StatPearls2026

Ösophagusvarizen: StatPearls Leitlinien-Zusammenfassung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ösophagusvarizen sind erweiterte submuköse Venen im distalen Ösophagus, die als portosystemische Kollateralen fungieren. Sie entstehen infolge einer portalen Hypertension, deren häufigste Ursache die Leberzirrhose ist.

Der normale Pfortaderdruck liegt zwischen 5 und 10 mmHg. Bei einer Obstruktion kann der Druck auf 15 bis 20 mmHg ansteigen, was zur Ausbildung von Kollateralen und schließlich zur Varizenbildung führt.

Die Ruptur dieser Varizen stellt die häufigste tödliche Komplikation der Leberzirrhose dar. Die Schwere der zugrundeliegenden Lebererkrankung korreliert dabei direkt mit dem Vorhandensein von Varizen und dem Blutungsrisiko.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen zum Management von Ösophagusvarizen:

Diagnostik

Zur initialen Evaluation wird eine umfassende Labordiagnostik empfohlen. Dabei wird die Thrombozytopenie als sensitivster und spezifischster Laborparameter für eine portale Hypertension und große Ösophagusvarizen hervorgehoben.

Als Goldstandard zur Diagnose einer klinisch signifikanten portalen Hypertension gilt die Messung des hepatischen Venendruckgradienten (HVPG) mit Werten über 10 mmHg.

Die Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) wird als zentrales Verfahren zur Identifikation und Behandlung blutender sowie nicht-blutender Varizen empfohlen.

Akutmanagement bei Blutung

Bei einer akuten Varizenblutung steht die hämodynamische Stabilisierung im Vordergrund. Es wird empfohlen, eine Übertransfusion zu vermeiden, da diese den Pfortaderdruck und somit das Rezidivblutungsrisiko erhöht.

Zur medikamentösen Senkung des Pfortaderdrucks wird die intravenöse Gabe von Octreotid oder Terlipressin als Adjuvans zur endoskopischen Therapie empfohlen. Zusätzlich sollte 30 bis 120 Minuten vor der Endoskopie Erythromycin verabreicht werden.

Die dringliche Endoskopie mit Varizenligatur wird als bevorzugte Methode gegenüber der Sklerotherapie eingestuft. Sie weist niedrigere Rezidivraten und weniger Komplikationen auf.

Da Infektionen häufige Komplikationen darstellen, wird eine antibiotische Prophylaxe für bis zu eine Woche empfohlen.

Prophylaxe und Langzeitmanagement

Zur Primärprophylaxe der ersten Blutung wird der Einsatz von nicht-selektiven Betablockern (NSBB) empfohlen. Diese senken den Pfortaderdruck effektiv.

Zur Sekundärprophylaxe (Verhinderung von Rezidivblutungen) wird eine Kombination aus NSBB und endoskopischer Bandligatur empfohlen. Die Ligatur sollte alle 1 bis 4 Wochen wiederholt werden, bis die Varizen obliteriert sind.

Bei Versagen der endoskopischen und medikamentösen Therapien wird die Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) als Zweitlinientherapie empfohlen.

Dosierung

MedikamentDosierungIndikation
Octreotid50 µg als IV-Bolus, gefolgt von 50 µg/h als DauerinfusionAkute Varizenblutung
Terlipressin2 mg IV alle 4 Stunden für 24-48 Stunden, danach 1 mg alle 4 StundenAkute Varizenblutung (Alternative)
Erythromycin250 mg IV 30 bis 120 Minuten vor der InterventionVorbereitung zur Endoskopie
Norfloxacin400 mg oralAntibiotikaprophylaxe bei Blutung
Ceftriaxon1 g IV alle 24 Stunden für bis zu eine WocheAntibiotikaprophylaxe bei Blutung
Carvedilol6,25 mg täglichPrimärprophylaxe
Lansoprazol30 mg/TagBegleittherapie bis zur Varizenobliteration durch Ligatur

Kontraindikationen

Bei einer akuten Blutung wird ausdrücklich vor der Gabe von Betablockern gewarnt. Diese senken den Blutdruck und dämpfen den physiologischen Anstieg der Herzfrequenz während der akuten Hämorrhagie.

Zudem wird in der Akutphase von der Verwendung von Sedativa und nephrotoxischen Medikamenten abgeraten.

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💡Praxis-Tipp

Der Text warnt davor, bei einer akuten Varizenblutung zu aggressiv mit Volumen oder Blutprodukten zu transfundieren. Eine Übertransfusion erhöht den Pfortaderdruck weiter und steigert somit das Risiko für eine erneute Blutung signifikant. Zudem wird betont, dass Betablocker in der akuten Blutungsphase zwingend pausiert werden müssen, um die physiologische Kreislaufkompensation nicht zu unterdrücken.

Häufig gestellte Fragen

Laut Text wird die endoskopische Varizenligatur (Gummibandligatur) gegenüber der Sklerotherapie bevorzugt. Sie weist niedrigere Rezidivblutungsraten, eine schnellere Blutungsstillung und weniger Komplikationen auf.

Bis zu zwei Drittel der Betroffenen entwickeln bei einer Varizenblutung eine Infektion, wie beispielsweise eine spontan bakterielle Peritonitis oder Pneumonie. Daher wird eine prophylaktische Antibiose mit Ceftriaxon oder Norfloxacin für bis zu eine Woche empfohlen.

Ein hepatischer Venendruckgradient (HVPG) von über 10 mmHg gilt als Goldstandard für die Diagnose einer klinisch signifikanten portalen Hypertension. Bei diesem Druckniveau steigt das Risiko für die Bildung und Ruptur von Varizen deutlich an.

Zur Verhinderung der ersten Blutung wird der Einsatz von nicht-selektiven Betablockern (NSBB) wie Carvedilol empfohlen. Diese senken den Pfortaderdruck effektiv und reduzieren das Blutungsrisiko von 25 % auf 15 %.

Die endoskopische Varizenligatur sollte laut Text alle 1 bis 4 Wochen wiederholt werden. Dies wird fortgeführt, bis die Varizen vollständig obliteriert sind.

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Quelle: StatPearls: Esophageal Varices (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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