Typ-1-Diabetes bei Erwachsenen: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Typ-1-Diabetes erfordert ein lebenslanges, komplexes Management, um akute Entgleisungen und langfristige Komplikationen zu vermeiden. Die NICE-Leitlinie NG17 bietet umfassende Empfehlungen für die Betreuung von Erwachsenen mit dieser Erkrankung.

Ein zentraler Fokus liegt auf der korrekten initialen Diagnosestellung und der Abgrenzung zu anderen Diabetesformen. Zudem wird die Bedeutung von strukturierten Schulungsprogrammen und modernen Technologien wie dem kontinuierlichen Glukosemonitoring (CGM) betont.

Ziel der Behandlung ist es, eine normnahe Blutzuckereinstellung zu erreichen, ohne das Risiko für schwere Hypoglykämien zu erhöhen. Dies erfordert eine individualisierte Insulintherapie und regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Empfehlungen

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt, die initiale Diagnose klinisch zu stellen. Typische Merkmale sind Ketose, rascher Gewichtsverlust, ein Manifestationsalter unter 50 Jahren und ein BMI unter 25 kg/m².

Es wird davon abgeraten, Alter oder BMI isoliert zum Ausschluss eines Typ-1-Diabetes zu verwenden.

Zur Bestätigung wird die Bestimmung von diabetesspezifischen Autoantikörpern empfohlen. Eine routinemäßige C-Peptid-Bestimmung zur Erstdiagnose wird nicht empfohlen, kann aber bei unklaren Fällen im Verlauf erwogen werden.

Blutzuckermanagement und Zielwerte

Laut Leitlinie sollte der HbA1c-Wert alle 3 bis 6 Monate gemessen werden. Es wird ein individualisierter Zielwert empfohlen, um das Risiko von Langzeitkomplikationen zu minimieren.

Folgende Blutzuckerzielwerte werden für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes empfohlen:

MesszeitpunktZielwert (Plasma-Glukose)
Nüchtern / Nach dem Aufwachen5 bis 7 mmol/l
Vor den Mahlzeiten4 bis 7 mmol/l
Mindestens 90 Minuten nach dem Essen5 bis 9 mmol/l
HbA1c-Zielwert≤ 48 mmol/mol (6,5 %)

Glukosemonitoring (CGM)

Die Leitlinie empfiehlt, allen Erwachsenen die Wahl zwischen einem Echtzeit-CGM (rtCGM) oder einem intermittierend gescannten CGM (isCGM/Flash) anzubieten. Die Auswahl sollte auf den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen basieren.

Es wird betont, dass Anwender weiterhin in der Lage sein müssen, kapilläre Blutzuckermessungen durchzuführen. Dies ist zur Überprüfung der Sensorgenauigkeit oder bei raschen Blutzuckerschwankungen erforderlich.

Insulintherapie

Als Standardtherapie wird eine intensivierte Insulintherapie (Basis-Bolus-Regime) mit multiplen täglichen Injektionen empfohlen.

Für die Basalversorgung wird primär zweimal täglich Insulin detemir empfohlen. Als Alternativen nennt die Leitlinie:

  • Einmal täglich Insulin glargin (100 Einheiten/ml) bei Präferenz für Einmalgabe

  • Einmal täglich Insulin degludec (100 Einheiten/ml) bei erhöhtem Risiko für nächtliche Hypoglykämien

Für die Mahlzeiten wird die Verwendung von kurzwirksamen Insulinanaloga empfohlen.

Kardiovaskuläres Risikomanagement

Eine jährliche Überprüfung der kardiovaskulären Risikofaktoren wird empfohlen. Von einer routinemäßigen Aspirin-Gabe zur Primärprävention wird abgeraten.

Für die Blutdruckeinstellung gelten laut Leitlinie folgende Zielwerte:

PatientenprofilSystolischer ZielwertDiastolischer Zielwert
Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) < 70 mg/mmol< 140 mmHg< 90 mmHg
Albumin-Kreatinin-Quotient (ACR) ≥ 70 mg/mmol< 130 mmHg< 80 mmHg
Alter ≥ 80 Jahre (unabhängig vom ACR)< 150 mmHg< 90 mmHg

Management der diabetischen Ketoazidose (DKA)

Die primäre Flüssigkeitssubstitution sollte mit isotoner Kochsalzlösung erfolgen. Eine routinemäßige Bikarbonat- oder Phosphatgabe wird nicht empfohlen.

Es wird eine intravenöse Insulininfusion empfohlen. Sobald die Plasmaglukose auf 10 bis 15 mmol/l abfällt, sollten glukosehaltige Infusionen ergänzt werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie rät explizit davon ab, Aspirin zur primären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Typ-1-Diabetes einzusetzen.

Zudem wird davor gewarnt, bei der Behandlung der diabetischen Ketoazidose (DKA) routinemäßig Bikarbonat oder Phosphat zu verabreichen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Alter oder BMI als alleinige Kriterien zum Ausschluss eines Typ-1-Diabetes zu verwenden, da das Manifestationsalter steigen und der durchschnittliche BMI zunehmen kann. Bei unklarer Klassifikation wird eine frühzeitige Bestimmung von diabetesspezifischen Autoantikörpern empfohlen, da deren Aussagekraft zum Zeitpunkt der Diagnose am höchsten ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt einen generellen Zielwert von 48 mmol/mol (6,5 %) oder darunter. Dieser Wert sollte jedoch stets individualisiert und ohne das Auftreten von problematischen Hypoglykämien erreicht werden.

Als primäre Basalinsulintherapie wird zweimal täglich Insulin detemir empfohlen. Bei Präferenz für eine Einmalgabe oder bei nächtlichen Hypoglykämien können Insulin glargin oder Insulin degludec erwogen werden.

Ja, die Leitlinie betont, dass kapilläre Messungen weiterhin notwendig sind. Sie dienen als Backup bei raschen Blutzuckeränderungen, bei Sensorausfällen oder zur Kalibrierung der Geräte.

Es wird empfohlen, isotone Kochsalzlösung für die primäre Flüssigkeitssubstitution zu verwenden. Sobald der Blutzucker auf 10 bis 15 mmol/l sinkt, sollte auf glukosehaltige Lösungen umgestellt werden.

Eine routinemäßige Bestimmung zur Erstdiagnose wird nicht empfohlen. Sie kann jedoch laut Leitlinie erwogen werden, wenn die Autoantikörper negativ sind oder im späteren Verlauf Zweifel an der Diagnose bestehen.

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Quelle: Type 1 diabetes in adults (NICE, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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