Trastuzumab-Deruxtecan: HER2-low Mammakarzinom-Therapie
Hintergrund
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet im Addendum A23-52 den Zusatznutzen von Trastuzumab-Deruxtecan. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs.
Voraussetzung für diese Indikation ist, dass die Betroffenen bereits eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder innerhalb von sechs Monaten nach einer adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist. Als Vergleichstherapie diente eine Behandlung nach ärztlicher Maßgabe, beispielsweise mit Capecitabin, Eribulin oder Paclitaxel.
Das vorliegende Addendum wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beauftragt, um nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers zu bewerten. Diese umfassten eine bereinigte Studienpopulation ohne Gemcitabin-Vorbehandlung sowie detailliertere Analysen zur antiemetischen Begleitbehandlung.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studie DESTINY-Breast04 folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtüberleben und Zusatznutzen
Laut Bewertung zeigt sich ein statistisch signifikanter Überlebensvorteil für Trastuzumab-Deruxtecan. Das Ausmaß des Nutzens wird maßgeblich durch das Vorliegen einer viszeralen Erkrankung modifiziert:
| Patientenpopulation | Ausmaß des Zusatznutzens | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Ohne viszerale Erkrankung | Erheblicher Zusatznutzen | Hinweis |
| Mit viszeraler Erkrankung | Geringer Zusatznutzen | Hinweis |
Morbidität und Lebensqualität
Die Auswertung der patientenberichteten Endpunkte zeigt verschiedene positive Effekte:
-
Vorteile zeigen sich bei der Linderung von Schmerzen und Schlaflosigkeit.
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Eine Verbesserung wird bei der körperlichen, kognitiven und sozialen Funktion beschrieben.
-
Für Patientinnen unter 65 Jahren ergibt sich zudem ein positiver Effekt auf das Körperbild.
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Als negativer Effekt wird ein geringerer Nutzen bei den Symptomen Übelkeit, Erbrechen und Diarrhö festgestellt.
Nebenwirkungen
Das Nebenwirkungsprofil von Trastuzumab-Deruxtecan zeigt im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe ein gemischtes Bild:
-
Ein geringerer Schaden zeigt sich bei schweren unerwünschten Ereignissen (SUEs) insgesamt, bei schwerer Neutropenie sowie beim Hand-Fuß-Syndrom.
-
Ein höherer Schaden wird bei schwerer Thrombozytopenie, schwerer Übelkeit, gastrointestinalen Erkrankungen und schweren Infektionen verzeichnet.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht geht die Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan mit einem veränderten Nebenwirkungsprofil einher. Es wird ein vermehrter Fokus auf das Management von schwerer Übelkeit und Thrombozytopenien nahegelegt, während schwere Neutropenien seltener auftreten. Die Datenlage unterstreicht zudem die hohe Relevanz einer leitliniengerechten antiemetischen Begleitbehandlung bei diesem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG leitet einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen für Patientinnen ohne viszerale Erkrankung ab. Bei Vorliegen einer viszeralen Erkrankung wird ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen festgestellt.
Laut Bewertung zeigt sich ein höherer Schaden unter anderem bei schwerer Thrombozytopenie, schwerer Übelkeit und gastrointestinalen Erkrankungen. Auch schwere Infektionen traten im Vergleich zur Kontrollgruppe häufiger auf.
Die Bewertung bezieht sich auf Patientinnen mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Mammakarzinom. Voraussetzung ist eine vorherige Chemotherapie in der metastasierten Situation oder ein frühes Rezidiv nach adjuvanter Chemotherapie.
Trastuzumab-Deruxtecan wurde mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe verglichen. Diese umfasste zugelassene Wirkstoffe wie Capecitabin, Eribulin, Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel.
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Quelle: IQWiG A23-52: Trastuzumab-Deruxtecan (Mammakarzinom) – Addendum zum Auftrag A23-07 (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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