StatPearls2026

Dekubitus (Pressure Injury): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie fasst den aktuellen Wissensstand zu Dekubitalgeschwüren (Pressure Injuries) zusammen. Es handelt sich dabei um lokalisierte Schädigungen der Haut und des darunter liegenden Weichteilgewebes, die meist über knöchernen Vorsprüngen entstehen.

Als Hauptursache wird ein anhaltender Druck in Kombination mit Scherkräften und Reibung genannt. Dies führt zu einer Gewebeischämie und bei anhaltender Unterversorgung zu Nekrosen.

Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen Immobilität, verminderte Durchblutung, Mangelernährung und sensorische Ausfälle. Auch ein höheres Lebensalter sowie Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus erhöhen das Risiko für die Entstehung signifikant.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Behandlung:

Diagnostik und Wundbeurteilung

Laut Leitlinie wird eine detaillierte klinische Untersuchung der Wunde empfohlen. Dabei sollen Länge, Breite und Tiefe sowie das Vorhandensein von Sinustrakten, nekrotischem Gewebe, Exsudat und Granulation dokumentiert werden.

Zur Beurteilung möglicher Heilungshindernisse wird eine laborchemische Untersuchung angeraten. Diese sollte gemäß Leitlinie folgende Parameter umfassen:

  • Blutbild und umfassendes metabolisches Profil

  • HbA1c-Wert zur Beurteilung der Stoffwechsellage

  • Albumin und Präalbumin zur Einschätzung des Ernährungszustands

Die Leitlinie weist darauf hin, dass oberflächliche Wundabstriche klinisch oft wenig hilfreich sind, da sie meist nur eine Kolonisation widerspiegeln. Bei Verdacht auf eine tiefe Infektion sollten stattdessen Kulturen aus tiefem Gewebe oder Knochen gewonnen werden.

Stadieneinteilung

Die Klassifikation von Dekubitalgeschwüren erfolgt gemäß Leitlinie nach dem System des National Pressure Injury Advisory Panel (NPUAP):

StadiumKlinische Merkmale
Stadium 1Nicht wegdrückbare Erytheme bei intakter Haut, die länger als 1 Stunde nach Druckentlastung bestehen bleiben.
Stadium 2Teilverlust der Haut mit freiliegender Dermis oder Blasenbildung.
Stadium 3Vollständiger Gewebeverlust der Haut, subkutanes Fett kann sichtbar sein.
Stadium 4Vollständiger Gewebeverlust mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Gelenken.
Nicht einstufbarWundgrund ist durch Schorf oder Nekrosen verdeckt, was eine genaue Klassifikation verhindert.
Tiefe GewebeschädigungAnhaltend nicht wegdrückbare, tiefrote bis violette Verfärbung oder blutgefüllte Blase.

Druckentlastung und Lagerung

Zur Prävention und Behandlung wird eine konsequente Druckentlastung durch Lagerungswechsel und spezielle Unterstützungsflächen empfohlen. Für Personen mit erhöhtem Risiko wird die Nutzung von fortschrittlichen statischen Matratzen (z. B. aus Schaumstoff, Schaffell oder Gel) angeraten (moderate Evidenz).

Von der routinemäßigen Verwendung von Wechseldruckmatratzen bei dieser Gruppe wird laut Leitlinie abgeraten.

Wundversorgung und adjuvante Therapien

Die Wahl der Wundauflage richtet sich nach dem Stadium der Läsion. Für Stadium 1 werden transparente Folienverbände empfohlen, während für Stadium 2 ein feuchtes Wundmilieu durch okklusive oder nicht-okklusive Verbände angestrebt wird.

Bei Läsionen der Stadien 3 und 4 wird ein Debridement von nekrotischem Gewebe empfohlen, um die Heilung zu fördern und das Infektionsrisiko zu senken. Zur Reduktion der Wundgröße wird die Verwendung von Schaumstoff- oder Hydrokolloidverbänden angeraten.

Als ergänzende Maßnahme zur Beschleunigung der Wundheilung wird eine elektrische Stimulation empfohlen (moderate Evidenz). Für andere adjuvante Verfahren wie therapeutischen Ultraschall oder hyperbare Sauerstofftherapie liegt laut Leitlinie keine ausreichende Evidenz vor.

Ernährung und Schmerzmanagement

Es wird eine Optimierung der Kalorien- und Proteinzufuhr empfohlen, insbesondere bei Läsionen im Stadium 3 und 4. Eine Supplementierung mit Proteinen oder Aminosäuren wird zur Verkleinerung der Wundfläche angeraten (niedrige Evidenz).

Zudem wird ein individualisiertes Schmerzmanagement gefordert, da insbesondere Verbandswechsel häufig mit Schmerzen verbunden sind.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft die mikrobiologische Diagnostik von Wundinfektionen. Es wird betont, dass oberflächliche Wundabstriche meist nur eine bakterielle Kolonisation anzeigen und für die klinische Entscheidungsfindung ungeeignet sind. Für einen verlässlichen Infektionsnachweis wird stattdessen die Gewinnung von Kulturen aus tiefem Gewebe oder Knochen empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für Risikopatienten den Einsatz von fortschrittlichen statischen Matratzen, die aus Schaumstoff, Schaffell oder Gel bestehen. Von Wechseldruckmatratzen wird in diesem Zusammenhang eher abgeraten.

Bei einem Dekubitus im Stadium 1 wird laut Leitlinie die Abdeckung mit transparenten Folienverbänden nach Bedarf empfohlen. Das Hauptziel ist der Schutz der intakten Haut vor weiterer Reibung und Scherkräften.

Es wird darauf hingewiesen, dass oberflächliche Wundabstriche klinisch wenig nützlich sind, da sie in der Regel nur eine Kolonisation widerspiegeln. Bei Infektionsverdacht sollten stattdessen Kulturen aus tiefem Gewebe bevorzugt werden.

Eine Optimierung der Kalorien- und Proteinzufuhr wird als essenziell angesehen. Insbesondere bei den Stadien 3 und 4 wird eine Supplementierung mit Proteinen oder Aminosäuren empfohlen, um die Wundheilung zu unterstützen.

Ein Debridement wird bei Wunden mit nekrotischem Gewebe oder Schorf empfohlen. Dies dient dazu, Granulationsgewebe freizulegen und das Infektionsrisiko vor dem Aufbringen feuchter Wundauflagen zu senken.

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Quelle: StatPearls: Pressure Injury (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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