemäß der CEAP-Klassifikation als Stadium C6 in florider beziehungsweise C5 in abgeheilter Form definiert.

Maßgeblich für die Entstehung ist ein Hochdruck im venösen System, der durch Reflux, Obstruktion oder eine Kombination aus beidem entsteht. Risikofaktoren umfassen hohes Lebensalter, familiäre Disposition, Adipositas und stattgehabte venöse Thrombosen.

Die Erkrankung geht mit einer erheblichen sozioökonomischen Belastung und einer starken Einschränkung der Lebensqualität einher. Zudem besteht eine hohe Rezidivrate von bis zu 70 Prozent innerhalb von sechs Monaten nach Abheilung.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass das Dogma "keine Kompressionstherapie bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit" im klinischen Alltag differenziert betrachtet werden muss. Es wird darauf hingewiesen, dass Personen mit einem Ulcus cruris venosum und einer begleitenden, hämodynamisch wenig relevanten PAVK (ABI über 0,5) eine medizinische Kompressionstherapie in der Regel gut tolerieren und diese nicht pauschal vorenthalten werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine histologische Untersuchung, wenn nach sechswöchiger leitlinienkonformer Behandlung keine Heilungstendenz erkennbar ist. Zudem wird eine Biopsie bei Ulzerationen mit ungewöhnlichem Verlauf, atypischer Morphologie oder Lokalisation angeraten.

Nach adäquater Wundreinigung wird laut Leitlinie primär Polihexanid als Wundantiseptikum der ersten Wahl empfohlen. Bei einem Nachweis von multiresistenten Erregern wie MRSA wird stattdessen der Einsatz von Octenidin angeraten.

Die Leitlinie stellt klar, dass eine systemische Antibiose vorrangig bei systemischen Infektionen zum Einsatz kommen soll. Lokale Wundinfektionen sollten primär lokal antiseptisch behandelt werden, um Resistenzbildungen zu vermeiden.

Zur Prävention von Rezidiven wird empfohlen, die medizinische Kompressionstherapie auch nach Abheilung des Ulkus dauerhaft fortzuführen. Es sollen dabei medizinische Kompressionsstrümpfe mindestens der Kompressionsklasse I und der Länge A-D verwendet werden.

Es wird eine frühzeitige operative oder ablative Therapie der zugrundeliegenden Pathophysiologie im oberflächlichen Venensystem empfohlen. Dies gilt laut Leitlinie auch dann, wenn bereits eine sekundäre Leitveneninsuffizienz mit Reflux im tiefen Venensystem vorliegt.

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Quelle: Diagnostik und Therapie des Ulcus cruris venosum (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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