Splenektomie: StatPearls
Hintergrund
Die Splenektomie ist ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der Milz. Dieser Artikel fasst die Empfehlungen der StatPearls-Leitlinie zusammen.
Die Milz spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem, bei der Filterung von Krankheitserregern und dem Abbau alter Erythrozyten. Der Eingriff wird bei verschiedenen benignen und malignen Erkrankungen, traumatischen Verletzungen oder aus anatomischen Gründen durchgeführt.
Minimalinvasive Techniken wie die laparoskopische oder roboterassistierte Splenektomie gelten heute als Standard für elektive Eingriffe. Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos nach der Milzentfernung ist eine strukturierte Nachsorge essenziell.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Durchführung einer Splenektomie:
Indikationen
Die Entfernung der Milz wird laut Leitlinie unter anderem bei folgenden Krankheitsbildern empfohlen:
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Hämatologische Erkrankungen: Kongenitale hämolytische Anämien (z. B. Sichelzellanämie, Thalassämie), Immunthrombozytopenie (ITP) und hämatologische Malignome.
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Trauma und Ruptur: Die Milz ist das am häufigsten betroffene Organ bei stumpfen Bauchtraumata.
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Anatomische Notwendigkeit: En-bloc-Resektionen bei Pankreas- oder Magenkarzinomen.
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Weitere Ursachen: Hypersplenismus, Stoffwechselerkrankungen (z. B. Morbus Gaucher) und intrinsische Milzerkrankungen (Zysten, Hämangiome).
Präoperative Diagnostik und Vorbereitung
Vor einer elektiven laparoskopischen Splenektomie wird eine Ultraschalluntersuchung des Abdomens zur Bestimmung der Milzgröße empfohlen. Bei Patienten mit ITP oder Malignomen sollte ein hochauflösendes CT durchgeführt werden, um Nebenmilzen zu identifizieren.
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der präoperativen Optimierung:
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Bei autoimmuner Thrombozytopenie und Thrombozyten unter 20 x 10^9/L wird eine Vorbehandlung mit Kortikosteroiden oder Immunglobulinen empfohlen.
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Bei myelodysplastischen Erkrankungen sollte trotz normaler Zellzahlen eine Thrombozytentransfusion erwogen werden, da die Blutplättchen oft nicht funktionsfähig sind.
Impfprophylaxe
Eine Impfung gegen bekapselte Bakterien (Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis, Haemophilus influenzae) ist zwingend erforderlich, um einer Postsplenektomie-Sepsis (OPSI) vorzubeugen.
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Bei elektiven Eingriffen wird die Impfung etwa 2 Wochen vor der Operation empfohlen.
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Bei Notfall-Splenektomien sollte die Impfung etwa 2 Wochen nach dem Eingriff erfolgen.
Operationstechniken
Minimalinvasive Verfahren werden gegenüber der offenen Chirurgie bevorzugt, da sie mit geringeren Komplikationsraten assoziiert sind. Bei massiver Splenomegalie kann eine handassistierte laparoskopische Splenektomie (HALS) durchgeführt werden.
Komplikationsmanagement
Die Leitlinie klassifiziert die möglichen Komplikationen nach ihrem zeitlichen Auftreten:
| Zeitpunkt | Typische Komplikationen | Klinische Relevanz |
|---|---|---|
| Intraoperativ | Blutungen, Verletzung von Magen, Kolon oder Pankreas | Bei Pankreasverletzungen (ca. 15 % bei Laparoskopie) wird eine Drainagenanlage empfohlen. |
| Früh postoperativ (< 3 Monate) | OPSI, Blutungen, intraabdominelle Abszesse, venöse Thromboembolien | Portalvenenthrombosen treten bei ca. 8,1 % der Patienten auf. |
| Spät postoperativ | Infektionen, erhöhtes Krebsrisiko, Narbenhernien | Das OPSI-Lebenszeitrisiko liegt bei 1-3 %, das Risiko für eine tödliche Sepsis ist 200-fach erhöht. |
Kontraindikationen
Es gibt laut Leitlinie keine absoluten Kontraindikationen für eine Splenektomie.
Relative Kontraindikationen oder erschwerende Faktoren sind eine massive Splenomegalie (Milzgewicht über 1000 bis 2000 g) und eine portale Hypertension.
Bei diesen Bedingungen besteht ein erhöhtes Blutungsrisiko, eine verlängerte Operationszeit und eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Konversion zur offenen Chirurgie.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt eindringlich vor der Postsplenektomie-Sepsis (OPSI), die eine Mortalitätsrate von bis zu 70 % aufweist. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass Impfungen gegen bekapselte Bakterien bei elektiven Eingriffen zwingend zwei Wochen präoperativ und bei Notfällen zwei Wochen postoperativ erfolgen müssen. Zudem wird empfohlen, intraoperativ stets auf das Vorhandensein von Nebenmilzen zu achten, um ein Therapieversagen bei hämatologischen Erkrankungen zu vermeiden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird empfohlen, die Impfungen gegen bekapselte Bakterien etwa zwei Wochen vor dem elektiven Eingriff durchzuführen. Dies ermöglicht den Aufbau einer adäquaten Immunantwort.
Die drei häufigsten Erreger sind Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis und Haemophilus influenzae. Gegen diese Erreger wird eine konsequente Impfprophylaxe empfohlen.
Eine massive Splenomegalie (über 1000 bis 2000 g) ist keine absolute Kontraindikation, erschwert jedoch den laparoskopischen Eingriff erheblich. In solchen Fällen wird laut Leitlinie häufiger eine Konversion zur offenen Chirurgie notwendig.
Die Leitlinie gibt die Inzidenz einer Portalvenenthrombose nach dem Eingriff mit etwa 8,1 % an. Sie stellt eine häufige und schwere frühe postoperative Komplikation dar.
Bei Patienten mit autoimmuner Thrombozytopenie und Thrombozytenwerten unter 20 x 10^9/L wird eine präoperative Behandlung mit Kortikosteroiden oder Immunglobulinen empfohlen. Dies dient der Reduktion des intraoperativen Blutungsrisikos.
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Quelle: StatPearls: Splenectomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.