StatPearls2026

Asplenie: Leitlinien-Zusammenfassung nach StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Asplenie beschreibt das Fehlen einer normalen Milzfunktion, was entweder anatomisch oder funktionell bedingt sein kann. Häufige Ursachen sind chirurgische Entfernungen nach Traumata, hämatologische Erkrankungen wie die Sichelzellanämie oder gastrointestinale Störungen.

Die Milz spielt eine zentrale Rolle bei der Filterung von überalterten Erythrozyten und der Immunabwehr gegen bekapselte Bakterien. Ein Funktionsverlust führt zu einem stark erhöhten Risiko für das lebensbedrohliche OPSI-Syndrom (Overwhelming Post-Splenectomy Infection).

Zusätzlich zur Infektionsgefahr geht die Asplenie mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse und pulmonale Hypertonie einher. Auch die Anfälligkeit für parasitäre Infektionen wie Malaria oder Babesiose ist laut Leitlinie deutlich gesteigert.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Management:

Diagnostik

  • Bei Verdacht auf eine funktionelle Asplenie wird die Untersuchung eines peripheren Blutausstrichs auf Howell-Jolly-Körperchen und stark vakuolisierte Erythrozyten empfohlen.

  • Zur Bestätigung der anatomischen Verhältnisse können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT eingesetzt werden.

  • Bei unklaren Befunden wird eine Milzszintigraphie als spezifische Methode beschrieben, um fehlendes Milzgewebe nachzuweisen.

Prävention

  • Es wird eine umfassende Immunisierung gegen bekapselte Bakterien empfohlen, idealerweise vor einer geplanten Splenektomie.

  • Die Leitlinie rät zu regelmäßigen Auffrischimpfungen für Pneumokokken und Meningokokken.

  • Eine jährliche Influenza-Impfung sowie eine COVID-19-Impfung werden für alle Betroffenen dringend angeraten.

Akutmanagement

  • Fieber bei Asplenie stellt einen medizinischen Notfall dar und erfordert eine sofortige klinische Evaluation.

  • Bei Verdacht auf Sepsis wird der Beginn einer empirischen Breitbandantibiose innerhalb von 1 Stunde empfohlen.

  • Eine rasche intravenöse Volumentherapie und bei Bedarf der Einsatz von Vasopressoren werden als essenziell beschrieben.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Zeitpunkte und Indikationen für Impfungen und Prophylaxen:

MaßnahmeZeitpunkt / IntervallZielgruppe
Pneumokokken-Konjugat (PCV13)Mindestens 8 Wochen vor SplenektomieAlle Patienten
Pneumokokken-Polysaccharid (PPSV23)Mindestens 14 Tage vor SplenektomieAlle Patienten
Haemophilus influenzae Typ b (Hib)Mindestens 14 Tage vor SplenektomieAlle Patienten
Meningokokken-KonjugatMindestens 14 Tage vor SplenektomieAlle Patienten
PPSV23-Auffrischung5 Jahre postoperativ und ab 65 JahrenAlle Patienten
Meningokokken-AuffrischungAlle 5 JahreAlle Patienten
Herpes zoster (rekombinant)EinmaligPatienten ab 50 Jahren
Penicillin-ProphylaxeKontinuierlich bis zum 5. LebensjahrKinder mit Asplenie
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt eindringlich davor, Fieber bei Asplenie zu unterschätzen, da sich rasch eine lebensbedrohliche Postsplenektomie-Sepsis (OPSI) entwickeln kann. Es wird betont, dass betroffene Erwachsene stets sofortigen Zugang zu Notfall-Antibiotika haben sollten. Bei einem Sepsisverdacht ist die Einleitung einer intravenösen Antibiose innerhalb der ersten Stunde entscheidend für das Überleben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie besteht eine stark erhöhte Anfälligkeit für bekapselte Erreger. Dazu gehören vor allem Streptococcus pneumoniae, Haemophilus influenzae und Neisseria meningitidis.

Die Leitlinie empfiehlt, den Pneumokokken-Konjugatimpfstoff mindestens 8 Wochen vor dem Eingriff zu verabreichen. Weitere Impfungen wie PPSV23, Hib und Meningokokken sollten spätestens 14 Tage vor der Operation abgeschlossen sein.

Eine routinemäßige dauerhafte Antibiotikaprophylaxe wird für Erwachsene im Gegensatz zu Kindern unter 5 Jahren nicht empfohlen. Es wird jedoch angeraten, dass Erwachsene bei fieberhaften Infekten sofortigen Zugang zu einer antibiotischen Notfalltherapie haben.

Es wird empfohlen, die PPSV23-Impfung 5 Jahre nach der Splenektomie sowie im Alter von 65 Jahren aufzufrischen. Die Meningokokken-Impfung sollte gemäß Leitlinie alle 5 Jahre wiederholt werden.

Im peripheren Blutausstrich finden sich typischerweise Howell-Jolly-Körperchen und sogenannte "pitted" Erythrozyten. Zudem können eine Thrombozytose und eine Monozytose auftreten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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