TIPS (Transjugulärer portosystemischer Shunt): StatPearls
Hintergrund
Der transjuguläre intrahepatische portosystemische Shunt (TIPS) ist ein etabliertes perkutanes Verfahren zur Senkung des portalen Hochdrucks. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Anlage eines Stents zwischen der Pfortader und der Lebervene.
Durch die Shunt-Verbindung wird das portale venöse Blut in den systemischen Kreislauf umgeleitet. Dies führt laut Leitlinie zu einer Reduktion des portosystemischen Gradienten und lindert Symptome wie Blutungen und Aszites, ohne die extrahepatische Anatomie zu verändern.
Moderne Stent-Technologien, insbesondere die Verwendung von Polytetrafluorethylen-ummantelten Stents, haben die Offenheitsraten deutlich verbessert. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines interdisziplinären Ansatzes bei der Patientenversorgung.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Anlage eines TIPS:
Vorbereitung und Diagnostik
Es wird eine umfassende klinische Evaluation inklusive Bestimmung von Leberwerten, Nierenfunktion und Gerinnungsstatus empfohlen. Vorbestehende Gerinnungsstörungen sollten laut Leitlinie vor dem Eingriff korrigiert werden.
Zur Risikostratifizierung wird die Berechnung des MELD-Scores empfohlen. Ein Score über 18 ist mit einer signifikant höheren Mortalität innerhalb von 3 Monaten nach der TIPS-Anlage assoziiert.
Zudem wird eine präinterventionelle Schnittbildgebung empfohlen. Diese dient dazu, die Durchgängigkeit der Gefäße zu dokumentieren und Tumore im Punktionsweg auszuschließen.
Indikationen
Laut Leitlinie gelten folgende Hauptindikationen für die TIPS-Anlage:
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Sekundärprävention von Varizenblutungen (Evidenzgrad 1A)
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Refraktärer Aszites (Evidenzgrad 1A)
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Refraktärer hepatischer Hydrothorax
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Budd-Chiari-Syndrom
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Hepatorenales und hepatopulmonales Syndrom
Durchführung
Es wird empfohlen, den Eingriff in Vollnarkose und unter präoperativer Antibiotikagabe durchzuführen. Bevorzugt wird ein Zugang über die rechte Vena jugularis interna.
Die Leitlinie rät zur Verwendung eines teilummantelten Stents. Der unbeschichtete Teil wird im portalvenösen Ende platziert, während der beschichtete Teil bis zur Einmündung der Lebervene in die Vena cava inferior reicht.
Bei persistierender Füllung von Varizen nach der Stent-Anlage wird eine Embolisation oder Sklerosierung empfohlen.
Nachsorge und Monitoring
Postinterventionell wird eine engmaschige Überwachung der Leberenzyme empfohlen.
Laut Leitlinie sollte innerhalb von 48 bis 72 Stunden ein Basis-Doppler-Ultraschall erfolgen. Frühere Untersuchungen können durch Lufteinschlüsse im Stentmaterial verfälscht sein.
Auf eine Shunt-Dysfunktion weisen folgende Ultraschallbefunde hin:
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Geschwindigkeiten von über 190 cm/s
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Geschwindigkeiten von unter 90 cm/s
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Geschwindigkeitsänderung von mehr als 50 cm/s im Vergleich zum Ausgangswert
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen für eine TIPS-Anlage:
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Primärprävention von Varizenblutungen
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Herzinsuffizienz und pulmonale Hypertonie
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Schwere Sepsis
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Biliäre Obstruktion
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Ausgedehnte Leberzysten
Als relative Kontraindikationen werden unter anderem Leberkrebs, Pfortaderthrombose, schwere Koagulopathie oder Thrombozytopenie sowie eine fortgeschrittene hepatische Enzephalopathie aufgeführt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die erste Ultraschallkontrolle des TIPS zu früh durchzuführen. Es wird darauf hingewiesen, dass Untersuchungen vor Ablauf von 48 bis 72 Stunden ungenau sein können, da verbliebene Luftbläschen im Stentmaterial den Ultraschall behindern und einen fehlenden Blutfluss vortäuschen können. Zudem wird betont, dass ein präinterventioneller MELD-Score über 18 mit einer deutlich erhöhten 3-Monats-Mortalität einhergeht.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Leitlinie sollte der erste Doppler-Ultraschall innerhalb von 48 bis 72 Stunden nach dem Eingriff erfolgen. Frühere Messungen werden nicht empfohlen, da Lufteinschlüsse im Stent die Ergebnisse verfälschen können.
Die Leitlinie gibt an, dass ein MELD-Score von über 18 ein Prädiktor für eine signifikant höhere Mortalität innerhalb der ersten drei Monate nach der TIPS-Anlage ist.
Es wird auf eine Dysfunktion hingewiesen, wenn die Doppler-Geschwindigkeiten über 190 cm/s oder unter 90 cm/s liegen. Auch eine Veränderung von mehr als 50 cm/s im Vergleich zum Basiswert gilt laut Leitlinie als auffällig.
Gemäß der Leitlinie ist die Shunt-bedingte Enzephalopathie eine häufige unmittelbare Komplikation. Sie tritt bei etwa 30 bis 46 Prozent der behandelten Personen auf.
Nein, die Leitlinie stuft den Einsatz eines TIPS zur primären Prävention von Varizenblutungen als absolute Kontraindikation ein. Er ist primär für die Sekundärprävention vorgesehen.
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Quelle: StatPearls: Transjugular Intrahepatic Portosystemic Shunt (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.