Thorakotomie: Indikationen und Techniken laut StatPearls
Hintergrund
Die Thorakotomie ist ein chirurgischer Zugangsweg zur Eröffnung der Brusthöhle. Laut der StatPearls-Übersicht wird dieser Eingriff genutzt, um Organe wie Herz, Lunge, große Gefäße und die Speiseröhre operativ zu erreichen.
Die Wahl des spezifischen Zugangs hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung und der anatomischen Lage der Zielstrukturen ab. Eine Thorakotomie wird häufig als Alternative zur medianen Sternotomie gewählt, insbesondere wenn letztere als zu riskant eingestuft wird.
Da Patienten, die sich diesem Eingriff unterziehen, oft an multiplen Begleiterkrankungen leiden, ist das perioperative Risiko erhöht. Die Leitlinie betont daher die Wichtigkeit einer sorgfältigen interprofessionellen Betreuung zur Minimierung der Morbidität.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende Kernaspekte für die Durchführung einer Thorakotomie:
Indikationsstellung
Eine Thorakotomie ist laut Quelle indiziert bei chirurgisch zu behandelnden Erkrankungen der distalen Aorta, des Herzens, der Lunge oder der Speiseröhre. Es wird darauf hingewiesen, dass ein rechtsseitiger Zugang für den mittleren Ösophagus und ein linksseitiger Zugang für den distalen Ösophagus bevorzugt wird.
Vorbereitung
Vor dem Eingriff wird eine sorgfältige Bildgebung empfohlen, insbesondere bei Patienten mit vorheriger Sternotomie. Die Hautdesinfektion sollte gemäß den Vorgaben mit Jod- oder Chlorhexidin-Lösungen vom Kinn bis zu den Zehen erfolgen.
Zugangstechniken
Für die verschiedenen Zugangswege werden spezifische Vorgehensweisen beschrieben:
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Supramammär anterolateral: Der Schnitt erfolgt zwischen der zweiten und dritten Rippe. Die Arteria thoracica interna muss visualisiert und ligiert werden, um Blutungen zu vermeiden.
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Inframammär anterolateral: Der Zugang erfolgt über die vierte oder fünfte Interkostalspalte. Der Musculus latissimus dorsi sollte geschont und lediglich retrahiert werden.
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Posterolateral: Der Patient wird in Seitenlage positioniert. Der Schnitt verläuft von der inframammären Falte bis unter die Skapulaspitze.
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Muskelschonend: Ein vertikaler midaxillärer Schnitt wird genutzt, wobei die Muskulatur (M. latissimus dorsi und M. serratus anterior) retrahiert statt durchtrennt wird.
Postoperatives Management
Um Komplikationen wie Pneumonien oder einem Post-Thorakotomie-Schmerzsyndrom vorzubeugen, wird eine frühzeitige Mobilisation empfohlen. Die Leitlinie rät zu folgenden Maßnahmen:
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Adäquate und rechtzeitige Schmerztherapie
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Regelmäßige Nutzung der inspirometrischen Atemtherapie
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Frühzeitige Mobilisation auf den Fluren
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Engmaschige Überwachung des respiratorischen und kardiovaskulären Status
Kontraindikationen
Laut der StatPearls-Übersicht gelten folgende Umstände als Kontraindikationen für eine Thorakotomie:
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Vorangegangene Thorakotomie an der geplanten Inzisionsstelle (macht einen erneuten Zugang unsicher)
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Ausgeprägte Gebrechlichkeit (Frailty), die eine Narkose nicht zulässt
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Fehlender zu erwartender operativer Nutzen für den Patienten
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt nachdrücklich davor, bei der Eröffnung des Interkostalraums den neurovaskulären Bündeln zu nahe zu kommen. Es wird betont, dass die interkostale Muskulatur stets am Oberrand der unteren Rippe durchtrennt werden muss, um schwere Blutungen und Nervenschäden am Unterrand der oberen Rippe zu vermeiden. Zudem wird bei einem rechtsseitigen supramammären Zugang auf die zwingende Ligatur der Arteria thoracica interna hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird eine Thorakotomie oft bei Patienten gewählt, für die eine mediane Sternotomie als zu unsicher gilt. Dies betrifft insbesondere Hochrisikopatienten, die bereits eine vorangegangene Sternotomie (Re-Do-Eingriff) hatten.
Die Übersicht gibt an, dass ein rechtsseitiger Zugang am besten für Pathologien des mittleren Ösophagus geeignet ist. Für Erkrankungen des distalen Ösophagus wird hingegen eine linksseitige Thorakotomie bevorzugt.
Der Text definiert das Post-Thorakotomie-Schmerzsyndrom als Schmerzen entlang der Inzisionsstelle, die länger als zwei Monate nach der Operation anhalten. Eine adäquate Schonung der Interkostalnerven während des Eingriffs wird zur Prävention empfohlen.
Für diesen Zugang wird der Patient gemäß der Leitlinie in eine Seitenlage (Lateral-Dekubitus-Position) gebracht. Der ipsilaterale Arm wird dabei nach vorne und kopfwärts angehoben, um über dem Kopf zu ruhen.
Bei der vertikalen midaxillären muskelschonenden Thorakotomie werden der Musculus latissimus dorsi und der Musculus serratus anterior nicht durchtrennt. Stattdessen wird beschrieben, dass diese Muskeln lediglich retrahiert oder von ihren Rippenansätzen gelöst werden.
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Quelle: StatPearls: Thoracotomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.