Photorefraktive Keratektomie (PRK): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie bietet eine umfassende Übersicht zur photorefraktiven Keratektomie (PRK), einem etablierten laserbasierten Verfahren zur Korrektur von Refraktionsfehlern. Im Gegensatz zur LASIK wird bei der PRK kein Hornhautflap präpariert, sondern das Epithel entfernt und das darunterliegende Stroma ablatiert.
Dieses Vorgehen schont die biomechanische Stabilität der Hornhaut. Daher wird die PRK laut Leitlinie besonders für Personen mit dünner Hornhaut oder einem erhöhten Risiko für ein Flap-Trauma empfohlen.
Die Wundheilung nach einer PRK erfordert eine Reepithelisierung, die in der Regel drei bis fünf Tage dauert. In dieser Phase ist mit einem verlangsamten visuellen Heilungsverlauf und initialen Schmerzen zu rechnen.
Empfehlungen
Präoperative Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt eine umfassende präoperative Evaluation, um die Eignung für eine PRK zu prüfen. Eine stabile Refraktion über mindestens zwölf Monate wird als zwingende Voraussetzung genannt (maximale Abweichung von ±0,5 Dioptrien).
Folgende diagnostische Schritte werden laut Quelle empfohlen:
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Bestimmung der manifesten und zykloplegischen Refraktion (bei einer Differenz von >1 Dioptrie wird eine Reevaluation empfohlen)
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Hornhauttopographie und -tomographie zum Ausschluss von Ektasien
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Pachymetrie zur Sicherstellung einer ausreichenden Reststromadicke
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Untersuchung des Tränenfilms und der Pupillenweite
Vor der Untersuchung wird das Pausieren von Kontaktlinsen empfohlen. Weiche Linsen sollten für mindestens zwei Wochen und harte Linsen für drei bis vier Wochen weggelassen werden.
Indikationen und Patientenauswahl
Die PRK ist laut Leitlinie für verschiedene Refraktionsfehler indiziert. Die besten und vorhersagbarsten Ergebnisse werden bei niedrigen bis mittleren Korrekturen erzielt.
Es werden folgende maximale Korrekturgrenzen angegeben:
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Myopie: bis zu -12 Dioptrien
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Astigmatismus: bis zu 6 Dioptrien
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Hyperopie: bis zu 5 Dioptrien
Die Leitlinie betont, dass die PRK besonders bei dünnen Hornhäuten (zentrale Dicke <500 µm) oder bei Berufen mit hohem Verletzungsrisiko (z. B. Militär, Kampfsport) zu bevorzugen ist. Auch bei rezidivierenden Hornhauterosionen oder nach vorangegangenen Hornhautoperationen stellt sie eine geeignete Option dar.
Perioperatives Management
Zur Schmerzprophylaxe und Infektionsprävention wird eine medikamentöse Vorbereitung unmittelbar vor dem Eingriff empfohlen.
Das empfohlene präoperative Schema umfasst:
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Topische NSAR (z. B. Ketorolac 0,5 % oder Diclofenac 0,1 %) dreimal alle 10 Minuten
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Topische Lokalanästhetika (z. B. Proparacain 0,5 %)
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Topische Fluorchinolone (z. B. Moxifloxacin 0,5 %)
Intraoperativ wird bei höheren Myopien die prophylaktische Anwendung von Mitomycin-C (0,02 % für 12 bis 30 Sekunden) empfohlen, um einer subepithelialen Narbenbildung (Haze) vorzubeugen. Postoperativ wird das Einsetzen einer Verbandslinse für drei bis fünf Tage sowie die Gabe von topischen Kortikosteroiden für vier bis sechs Wochen angeraten.
Kontraindikationen
Die StatPearls-Leitlinie unterteilt die Kontraindikationen für eine PRK in absolute und relative Ausschlusskriterien. Eine sorgfältige Evaluation ist zwingend erforderlich, um Komplikationen wie eine Hornhautektasie zu vermeiden.
| Kategorie | Erkrankungen und Zustände |
|---|---|
| Absolute Kontraindikationen | Keratokonus, pelluzide Randdegeneration, Hornhautektasien |
| Absolute Kontraindikationen | Unzureichende Reststromadicke (Ziel: >250-300 µm) |
| Absolute Kontraindikationen | Instabile Refraktion (>0,5 Dioptrien Änderung im letzten Jahr) |
| Absolute Kontraindikationen | Aktive Autoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus) |
| Relative Kontraindikationen | Schwangerschaft und Stillzeit |
| Relative Kontraindikationen | Signifikante Katarakt oder unkontrolliertes Glaukom |
| Relative Kontraindikationen | Z. n. Herpes-simplex-Keratitis (erfordert antivirale Prophylaxe) |
| Relative Kontraindikationen | Einnahme von Isotretinoin, Amiodaron oder systemischen Steroiden |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei einer Diskrepanz von mehr als einer Dioptrie zwischen der manifesten und der zykloplegischen Refraktion besondere Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, in solchen Fällen eine Reevaluation durchzuführen, da dies auf einen Akkommodationsspasmus hindeuten kann. Zudem wird davor gewarnt, die PRK bei Patienten mit unrealistischen Erwartungen bezüglich einer vollständigen Brillenfreiheit im Nahbereich durchzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, weiche Kontaktlinsen für mindestens zwei Wochen vor der Untersuchung wegzulassen. Harte, formstabile Linsen sollten für drei bis vier Wochen pausiert werden, um eine Verformung der Hornhaut (Corneal Warpage) auszuschließen.
Es wird empfohlen, ein minimales Reststromabett von 250 bis 300 µm nach der Ablation zu belassen. Bei einer zentralen Hornhautdicke von unter 470 µm rät die Leitlinie zu besonderer Vorsicht, um eine postoperative Ektasie zu vermeiden.
Eine stattgehabte Herpes-simplex-Keratitis gilt laut Quelle als relative Kontraindikation. Die Durchführung ist möglich, es wird jedoch eine prophylaktische antivirale Therapie sowie eine engmaschige postoperative Überwachung empfohlen, da das Risiko einer Virusreaktivierung besteht.
Zur Schmerzreduktion wird das Einsetzen einer Verbandskontaktlinse für drei bis fünf Tage empfohlen. Um einer Narbenbildung vorzubeugen, rät die Leitlinie intraoperativ zur Anwendung von Mitomycin-C und postoperativ zur Gabe von topischen Kortikosteroiden für vier bis sechs Wochen.
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Quelle: StatPearls: Photorefractive Keratectomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.