Nebenmilz (Accessory Spleen): StatPearls Zusammenfassung
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf der StatPearls-Zusammenfassung zur Anatomie und klinischen Bedeutung der Nebenmilz (Accessory Spleen).
Eine Nebenmilz ist eine gutartige und meist asymptomatische Ansammlung von Milzgewebe außerhalb der normalen Milz. Schätzungsweise 10 bis 30 % der Bevölkerung weisen eine oder mehrere Nebenmilzen auf, die typischerweise etwa einen Zentimeter groß sind.
Die Entstehung beruht auf einer Entwicklungsanomalie während der Embryonalzeit. Dabei kommt es zu einer unvollständigen Verschmelzung mesenchymaler Knospen oder zu einer Mitnahme von Milzgewebe durch den Descensus der Gonaden (splenogonadale Fusion).
Nebenmilzen sind morphologisch und physiologisch identisch mit normalem Milzgewebe. Sie werden durch Äste der Arteria lienalis versorgt und können auch nach einer vollständigen Splenektomie die volle Funktion der Milz aufrechterhalten.
Empfehlungen
Der Text beschreibt folgende klinische und diagnostische Schwerpunkte:
Diagnostik und Bildgebung
In bildgebenden Verfahren, insbesondere in CT-Scans, können Nebenmilzen leicht mit Lymphknoten, Neoplasien oder einer Splenose verwechselt werden. Zur definitiven Diagnosestellung wird der Einsatz der Nuklearmedizin beschrieben.
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Die Szintigrafie mit 99mTc-Nanokolloid gilt als Methode der Wahl zur Bestätigung.
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Milzgewebe reichert das Nanokolloid stark an, was eine Abgrenzung zu Lymphknoten oder Tumoren ermöglicht.
Differenzialdiagnose: Nebenmilz vs. Splenose
Es wird betont, dass eine angeborene Nebenmilz von einer traumatisch bedingten Splenose unterschieden werden muss. Die Unterscheidung erfolgt anhand histologischer und anatomischer Merkmale:
| Merkmal | Nebenmilz (Accessory Spleen) | Splenose (Splenosis) |
|---|---|---|
| Ursache | Entwicklungsanomalie | Trauma mit Gewebeabsprengung |
| Kapsel | Dicke Kapsel vorhanden | Fehlt oder ist unvollständig |
| Glatte Muskulatur | Vorhanden (Aktin-positiv) | Fehlt |
| Blutversorgung | Arteria lienalis | Lokale Gefäßrekrutierung |
Klinische Bedeutung und chirurgische Therapie
Eine therapeutische Intervention ist laut Text in zwei Hauptszenarien erforderlich:
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Therapeutische Splenektomie: Bei Bluterkrankungen wie der hämolytischen Anämie oder der chronischen idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP) müssen zwingend alle Nebenmilzen entfernt werden. Ein Belassen des Gewebes führt zu einem Fortbestehen der Symptome.
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Torsion der Nebenmilz: Eine Verdrehung des Gefäßstiels kann zu Flankenschmerzen, Übelkeit, Infarkten oder einem hämorrhagischen Schock führen und erfordert eine chirurgische Entfernung.
Anatomische Lokalisationen
Nebenmilzen können an verschiedenen Orten im Abdomen und Becken auftreten:
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Etwa 75 % befinden sich im Milzhilum.
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Etwa 20 % liegen in der Nähe des Pankreasschwanzes.
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Die restlichen 5 % verteilen sich auf gastrosplenische Ligamente, Magen- oder Darmwand, Omentum majus, Mesenterium sowie Becken oder Skrotum.
💡Praxis-Tipp
Bei einer therapeutischen Splenektomie aufgrund von hämatologischen Erkrankungen (wie ITP oder hämolytischer Anämie) ist zwingend auf das Vorhandensein von Nebenmilzen zu achten. Wird dieses ektopische, aber voll funktionsfähige Milzgewebe nicht vollständig entfernt, kommt es zu einem Therapieversagen und dem Fortbestehen der Grunderkrankung.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Text befinden sich etwa 75 % aller Nebenmilzen im Milzhilum. Weitere 20 % sind in der Nähe des Pankreasschwanzes lokalisiert.
Eine Nebenmilz ist eine angeborene Entwicklungsanomalie, die durch die Arteria lienalis versorgt wird und eine dicke Kapsel besitzt. Eine Splenose entsteht hingegen durch ein Trauma, bei dem Milzgewebe absprengt wird und sich lokal eine neue Blutversorgung sucht.
Zur sicheren Differenzierung von Lymphknoten oder Tumoren wird eine Szintigrafie mit 99mTc-Nanokolloid beschrieben. Das Milzgewebe reichert diesen Tracer spezifisch und stark an.
Eine chirurgische Entfernung ist bei einer symptomatischen Torsion der Nebenmilz indiziert. Zudem muss sie bei einer therapeutischen Splenektomie wegen Bluterkrankungen zwingend mitentfernt werden.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Abdomen and Pelvis: Accessory Spleen (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.