Midazolam bei Kindern: Dosierung und Indikationen
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzmonographie des Kinderformulariums (Stand 2026).
Midazolam ist ein kurzwirksames Benzodiazepin, das in der Pädiatrie häufig eingesetzt wird. Das Medikament wird primär zur Durchbrechung eines Status epilepticus sowie zur Sedierung und Prämedikation vor medizinischen Eingriffen verwendet.
Aufgrund der kurzen Halbwertszeit und der vielseitigen Applikationswege ist es in der Kindernotfallmedizin fest etabliert. Die Leitlinie bietet spezifische Dosierungsschemata für verschiedene Alters- und Gewichtsklassen.
Empfehlungen
Indikationen und Applikationswege
Das Kinderformularium nennt als primäre Indikationen den Status epilepticus, die Sedierung vor Eingriffen sowie die Prämedikation.
Für die Akuttherapie des Status epilepticus wird die buccale Gabe als Erstlinientherapie empfohlen. Wenn kein oraler oder intravenöser Zugang vorliegt, kann im Notfall auf eine intranasale Applikation mittels MAD-Applikator ausgewichen werden.
Wichtige Hinweise zur Anwendung
Bei der Verabreichung sind laut Monographie folgende Aspekte zu beachten:
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Die buccale Applikation sollte gezielt zwischen Zahnfleisch und Wange erfolgen.
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Für Eltern von Kindern mit bekannter Epilepsie stehen Fertigspritzen (Buccolam) zur Verfügung.
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Bei oraler Gabe zur Sedierung wird das Mischen mit Saft oder Sirup empfohlen, da die Lösung bitter schmeckt.
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Als Antidot ist Flumazenil (10 mcg/kg i.v.) stets bereitzuhalten.
Dosierung
Dosierung beim Status epilepticus (buccal)
Die buccale Erstlinientherapie erfolgt altersabhängig mit speziellen Fertigspritzen (z. B. Buccolam):
| Alter | Dosis (buccal) | Präparat |
|---|---|---|
| 3 Monate - 1 Jahr | 2,5 mg | Buccolam |
| 1 - 5 Jahre | 5 mg | Buccolam |
| 5 - 10 Jahre | 7,5 mg | Buccolam |
| Ab 10 Jahre | 10 mg | Buccolam |
Dosierung zur Sedierung
Die Dosierung zur Sedierung richtet sich nach dem Körpergewicht und dem gewählten Applikationsweg:
| Indikation / Weg | Dosierung | Maximaldosis / Hinweise |
|---|---|---|
| Sedierung (oral) | 0,3 - 0,5 mg/kg | Max. 15 mg (20-30 Min. vor Eingriff) |
| Sedierung (i.v. Bolus) | 0,05 - 0,1 mg/kg | Langsam titrieren |
| Sedierung (i.v. Perfusor) | 0,5 - 2 mcg/kg/min | - |
| Notfall (intranasal) | 0,2 - 0,3 mg/kg | Max. 10 mg (MAD-Applikator nutzen) |
Kontraindikationen
Das Kinderformularium listet folgende Kontraindikationen für die Gabe von Midazolam auf:
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Myasthenia gravis
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Schwere respiratorische Insuffizienz
-
Akute Alkoholintoxikation
Zudem wird auf dosisabhängige Nebenwirkungen wie Atemdepression und Hypotension hingewiesen.
💡Praxis-Tipp
Das Kinderformularium weist darauf hin, dass bei Kleinkindern häufiger paradoxe Reaktionen auftreten können, die sich durch Unruhe statt Sedierung äußern. Zudem wird betont, dass bei jeder Midazolam-Gabe das Antidot Flumazenil in einer Dosierung von 10 mcg/kg i.v. griffbereit sein sollte, um eine mögliche Atemdepression sofort behandeln zu können.
Häufig gestellte Fragen
Die Dosierung erfolgt altersabhängig über die buccale Schleimhaut. Laut Kinderformularium erhalten Säuglinge ab 3 Monaten 2,5 mg, Kleinkinder (1-5 Jahre) 5 mg, Schulkinder (5-10 Jahre) 7,5 mg und Kinder ab 10 Jahren 10 mg.
Die Monographie empfiehlt, die buccale Lösung gezielt in die Tasche zwischen Zahnfleisch und Wange zu applizieren. Für die Anwendung durch Eltern bei bekannter Epilepsie stehen hierfür spezielle Fertigspritzen zur Verfügung.
Die orale Gabe erfolgt in einer Dosierung von 0,3 bis 0,5 mg/kg Körpergewicht etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Eingriff. Da die Lösung sehr bitter schmeckt, wird das Mischen mit Saft oder Sirup empfohlen.
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen eine dosisabhängige Atemdepression sowie Hypotension. Insbesondere bei Kleinkindern wird laut Leitlinie zudem häufiger eine paradoxe Erregung mit Unruhe beobachtet.
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Quelle: Kinderformularium: Midazolam - Pädiatrische Dosierung (Kinderformularium / DGKJ, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.
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