IQWiG2016Onkologie

Trifluridin/Tipiracil bei mKRK: Zusatznutzen nach KRAS

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung A16-54 untersucht den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Trifluridin/Tipiracil. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mKRK).

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Patienten bereits mit verfügbaren Standardtherapien behandelt wurden oder diese für sie nicht geeignet sind. Zu diesen Vortherapien zählen Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-basierte Chemotherapien sowie Anti-VEGF- und Anti-EGFR-Substanzen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Best supportive Care (BSC) festgelegt. Die Bewertung des Zusatznutzens basiert maßgeblich auf den Daten der randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studie RECOURSE.

Empfehlungen

Das Dokument leitet den Zusatznutzen getrennt nach dem KRAS-Mutationsstatus der Patienten ab. Es wird betont, dass die gesundheitsbezogene Lebensqualität in der Zulassungsstudie nicht untersucht wurde.

Patienten mit KRAS-Wildtyp

Für diese Patientengruppe sieht die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen im Vergleich zu Best supportive Care.

Die Gesamtaussage stützt sich auf folgende Effekte:

  • Erheblicher Zusatznutzen in der Kategorie Mortalität (Gesamtüberleben)

  • Geringer Zusatznutzen bei schwerwiegenden Symptomen und Nebenwirkungen

  • Höherer Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3)

Patienten mit KRAS-Mutation

Für Patienten mit einer KRAS-Mutation ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt.

Es zeigte sich zwar ein geringer Zusatznutzen beim Gesamtüberleben und bei schwerwiegenden Symptomen. Dieser Vorteil wird jedoch durch den mindestens beträchtlichen höheren Schaden bei schweren Nebenwirkungen infrage gestellt.

Nebenwirkungsprofil

Der Bericht beschreibt ein auffälliges Nebenwirkungsprofil unter der Therapie mit Trifluridin/Tipiracil.

Insbesondere traten schwere unerwünschte Ereignisse in der Systemorganklasse der Blut- und Lymphsystemerkrankungen auf. Dazu zählen vor allem Anämien und febrile Neutropenien.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierung für Trifluridin/Tipiracil vor:

WirkstoffDosierungAnwendungMaximaldosis
Trifluridin/Tipiracil35 mg/m² Körperoberfläche2-mal täglich oral an Tag 1-5 und 8-12 eines 28-Tage-Zyklus80 mg/Dosis

Die Tabletten sollen mit einem Glas Wasser innerhalb einer Stunde nach den Mahlzeiten am Morgen und am Abend eingenommen werden. Die Dosis wird auf den nächsten 5-mg-Schritt gerundet.

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation folgende Warnhinweise und Einschränkungen:

  • Keine Anwendung empfohlen bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung sowie bei terminaler Niereninsuffizienz.

  • Keine Anwendung bei Patienten unter 18 Jahren.

  • Bei mäßiger Nierenfunktionseinschränkung wird eine verstärkte Überwachung auf hämatologische Toxizitäten empfohlen.

  • Frauen dürfen während und bis zu 6 Monate nach der Therapie nicht schwanger werden.

  • Das Stillen soll während der Behandlung unterbrochen werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass der Zusatznutzen von Trifluridin/Tipiracil stark vom KRAS-Mutationsstatus abhängt und bei Vorliegen einer KRAS-Mutation nicht belegt ist. Zudem wird auf ein signifikantes Risiko für schwere hämatologische Nebenwirkungen wie Anämien und Neutropenien hingewiesen. Es wird daher eine engmaschige Überwachung des Blutbildes nahegelegt, insbesondere bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionseinschränkung.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung gibt es bei Patienten mit KRAS-Wildtyp einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen. Bei Patienten mit KRAS-Mutation ist ein Zusatznutzen hingegen nicht belegt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat Best supportive Care (BSC) als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Dies umfasst eine bestmögliche, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen.

Der Bericht dokumentiert ein auffälliges Nebenwirkungsprofil, insbesondere im Bereich des Blutes und Lymphsystems. Es traten vermehrt schwere unerwünschte Ereignisse wie Anämien und febrile Neutropenien auf.

Die empfohlene Dosis beträgt 35 mg/m² Körperoberfläche zweimal täglich. Die Einnahme erfolgt an den Tagen 1 bis 5 und 8 bis 12 eines 28-Tage-Zyklus.

Bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz wird die Anwendung laut Fachinformation nicht empfohlen. Bei mäßiger Einschränkung wird eine verstärkte Überwachung auf hämatologische Toxizitäten angeraten.

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Quelle: IQWiG A16-54: Trifluridin/Tipiracil (Kolorektalkarzinom) - Nutzenbewertung (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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