STI: Diagnostik und Therapie von Gonorrhö & Chlamydien

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die CDC-Leitlinie (2021) bietet aktualisierte Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Sie ersetzt die vorherige Version aus dem Jahr 2015.

Ein besonderer Fokus liegt auf der zunehmenden Antibiotikaresistenz, insbesondere bei Neisseria gonorrhoeae und Mycoplasma genitalium. Die Leitlinie integriert neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Therapien und passt die Standardregime entsprechend an.

Zusätzlich werden erweiterte Screening-Strategien für spezifische Risikogruppen wie schwangere Frauen und Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), detailliert beschrieben.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die klinische Praxis:

Diagnostik und Screening

Laut Leitlinie wird ein routinemäßiges Screening auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonorrhö für sexuell aktive Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen. Bei MSM wird ein extragenitales Screening (pharyngeal und rektal) mittels Nukleinsäure-Amplifikationstechnik (NAAT) empfohlen, da diese Infektionen oft asymptomatisch verlaufen.

Für schwangere Frauen wird ein routinemäßiges Screening auf Syphilis, HIV, Hepatitis B und Hepatitis C beim ersten pränatalen Besuch empfohlen. Bei erhöhtem Risiko sollte eine erneute Testung im dritten Trimenon erfolgen.

Therapie von Gonorrhö und Chlamydien

Aufgrund steigender Resistenzen gegen Azithromycin empfiehlt die Leitlinie bei unkomplizierter Gonorrhö eine Monotherapie:

  • Ceftriaxon 500 mg intramuskulär als Einzeldosis (bei Körpergewicht <150 kg)

  • Bei nicht ausgeschlossener Chlamydien-Koinfektion: zusätzliche Gabe von Doxycyclin 100 mg zweimal täglich für 7 Tage

  • Azithromycin wird nicht mehr als Teil einer dualen Standardtherapie bei Gonorrhö empfohlen

Für unkomplizierte urogenitale, rektale und pharyngeale Chlamydien-Infektionen wird nun Doxycyclin (100 mg zweimal täglich für 7 Tage) als Erstlinientherapie empfohlen. Azithromycin (1 g Einzeldosis) gilt aufgrund geringerer Wirksamkeit bei rektalen Infektionen nur noch als Alternative.

Mycoplasma genitalium

Bei persistierender oder rezidivierender Urethritis oder Zervizitis wird eine Testung auf M. genitalium empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer zweistufigen, resistenzgesteuerten Therapie:

  • Initial Doxycyclin 100 mg zweimal täglich für 7 Tage zur Reduktion der Bakterienlast

  • Bei Makrolid-Sensibilität: gefolgt von hochdosiertem Azithromycin

  • Bei Makrolid-Resistenz: gefolgt von Moxifloxacin 400 mg einmal täglich für 7 Tage

Pelvic Inflammatory Disease (PID)

Für die empirische Behandlung der PID wird die routinemäßige Hinzunahme von Metronidazol zum Standardregime (Ceftriaxon und Doxycyclin) empfohlen. Dies dient der effektiveren Eradikation von anaeroben Erregern aus dem oberen Genitaltrakt.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die häufigsten STI vor:

IndikationMedikamentDosisDauer
Unkomplizierte GonorrhöCeftriaxon500 mg IM (1 g bei ≥150 kg)Einzeldosis
Chlamydien-InfektionDoxycyclin100 mg p.o. (zweimal täglich)7 Tage
Trichomoniasis (Frauen)Metronidazol500 mg p.o. (zweimal täglich)7 Tage
Trichomoniasis (Männer)Metronidazol2 g p.o.Einzeldosis
Pelvic Inflammatory Disease (PID)Ceftriaxon + Doxycyclin + Metronidazol500 mg IM + 100 mg p.o. (2x/Tag) + 500 mg p.o. (2x/Tag)Einzeldosis (Ceftriaxon) + 14 Tage (oral)
Primäre/Sekundäre SyphilisBenzathin-Penicillin G2,4 Millionen IE IMEinzeldosis
Bakterielle VaginoseMetronidazol500 mg p.o. (zweimal täglich)7 Tage

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von Doxycyclin im zweiten und dritten Trimenon der Schwangerschaft aufgrund des Risikos von Zahnverfärbungen beim Fetus.

Bei einer nachgewiesenen IgE-vermittelten Penicillinallergie und zwingender Penicillin-Indikation (z. B. Neurosyphilis oder Syphilis in der Schwangerschaft) wird eine stationäre Desensibilisierung empfohlen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont den Paradigmenwechsel bei der Behandlung der Gonorrhö und Chlamydien. Es wird dringend empfohlen, bei Gonorrhö auf die Monotherapie mit 500 mg Ceftriaxon umzustellen und Azithromycin zu vermeiden, um die Makrolidresistenz nicht weiter zu befeuern. Ebenso wird bei Chlamydien nun Doxycyclin gegenüber Azithromycin bevorzugt, da es insbesondere bei rektalen Infektionen eine signifikant höhere Heilungsrate zeigt.

Häufig gestellte Fragen

Es wird eine intramuskuläre Monotherapie mit 500 mg Ceftriaxon empfohlen. Bei Personen ab 150 kg Körpergewicht wird die Dosis auf 1 g erhöht.

Die Leitlinie empfiehlt Doxycyclin 100 mg zweimal täglich für 7 Tage als Standardtherapie. Azithromycin in der Einzeldosis gilt aufgrund von Wirksamkeitsdefiziten bei rektalen Infektionen nur noch als Alternative.

Es wird eine zweistufige Therapie empfohlen. Initial erfolgt die Gabe von Doxycyclin für 7 Tage, gefolgt von Azithromycin oder Moxifloxacin, idealerweise basierend auf einer Resistenztestung.

Die Leitlinie empfiehlt nun standardmäßig die Hinzunahme von Metronidazol zur Kombination aus Ceftriaxon und Doxycyclin. Dies verbessert die Abdeckung anaerober Bakterien.

Für Frauen wird eine siebentägige Therapie mit Metronidazol (500 mg zweimal täglich) empfohlen. Diese hat sich gegenüber der 2-g-Einzeldosis als überlegen erwiesen.

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Quelle: CDC STI Treatment Guidelines 2021 (CDC, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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