StatPearls2026

Penetrierende Keratoplastik: StatPearls-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie behandelt die optische penetrierende Keratoplastik (OPK), bei der eine erkrankte Hornhaut vollständig durch ein gesundes Spender-Transplantat ersetzt wird. Ziel ist die Wiederherstellung der Sehkraft bei verschiedenen Hornhauterkrankungen, die zu einer Trübung oder Verformung geführt haben.

Der Erfolg der Transplantation wird maßgeblich durch die Immunprivilegierung der Hornhaut begünstigt. Diese beruht laut Leitlinie auf der Abwesenheit von Blut- und Lymphgefäßen sowie der vorderkammerassoziierten Immunabweichung (ACAID).

Die Prognose des Eingriffs variiert stark je nach zugrunde liegender Pathologie. Während Erkrankungen wie der Keratokonus exzellente Erfolgsaussichten bieten, ist die Prognose bei schweren Oberflächenerkrankungen oder nach mehrfachem Transplantatversagen deutlich reduziert.

Empfehlungen

Präoperative Diagnostik

Laut Leitlinie wird eine umfassende präoperative Evaluation empfohlen. Diese umfasst neben der Bestimmung der Sehschärfe und einer Spaltlampenuntersuchung auch die Beurteilung des hinteren Augenabschnitts, um Netzhauterkrankungen oder ein Glaukom auszuschließen.

Zusätzlich werden folgende spezifische Untersuchungen empfohlen:

  • Tränenfilmdiagnostik (Schirmer-Test, Break-up Time)

  • Keratometrie und Pachymetrie

  • Vorderabschnitts-OCT (ASOCT) zur Beurteilung der Trübungstiefe

  • Ultraschallbiomikroskopie (UBM) zur Beurteilung von Kammerwinkel und Ziliarkörper bei Bedarf

Anforderungen an das Spendergewebe

Die Leitlinie betont, dass das Spendergewebe für eine optische Keratoplastik idealerweise innerhalb von 48 Stunden verwendet werden sollte. Es wird eine Endothelzellzahl von mindestens 2000 Zellen gefordert.

Chirurgisches Vorgehen

Für die Trepanation des Empfängers wird eine Markierung von 7 bis 7,5 mm empfohlen. Die Trepanation sollte zunächst nur bis zu einer Tiefe von 80 % erfolgen, um Verletzungen von Iris und Linse zu vermeiden.

Das Spendergewebe wird in der Regel 0,5 mm größer als das Empfängerbett gewählt. Eine Ausnahme bildet der Keratokonus: Hier wird laut Leitlinie ein gleich großes Transplantat oder ein Überstand von nur 0,25 mm empfohlen, um eine Myopie zu kompensieren.

Die Fixation des Transplantats erfolgt mit 10-0 Nylonfäden. Es wird empfohlen, zunächst vier Kardinalnähte bei 12, 6, 9 und 3 Uhr zu setzen, bevor die weitere Naht (als Einzelknüpf- oder fortlaufende Naht) erfolgt.

Postoperative medikamentöse Therapie

Die Leitlinie empfiehlt folgendes postoperative Schema zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen und Infektionen:

  • Topische Steroide (z. B. 1 % Prednisolon) stündlich für die ersten 2 Tage, gefolgt von einem langsamen Ausschleichen über mehrere Monate

  • Intravenöse Steroide (z. B. Methylprednisolon 1 g zweimal täglich) für die ersten 3 Tage, gefolgt von oralen Steroiden

  • Topische Antibiotika 4- bis 6-mal täglich für die ersten 2 Wochen

  • Zykloplegika zur Linderung von Ziliarkrämpfen

Prognostische Kategorien

Die Leitlinie teilt die Indikationen basierend auf der zu erwartenden Erfolgsrate in vier Kategorien ein:

KategorieErfolgsrateTypische Indikationen
1 (Exzellent)> 90 %Keratokonus, frühe Hornhautdystrophien
2 (Sehr gut)80 - 90 %Pseudophake/aphake bullöse Keratopathie, Fuchs-Dystrophie
3 (Mäßig)50 - 80 %Keratoglobus, aktive Keratitis, milde Verätzungen
4 (Schlecht)< 50 %Okuläres Pemphigoid, Stevens-Johnson-Syndrom, multiple Transplantatversagen

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für eine optische penetrierende Keratoplastik:

  • Schwere Ausprägungen des trockenen Auges

  • Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse

  • Fortgeschrittene Erkrankungen der Augenoberfläche

  • Vorderes Staphylom und Netzhautablösung

  • Akute Konjunktivitis, Episkeritis oder Skleritis

  • Hornhautvaskularisation in mehr als zwei Quadranten

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt vor dem postoperativen Einsatz von Dorzolamid zur Glaukomtherapie. Es wird darauf hingewiesen, dass Dorzolamid das Hornhautendothel beeinträchtigen und zu einem verlängerten Transplantatödem führen kann. Bei sekundärem oder präexistentem Glaukom wird empfohlen, auf andere drucksenkende Medikamente auszuweichen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird das Spendergewebe meist 0,5 mm größer als das Empfängerbett gewählt. Bei Keratokonus wird jedoch ein gleich großes oder nur 0,25 mm größeres Transplantat empfohlen, um eine Myopie auszugleichen.

Die Leitlinie gibt an, dass das Spendergewebe für eine optische penetrierende Keratoplastik eine Endothelzellzahl von mindestens 2000 Zellen aufweisen sollte. Zudem wird eine Verwendung des Gewebes innerhalb von 48 Stunden nach Entnahme empfohlen.

Es wird empfohlen, topische Steroide in den ersten zwei Tagen stündlich zu applizieren und danach über mehrere Monate langsam auszuschleichen. Begleitend wird in den ersten drei Tagen eine intravenöse Steroidgabe mit anschließendem oralen Tapering empfohlen.

Gemäß der Leitlinie erfolgt die Naht des Spendergewebes an die Wirtshornhaut mit 10-0 Nylonfäden. Dabei werden zunächst vier Kardinalnähte gesetzt, gefolgt von Einzelknüpfnähten oder fortlaufenden Nähten.

Die Leitlinie empfiehlt Einzelknüpfnähte besonders bei Kindern und Säuglingen, bei stark vaskularisierten Hornhäuten sowie bei therapeutischen Keratoplastiken. Diese Technik bietet den Vorteil einer selektiven Fadenentfernung.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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