Dressler-Syndrom: StatPearls
Hintergrund
Das Dressler-Syndrom, auch als Postmyokardinfarkt-Syndrom bekannt, ist eine Form der sekundären Perikarditis. Laut der StatPearls-Leitlinie tritt es als Folge einer Verletzung des Herzens oder des Perikards auf und kann mit oder ohne Perikarderguss einhergehen.
Die genaue Ursache ist unbekannt, es wird jedoch eine immunvermittelte Reaktion vermutet. Eine Schädigung der mesothelialen Perikardzellen in Kombination mit Blut im Perikardraum löst dabei eine Entzündungsreaktion aus, die auch Pleura und Lunge betreffen kann.
Die Latenzzeit zwischen der kardialen Schädigung und dem Auftreten der Symptome beträgt typischerweise ein bis sechs Wochen. Zu den Hauptrisikofaktoren zählen ausgedehnte Myokardinfarkte, vorangegangene Episoden eines Dressler-Syndroms sowie größere herzchirurgische Eingriffe.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Dressler-Syndroms:
Klinische Evaluation
Bei Personen mit anhaltendem Unwohlsein, Fieber oder pleuritischen Brustschmerzen nach einem Myokardinfarkt oder einer Herzoperation wird eine Untersuchung auf ein Dressler-Syndrom empfohlen. Dies gilt insbesondere, wenn die Symptome mehr als zwei Wochen nach dem auslösenden Ereignis auftreten.
Diagnostik
Als Goldstandard und sensitivstes bildgebendes Verfahren wird die Echokardiografie empfohlen. Sie dient der Beurteilung von Perikardergüssen, der ventrikulären Kontraktilität und dem Risiko einer Herztamponade.
Zur weiteren Abklärung empfiehlt die Leitlinie folgende Maßnahmen:
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Durchführung eines EKG zur Erkennung von globalen ST-Hebungen, T-Wellen-Inversionen oder Niedervoltage.
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Abnahme von Blutkulturen zum Ausschluss infektiöser Ursachen (diese sollten beim Dressler-Syndrom negativ sein).
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Bestimmung von Entzündungsparametern wie Leukozytenzahl, Blutsenkungsgeschwindigkeit und CRP.
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Einsatz eines kardialen MRT, falls die Echokardiografie keine ausreichende Beurteilung zulässt oder abgekapselte Flüssigkeit vermutet wird.
Therapie
Hämodynamisch stabile Personen werden in der Regel ambulant mit engmaschiger kardiologischer Anbindung behandelt. Die Leitlinie empfiehlt als medikamentöse Therapie:
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NSAR (z. B. Aspirin, Ibuprofen, Naproxen) mit einer schrittweisen Dosisreduktion über 4 bis 6 Wochen.
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Kortikosteroide (z. B. Prednison) über 4 Wochen ausschleichend, falls die NSAR-Therapie nicht anschlägt.
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Intravenöse Immunglobuline bei refraktären Verläufen, was insbesondere bei Kindern einen Nutzen zeigen kann.
Management von Komplikationen
Bei schweren Verläufen mit drohender Herztamponade oder konstriktiver Perikarditis wird eine stationäre Aufnahme empfohlen. In diesen Fällen ist eine Perikardpunktion mit anschließender Katheterdrainage über 24 bis 48 Stunden sowie der Beginn einer antientzündlichen Therapie indiziert.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie ist das Risiko einer Herztamponade, die sich durch die Beck-Trias (Hypotonie, gestaute Halsvenen, abgeschwächte Herztöne) äußern kann. Bei Verdacht auf eine Tamponade darf die Anlage eines Bedside-Ultraschalls nicht durch das Warten auf eine formelle Echokardiografie verzögert werden. Zudem wird betont, dass ein bereits durchgemachtes Dressler-Syndrom der größte Risikofaktor für ein erneutes Auftreten ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie manifestieren sich die Symptome meist mit einer Latenzzeit von ein bis sechs Wochen nach der initialen Schädigung des Perikards. In seltenen Fällen können sie auch erst nach einigen Monaten auftreten.
Die Echokardiografie wird als Standarddiagnostik und sensitivstes Verfahren empfohlen. Sie ermöglicht die Beurteilung von Perikardflüssigkeit und dem Risiko einer Herztamponade.
Die Erstlinientherapie besteht aus nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Aspirin oder Ibuprofen. Diese werden gemäß der Leitlinie über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen schrittweise ausgeschlichen.
Die gefährlichste Komplikation ist die Herztamponade, die zu einem kompletten kardiovaskulären Kollaps führen kann. Sie erfordert eine sofortige Notfallbehandlung mittels Perikardpunktion.
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Quelle: StatPearls: Dressler Syndrome (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.