Trastuzumab deruxtecan: HER2-low Mammakarzinom Therapie
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf dem IQWiG-Addendum A25-116 zur Nutzenbewertung von Trastuzumab deruxtecan. Der Bericht untersucht den Einsatz bei Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Brustkrebs.
Voraussetzung für diese Therapie ist, dass die Betroffenen bereits mindestens eine endokrine Therapie in der metastasierten Situation erhalten haben. Zudem darf eine weitere endokrine Therapie als nächste Therapielinie nicht mehr infrage kommen.
Die Bewertung vergleicht Trastuzumab deruxtecan mit einer Chemotherapie nach ärztlicher Maßgabe. Als Vergleichstherapien wurden in der zugrundeliegenden DESTINY-Breast06-Studie Capecitabin, Paclitaxel oder nab-Paclitaxel eingesetzt.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studie DESTINY-Breast06 zentrale Ergebnisse zum Vergleich von Trastuzumab deruxtecan mit einer Standardchemotherapie.
Gesamtüberleben und Gesundheitszustand
Laut Bericht zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Trastuzumab deruxtecan beim Gesamtüberleben für die Subgruppe der Patientinnen und Patienten unter 65 Jahren. Bei Personen ab 65 Jahren konnte kein signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen festgestellt werden.
Zudem wird ein Vorteil für Trastuzumab deruxtecan beim allgemeinen Gesundheitszustand beschrieben. Dieser wurde anhand der Patient Global Impression of Change (PGIC) bis zur ersten Verschlechterung gemessen.
Vorteile bei Nebenwirkungen
Der Bericht identifiziert bei bestimmten unerwünschten Ereignissen (UEs) einen signifikanten Vorteil für Trastuzumab deruxtecan gegenüber der Vergleichstherapie:
-
Geringeres Auftreten von Hand-Fuß-Syndrom und peripheren Ödemen
-
Weniger schwere Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
-
Weniger schwere Erkrankungen des Nervensystems
Nachteile bei Nebenwirkungen
Gleichzeitig weist das IQWiG auf signifikante Nachteile von Trastuzumab deruxtecan bei anderen Nebenwirkungen hin. Folgende Ereignisse traten häufiger oder schwerer auf:
-
Schwere Verminderung der Thrombozytenzahl und schwere Anämie
-
Interstitielle Lungenerkrankung (ILD) beziehungsweise Pneumonitis
-
Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Obstipation und verminderter Appetit
-
Alopezie und Erkrankungen der Atemwege
Dosierung
Der IQWiG-Bericht listet die in der zugrundeliegenden Studie verwendeten Dosierungsschemata auf. Die Dosierungen der Vergleichstherapien wichen teilweise von den Standardzulassungen ab, was laut Bericht jedoch der gängigen Versorgungspraxis entspricht.
| Wirkstoff | Dosierung | Zyklus |
|---|---|---|
| Trastuzumab deruxtecan | 5,4 mg/kg Körpergewicht i.v. | Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus |
| Capecitabin | 1000 oder 1250 mg/m2 Körperoberfläche oral (2-mal täglich) | Tag 1-14 eines 21-Tage-Zyklus |
| Paclitaxel | 80 mg/m2 Körperoberfläche i.v. | Wöchentlich an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus |
| nab-Paclitaxel | 100 mg/m2 Körperoberfläche i.v. | Tag 1, 8 und 15 eines 28-Tage-Zyklus |
Bei Trastuzumab deruxtecan waren Dosisreduktionen auf 4,4 mg/kg und anschließend auf 3,2 mg/kg bei Toxizität erlaubt.
Kontraindikationen
Der Bericht nennt Kriterien, die eine Behandlung mit Trastuzumab deruxtecan im Rahmen der Studie ausschlossen. Dazu zählten unter anderem:
-
Vorherige Chemotherapie bei fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom
-
Vorherige HER2-gerichtete Therapie
-
Behandlung mit einem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, das ein Exatecan-Derivat (Topoisomerase-I-Inhibitor) enthält
-
Bestimmte Vorbehandlungen wie Ganzhirnbestrahlung kurz vor der Randomisierung
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt das erhöhte Risiko für interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) und Pneumonitis unter Trastuzumab deruxtecan hervor. Es wird indirekt deutlich, dass bei der Therapieüberwachung ein besonderes Augenmerk auf respiratorische Symptome sowie auf das Blutbild, insbesondere hinsichtlich Thrombozytopenie und Anämie, gelegt werden muss.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht wird es bei inoperablem oder metastasiertem HR-positivem, HER2-low oder HER2-ultralow Mammakarzinom eingesetzt. Voraussetzung ist eine vorherige endokrine Therapie in der metastasierten Situation.
Die im Bericht genannte Standarddosierung beträgt 5,4 mg/kg Körpergewicht intravenös. Die Gabe erfolgt an Tag 1 eines 21-Tage-Zyklus.
Der Bericht zeigt signifikante Nachteile unter anderem bei interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD), Übelkeit, Erbrechen und Alopezie. Zudem traten schwere Thrombozytopenien und Anämien häufiger auf.
Das IQWiG stellt einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben für Patientinnen und Patienten unter 65 Jahren fest. Bei älteren Personen ab 65 Jahren zeigte sich in der Auswertung kein signifikanter Unterschied zur Chemotherapie.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A25-116: Trastuzumab deruxtecan (Mammakarzinom) - Addendum zum Projekt A25-54 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A22-127: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom, HER2+, mind. 2 Vortherapien) – Addendum zum Auftrag A22-81
IQWiG A22-126: Trastuzumab Deruxtecan (Mammakarzinom, nach 1 Vortherapie) – Addendum zum Auftrag A22-80
IQWiG A23-07: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A22-80: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-52: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom) – Addendum zum Auftrag A23-07
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen