Synkope: Diagnostik, Therapie und Risikostratifizierung
Hintergrund
Die von der DGK übernommene ESC-Pocket-Leitlinie (2018) definiert die Synkope als einen vorübergehenden Bewusstseinsverlust (TLOC) infolge einer zerebralen Hypoperfusion. Charakteristisch sind ein rasches Einsetzen, eine kurze Dauer sowie eine spontane und vollständige Erholung.
Laut Leitlinie wird die Synkope pathophysiologisch in drei Hauptgruppen unterteilt: die Reflexsynkope, die Synkope durch orthostatische Hypotonie (OH) und die kardiale Synkope. Im Zentrum aller Formen steht ein Abfall des systemischen Blutdrucks mit einem Rückgang des globalen zerebralen Blutflusses.
Es wird betont, dass eine sorgfältige Abgrenzung zu anderen Ursachen eines vorübergehenden Bewusstseinsverlusts essenziell ist. Dazu zählen unter anderem epileptische Anfälle, psychogene Pseudosynkopen oder seltene neurologische Ursachen wie das Subclavian-Steal-Syndrom.
💡Praxis-Tipp
Ein negativer Kipptisch-Test schließt eine Reflexsynkope nicht aus, sondern verweist lediglich auf das Fehlen einer Hypotonie-Neigung in der Untersuchungssituation. Bei ungeklärten Synkopen ohne Hochrisikokriterien wird laut Leitlinie der frühzeitige Einsatz eines implantierbaren Loop-Rekorders (ILR) empfohlen, da dieser eine deutlich höhere diagnostische Ausbeute zur Detektion arrhythmogener Ursachen bietet als wiederholte Kipptisch- oder Langzeit-EKG-Untersuchungen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sprechen ein rasches Einsetzen, eine kurze Dauer (10-30 Sekunden) und eine schnelle, vollständige Reorientierung für eine Synkope. Epileptische Anfälle gehen häufiger mit einer längeren Bewusstlosigkeit, einer Aura, synchronen Myoklonien und einer längeren Verwirrtheitsphase nach dem Anfall einher.
Die Leitlinie empfiehlt eine Holter-Überwachung (Langzeit-EKG) vor allem bei Patienten mit sehr häufigen Synkopen oder Präsynkopen, die mindestens einmal pro Woche auftreten. Bei selteneren Ereignissen wird der Einsatz eines externen oder implantierbaren Loop-Rekorders bevorzugt.
Eine stationäre Aufnahme wird bei Vorliegen von Hochrisiko-Merkmalen (wie Synkope unter Belastung, schwere strukturelle Herzerkrankung oder EKG-Auffälligkeiten) empfohlen, sofern eine potenziell schwere Begleiterkrankung oder Verletzung vorliegt. Alternativ kann eine Überwachung in einer Notaufnahme-Beobachtungsstation oder einer spezialisierten Synkopen-Einheit erfolgen.
Es wird empfohlen, eine Carotissinus-Massage bei Patienten über 40 Jahren mit einer Synkope unbekannter Ursache durchzuführen, wenn der Verdacht auf einen Reflexmechanismus besteht. Bei Patienten mit TIA, Schlaganfall oder hochgradiger Carotisstenose in der Vorgeschichte ist jedoch Vorsicht geboten.
Nein, die Leitlinie rät vom Einsatz von Betablockern zur Therapie der Reflexsynkope ausdrücklich ab. Sie gelten in dieser Indikation als nicht wirksam und werden mit dem Empfehlungsgrad III bewertet.
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Quelle: Pocket-Leitlinie: Diagnose und Management von Synkopen (Version 2018) (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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