StatPearls2026

Nierenfunktionstests: StatPearls-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Nieren spielen eine essenzielle Rolle bei der Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten, der Regulation des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie der Hormonproduktion. Laut der StatPearls-Leitlinie ist die Beurteilung der Nierenfunktion entscheidend für die Diagnose und Überwachung von Nierenerkrankungen.

Weltweit sind Bluthochdruck und Diabetes mellitus die häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenerkrankung (CKD). Die Prävalenz der CKD liegt in der Gesamtbevölkerung bei etwa 14 Prozent.

Zur Beurteilung der Nierenfunktion stehen verschiedene laborchemische Parameter zur Verfügung. Die wichtigsten klinischen Tests umfassen die Schätzung der glomerulären Filtrationsrate (eGFR) und die Quantifizierung einer Proteinurie oder Albuminurie.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen zur Durchführung und Interpretation von Nierenfunktionstests.

Präanalytik und Probengewinnung

Für die Bestimmung von Serumkreatinin und Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) ist in der Regel eine zufällige Blutprobe ausreichend. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine kürzlich erfolgte hohe Proteinaufnahme die Werte signifikant erhöhen kann.

Für die Bestimmung der Kreatininclearance wird eine exakt getimte Urinsammlung über 5 bis 8 Stunden gegenüber einer 24-Stunden-Sammlung bevorzugt. Dies minimiert laut Leitlinie Fehler durch Unter- oder Übersammlung, insbesondere im ambulanten Bereich.

Für die Urinanalyse wird die Gewinnung von Mittelstrahlurin empfohlen. Dadurch wird eine Kontamination mit Epithelzellen und kommensalen Bakterien reduziert.

Glomeruläre Filtrationsrate (GFR)

Die GFR gilt als bester Gesamtindikator der Nierenfunktion. Als exogen verabreichte Referenzsubstanz wird Inulin genannt, im klinischen Alltag wird jedoch meist das endogene Kreatinin genutzt.

Bei der Nutzung von Kreatinin ist zu beachten, dass es die GFR aufgrund der tubulären Sekretion um etwa 10 bis 20 Prozent überschätzt. Zudem sinkt die Nierenfunktion oft um bis zu 50 Prozent, bevor ein Anstieg des Serumkreatinins messbar wird.

Für die Schätzung der GFR (eGFR) bei Erwachsenen wird die CKD-EPI-Gleichung empfohlen. Die Leitlinie betont den aktuellen Trend, den Faktor "Rasse" aus den GFR-Berechnungen zu entfernen, und verweist auf neuere Gleichungen, die Kreatinin und Cystatin C ohne diesen Faktor kombinieren.

Für Kinder wird die Verwendung der Schwartz-Formel (CKiD) basierend auf Körpergröße und Serumkreatinin empfohlen.

Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung (CKD)

Die Leitlinie nutzt die KDIGO-Klassifikation zur Einteilung der CKD basierend auf der GFR:

KDIGO-StadiumGFR (mL/min/1.73 m²)Beschreibung
Stadium 1> 90Normale GFR mit Zeichen eines Nierenschadens
Stadium 260 - 89Leicht verringerte GFR
Stadium 3a45 - 59Leicht bis moderat verringerte GFR
Stadium 3b30 - 44Moderat bis schwer verringerte GFR
Stadium 415 - 29Schwer verringerte GFR
Stadium 5< 15Terminales Nierenversagen (ESRD)

Albuminurie und Proteinurie

Die Bestimmung der Albuminurie dient der Erkennung einer beginnenden Nephropathie, insbesondere bei Diabetes mellitus. Die Leitlinie klassifiziert die Albuminurie nach KDIGO wie folgt:

KDIGO-KategorieAlbumin-Kreatinin-Quotient (mg/g)
A1< 30
A230 - 300
A3> 300

Differenzierung der akuten Nierenschädigung (AKI)

Zur Unterscheidung zwischen prärenalen und intrinsischen Ursachen einer akuten Nierenschädigung wird die Bestimmung der fraktionellen Natriumexkretion (FeNa) sowie des BUN-Kreatinin-Quotienten herangezogen.

ParameterPrärenale UrsacheIntrinsische Ursache
BUN-Kreatinin-Quotientca. 20:1ca. 10:1
Fraktionelle Natriumexkretion (FeNa)< 1 %> 2 %
Urinosmolalität> 500 mOsm/kgca. 300 mOsm/kg

Es wird darauf hingewiesen, dass die FeNa bei Personen unter Diuretikatherapie nicht zuverlässig ist.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor falsch-negativen Ergebnissen im Urinstreifentest durch die Einnahme von Ascorbinsäure (Vitamin C). Dies betrifft insbesondere die Nachweise von Hämoglobin, Leukozytenesterase, Nitrit und Glukose. Zudem wird darauf hingewiesen, dass ein positiver Blutnachweis im Urinstick bei gleichzeitig fehlenden Erythrozyten im Sediment auf eine Rhabdomyolyse (Myoglobinurie) hindeutet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Verwendung der CKD-EPI-Gleichung empfohlen. Es wird zunehmend angeraten, auf den Faktor "Rasse" bei der Berechnung zu verzichten und stattdessen neuere Formeln mit Cystatin C zu nutzen.

Cystatin C ist unabhängig von Muskelmasse, Alter und Ernährung. Die Leitlinie beschreibt es als zuverlässigeren Marker insbesondere bei beginnender Niereninsuffizienz, wenn die Kreatininwerte noch im Normbereich liegen.

Es wird die Berechnung der fraktionellen Natriumexkretion (FeNa) empfohlen. Ein Wert unter 1 Prozent spricht für eine prärenale Ursache, während ein Wert über 2 Prozent auf eine intrinsische Nierenschädigung hindeutet.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass ungenaue Sammelzeiten und Unter- oder Übersammlungen die Ergebnisse stark verfälschen. Daher wird im ambulanten Bereich oft eine exakt getimte Sammlung über 5 bis 8 Stunden bevorzugt.

Dieser Quotient hilft bei der Differenzierung von Nierenschäden. Ein Verhältnis von etwa 20:1 deutet auf eine prärenale Ursache hin, während ein Verhältnis von 10:1 eher bei intrinsischen Nierenerkrankungen auftritt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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