WHO2025

STI-Screening: Indikation bei asymptomatischem Verlauf

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Chlamydien und Gonorrhö verlaufen häufig asymptomatisch. Laut der WHO-Leitlinie (2025) bleiben bei Frauen bis zu 97 % der zervikalen Infektionen ohne Symptome. Auch an extragenitalen Lokalisationen wie Pharynx oder Rektum fehlen oft klinische Zeichen.

Unerkannte Infektionen tragen maßgeblich zur Weiterverbreitung bei und können schwere Komplikationen wie Infertilität oder ungünstige Schwangerschaftsausgänge verursachen. Zudem erhöhen sie das Risiko für eine HIV-Transmission.

Die Leitlinie fokussiert sich auf das Screening von asymptomatischen Personen auf Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis. Ziel ist es, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen und die globale Krankheitslast zu senken.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert spezifische Empfehlungen für das Screening auf Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis bei asymptomatischen Personen.

Allgemeine Screening-Prinzipien

Laut Leitlinie sollte die Entscheidung für ein Screening auf der kombinierten Prävalenz auf Populationsebene basieren. Es wird betont, dass individuelle Risikobewertungen oft ungenau sind und daher nicht als alleiniges Kriterium dienen sollten.

Für die Diagnostik empfiehlt die Leitlinie:

  • Qualitätsgesicherte molekulare Tests (z. B. Nukleinsäure-Amplifikationstests, NAAT)

  • Alternativ Schnelltests mit einer Sensitivität von mindestens 80 % und einer Spezifität von mindestens 90 %

  • Freiwillige Testung unter Einholung einer informierten Einwilligung

Bei einem positiven Befund wird eine Behandlung gemäß nationalen Richtlinien sowie die Testung und Mitbehandlung der Sexualpartner empfohlen.

Schwangere Frauen

Es wird ein Screening für asymptomatische Schwangere im Rahmen der Schwangerenvorsorge empfohlen (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz). Dies gilt für Settings mit hoher Prävalenz und ausreichenden Ressourcen.

Die Leitlinie definiert für diese Gruppe eine kombinierte Prävalenz von 10 % als hoch, da unbehandelte Infektionen zu schweren Komplikationen beim Neugeborenen führen können.

Jugendliche und junge Erwachsene (10–24 Jahre)

Für sexuell aktive Jugendliche und junge Erwachsene wird ein Screening in Hochprävalenz-Settings empfohlen (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Bei begrenzten Ressourcen wird vorgeschlagen, heranwachsende Mädchen und junge Frauen zu priorisieren. Vor dem Screening sollte die sexuelle Aktivität der letzten 12 Monate erfragt werden.

Sexarbeitende und MSM

Für Sexarbeitende sowie Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), wird ein regelmäßiges Screening empfohlen (bedingte Empfehlung, niedrige Evidenz).

Die Leitlinie rät zu einer Testfrequenz von mindestens einmal jährlich oder alle sechs Monate. Die Wahl der anatomischen Abstrichlokalisation sollte sich nach dem individuellen Sexualverhalten richten.

Zielgruppen und Prävalenzschwellen

Die Leitlinie definiert spezifische Kriterien für das Screening verschiedener Bevölkerungsgruppen:

ZielgruppeKombinierte PrävalenzschwelleEmpfohlene TestfrequenzPriorisierung
Schwangere≥ 10 % (als hoch eingestuft)Im Rahmen der VorsorgeAlle Schwangeren
Jugendliche (10–24 J.)15–20 %Nach sexueller AktivitätMädchen und junge Frauen
SexarbeitendeUnabhängig von SchwellenwertAlle 6–12 MonatePooling von Proben erwägen
MSMUnabhängig von SchwellenwertAlle 6–12 MonateNach anatomischem Risiko
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die Entscheidung für ein asymptomatisches STI-Screening auf der Basis der lokalen Populationsprävalenz zu treffen und nicht anhand individueller Risikobewertungen. Es wird darauf hingewiesen, dass individuelle Risikoeinschätzungen in Studien eine unzureichende Genauigkeit zeigten. Zudem wird betont, dass auch extragenitale Infektionen am Pharynx oder Rektum häufig asymptomatisch verlaufen und als Erregerreservoir dienen können.

Häufig gestellte Fragen

Es wird primär der Einsatz von qualitätsgesicherten molekularen Verfahren wie Nukleinsäure-Amplifikationstests (NAAT) empfohlen. Alternativ können laut Leitlinie Schnelltests verwendet werden, sofern diese eine Sensitivität von mindestens 80 % und eine Spezifität von mindestens 90 % aufweisen.

Die Leitlinie stuft bei Schwangeren bereits eine kombinierte Prävalenz von 10 % für Gonorrhö und Chlamydien als hoch ein. In solchen Settings wird ein Screening empfohlen, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen für das Neugeborene zu verhindern.

Für diese Risikogruppen wird ein regelmäßiges Screening auf Gonorrhö und Chlamydien empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer Testfrequenz von mindestens einmal jährlich oder alle sechs Monate, abhängig vom Sexualverhalten.

Ja, die Leitlinie weist darauf hin, dass die Wahl der anatomischen Lokalisation für den Abstrich auf dem jeweiligen Sexualverhalten basieren sollte. Gerade an anorektalen und oropharyngealen Stellen verlaufen bis zu 85 % der Infektionen asymptomatisch.

Es wird eine sofortige Behandlung gemäß den nationalen Therapieleitlinien empfohlen. Zudem betont die Leitlinie die Wichtigkeit, auch die Sexualpartner der betroffenen Personen zu testen und bei einem positiven Befund mitzubehandeln.

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Quelle: Guidelines for the management of asymptomatic sexually transmitted infections (WHO, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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