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Kinderformularium / DGKJExpertenkonsens2024PädiatrieAllgemeinmedizinNotfallmedizin

Status epilepticus Kinder: Dosierung & Stufentherapie

KI-generierte Zusammenfassung, nicht ärztlich geprüft|Quelle: Kinderformularium / DGKJ (2024)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Status epilepticus im Kindesalter ist ein lebensbedrohlicher neurologischer Notfall, der ein sofortiges und strukturiertes Eingreifen erfordert. Eine rasche Unterbrechung der anhaltenden Krampfaktivität ist entscheidend, um irreversible neuronale Schäden und systemische Komplikationen zu verhindern.

Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie des Kinderformulariums und der DGKJ (2024). Sie beschreibt ein vierstufiges Vorgehen zur medikamentösen Akuttherapie, beginnend mit der präklinischen oder initialen klinischen Versorgung bis hin zur intensivmedizinischen Behandlung.

Empfehlungen

Die Leitlinie empfiehlt ein strukturiertes, zeitbasiertes Vorgehen in vier Stufen:

Basismaßnahmen und Diagnostik

Begleitend zur medikamentösen Therapie wird die sofortige Sicherung der Atemwege durch Seitenlage und Absaugbereitschaft empfohlen. Laut Leitlinie ist bei einer Sauerstoffsättigung (SpO2) unter 94 % eine Sauerstoffgabe indiziert.

Zudem wird eine umgehende Blutzuckermessung gefordert. Dies dient dazu, eine Hypoglykämie als Ursache des Krampfanfalls sicher auszuschließen.

Stufe 1 und 2: Initiale Durchbrechung (0–15 Minuten)

Als Erstlinientherapie wird die bukkale Gabe von Midazolam empfohlen. Falls dies nicht möglich ist, kann rektales Diazepam oder bei liegendem Zugang intravenöses Lorazepam verabreicht werden.

  • Wenn der Anfall nach 5 bis 15 Minuten nicht sistiert, wird eine zweite Benzodiazepin-Gabe in gleicher Dosierung empfohlen.

  • Die Leitlinie betont, dass maximal zwei Benzodiazepin-Gaben erfolgen dürfen.

  • Nach der zweiten Gabe wird eine sofortige Intubationsbereitschaft gefordert.

Stufe 3: Antikonvulsive Therapie (15–30 Minuten)

Bei anhaltendem Status epilepticus wird der Wechsel auf ein intravenöses Antikonvulsivum empfohlen. Levetiracetam wird hierbei bevorzugt, da es laut Leitlinie weniger sedierend wirkt als Phenytoin und keine Herzrhythmusstörungen verursacht.

Alternativ können Phenytoin oder Valproat eingesetzt werden. Die spezifischen Warnhinweise der jeweiligen Präparate sind dabei zu beachten.

Stufe 4: Narkose (ab 30 Minuten)

Ein refraktärer Status epilepticus nach 30 Minuten erfordert die Verlegung auf eine Intensivstation. Es wird eine Narkose mittels Midazolam- oder Propofol-Perfusor empfohlen, wobei Thiopental als Ultima Ratio gilt.

Dosierung

Stufe 1: Benzodiazepine (0–5 Minuten)

Midazolam (bukkal) – Erstlinientherapie

AlterDosis
3 Monate – 1 Jahr2,5 mg
1 – 5 Jahre5 mg
5 – 10 Jahre7,5 mg
> 10 Jahre10 mg

Hinweis: Verfügbar als Fertigspritze (Buccolam).

Diazepam (rektal) – Alternative

AlterDosis
< 1 Jahr5 mg
1 – 3 Jahre5 – 7,5 mg
> 3 Jahre10 mg

Lorazepam (intravenös) – bei liegendem Zugang

MedikamentDosisApplikation
Lorazepam0,05 – 0,1 mg/kg (max. 4 mg)Langsam über 2 – 5 Minuten

Stufe 3: Intravenöse Antikonvulsiva (15–30 Minuten)

MedikamentDosisApplikationBesonderheiten
Levetiracetam (bevorzugt)40 – 60 mg/kg (max. 4500 mg)Über 5 – 15 MinutenWeniger Sedierung, keine Arrhythmien
Phenytoin20 mg/kg (max. 1500 mg)Über 20 MinutenEKG-Monitoring obligat
Valproat20 – 40 mg/kgÜber 5 MinutenNicht bei Verdacht auf Stoffwechselerkrankung

Kontraindikationen

  • Phenytoin: Die Leitlinie warnt vor Hypotension und Arrhythmien. Ein EKG-Monitoring ist während der Gabe obligat.

  • Valproat: Es wird ausdrücklich davor gewarnt, Valproat bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Stoffwechselerkrankung einzusetzen.

  • Benzodiazepine: Es wird darauf hingewiesen, dass insgesamt maximal zwei Benzodiazepin-Gaben verabreicht werden dürfen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass im Rahmen der Akuttherapie maximal zwei Benzodiazepin-Gaben erfolgen dürfen. Es wird empfohlen, nach der zweiten erfolglosen Gabe umgehend Intubationsbereitschaft herzustellen und parallel den Blutzucker zu messen, um eine übersehbare Hypoglykämie als Anfallsursache auszuschließen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist bukkales Midazolam die Erstlinientherapie. Die Dosierung richtet sich dabei nach dem Alter des Kindes.

Es wird empfohlen, die Benzodiazepin-Gabe bei anhaltendem Anfall nach 5 bis 15 Minuten einmalig zu wiederholen. Insgesamt dürfen laut Leitlinie maximal zwei Dosen verabreicht werden.

Die Leitlinie bevorzugt intravenöses Levetiracetam in einer Dosierung von 40 bis 60 mg/kg. Es zeichnet sich durch eine geringere Sedierung aus und verursacht keine Herzrhythmusstörungen.

Bei der intravenösen Gabe von Phenytoin ist ein EKG-Monitoring obligat. Die Leitlinie warnt vor möglichen Nebenwirkungen wie Hypotension und Arrhythmien.

Es wird davon abgeraten, Valproat einzusetzen, wenn der Verdacht auf eine zugrundeliegende Stoffwechselerkrankung besteht.

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Quelle: Antiepileptika Notfall Kinder (Kinderformularium / DGKJ, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung, nicht ärztlich geprüft. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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