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Grabenfieber (Trench Fever): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Grabenfieber (Trench Fever) wird durch das gramnegative Stäbchenbakterium Bartonella quintana verursacht. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch die Kleiderlaus, deren infizierter Kot in Hautläsionen oder Bindehäute eingerieben wird.

Historisch erlangte die Erkrankung im Ersten Weltkrieg große Bedeutung. Heutzutage tritt sie vor allem in Form kleinerer Ausbrüche bei Menschen auf, die von Obdachlosigkeit betroffen sind oder unter beengten und unhygienischen Bedingungen leben.

Das klinische Bild reicht von milden, grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Verläufen. Charakteristisch ist das sogenannte "Quintana-Fieber", ein alle fünf Tage wiederkehrendes Fieber, oft begleitet von starken Schienbeinschmerzen und einem makulopapulösen Ausschlag.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur klinischen Versorgung:

Diagnostik

Laut Leitlinie gestaltet sich die kulturelle Anzucht von Bartonella quintana als schwierig, da es sich um ein langsam wachsendes Bakterium handelt. Es wird empfohlen, Blutkulturen in EDTA-Röhrchen oder auf Kochblutagar bei 5 % Kohlendioxid für mindestens 21 Tage zu bebrüten.

Als alternative und schnellere diagnostische Methoden werden die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) sowie serologische Verfahren (IFA oder ELISA) genannt. Die Leitlinie weist darauf hin, dass akute von chronischen Infektionen durch Antikörpertiter von über 1:256 unterschieden werden können.

Therapie

Aufgrund der zunehmenden Dokumentation von Bakteriämien wird eine antibiotische Behandlung grundsätzlich empfohlen, auch wenn die Erkrankung selbstlimitierend verlaufen kann.

Für akute oder chronische Infektionen ohne Endokarditis empfiehlt die Leitlinie eine Kombinationstherapie aus Doxycyclin und Gentamicin. Bei Kontraindikationen gegen Gentamicin wird Rifampin als Alternative aufgeführt.

Komplikationen und Monitoring

Es wird dringend empfohlen, bei Patienten mit chronischem Grabenfieber eine echokardiografische Untersuchung durchzuführen, um eine mögliche Endokarditis auszuschließen. Bartonella quintana gilt als häufiger Erreger der blutkultur-negativen Endokarditis.

Bei immunsupprimierten Patienten, insbesondere bei HIV-Infektion oder nach Organtransplantation, sollte laut Leitlinie auf die Entwicklung einer bazillären Angiomatose geachtet werden.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für akute oder chronische Infektionen ohne Endokarditis vor:

MedikamentDosierungDauerIndikation / Bemerkung
Doxycyclin100 mg oder 200 mg p.o. 1x täglich4 WochenBasistherapie
Gentamicin3 mg/kg i.v. 1x täglichErste 14 TageKombinationstherapie; Spiegelkontrolle bei Niereninsuffizienz
Rifampin300 mg p.o. 2x täglichErste 14 TageAlternative zu Gentamicin bei Kontraindikationen

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Nierenfunktionseinschränkungen die Gentamicin-Spiegel engmaschig überwacht werden müssen. Bei Allergien oder anderen Kontraindikationen gegen Gentamicin wird der Einsatz von Rifampin als Alternative empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass bei Patienten mit einer blutkultur-negativen Endokarditis stets an Bartonella quintana gedacht werden sollte. Es wird empfohlen, in solchen Fällen frühzeitig eine PCR-Diagnostik sowie serologische Tests hinzuzuziehen, da die reguläre Blutkultur oft falsch-negativ bleibt.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die Übertragung hauptsächlich durch die Kleiderlaus. Der infizierte Kot der Laus wird dabei in Hautläsionen oder in die Bindehäute eingerieben.

Die Erkrankung präsentiert sich oft mit einem alle fünf Tage wiederkehrenden Fieber, dem sogenannten "Quintana-Fieber". Begleitend werden häufig starke Schienbeinschmerzen, Kopfschmerzen und ein makulopapulöser Ausschlag am Rumpf beschrieben.

Die Leitlinie empfiehlt, Blutkulturen bei Verdacht auf Bartonella quintana für mindestens 21 Tage zu bebrüten. Das Bakterium wächst sehr langsam und benötigt spezielle Bedingungen wie 5 % Kohlendioxid.

Es wird eine Kombinationstherapie aus Doxycyclin für vier Wochen und Gentamicin für die ersten 14 Tage empfohlen. Bei Kontraindikationen gegen Gentamicin kann alternativ Rifampin eingesetzt werden.

Bei Patienten mit zellulärer Immundefizienz, wie etwa bei einer HIV-Infektion, warnt die Leitlinie vor der Entwicklung einer bazillären Angiomatose. Dabei kommt es zu einer durch den Erreger induzierten Gefäßneubildung.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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