StatPearls2026

Ossikuloplastik: StatPearls-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Ossikuloplastik dient der Wiederherstellung der Gehörknöchelchenkette bei Schallleitungsschwerhörigkeit. Laut der StatPearls-Leitlinie sind Unterbrechungen oder Fixierungen der Ossikel für etwa 55 % dieser Hörverluste verantwortlich.

Die häufigste Ursache für eine Schädigung der Gehörknöchelchen ist das Cholesteatom, welches in 80 % der Fälle zugrunde liegt. Weitere Ursachen umfassen akute und chronische Otitis media, Traumata, angeborene Fehlbildungen sowie Otosklerose.

Das primäre Ziel des Eingriffs ist die Verbesserung des Hörvermögens, insbesondere für das Sprachverständnis. Die Leitlinie betont jedoch, dass eine vollständige Schließung der Knochen-Luft-Lücke (Air-Bone Gap) selbst unter optimalen chirurgischen Bedingungen selten erreicht wird.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Durchführung einer Ossikuloplastik:

Präoperative Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt bei jedem Patienten eine präoperative Reinton-Audiometrie. Diese sollte Luft- und Knochenleitung, Spracherkennungsschwellen, Sprachdiskrimination, Tympanometrie und Stapediusreflexe umfassen.

Zusätzlich wird eine hochauflösende Computertomografie (CT) des Felsenbeins ohne Kontrastmittel empfohlen. Diese Bildgebung dient der Beurteilung von Knochendefekten und der Integrität der Gehörknöchelchenkette.

Operationsplanung und Indikation

Vor der Wiederherstellung des Gehörs hat die Entfernung eines Cholesteatoms und die Schaffung eines trockenen, gesunden Mittelohrs höchste Priorität.

Bei der Wahl des chirurgischen Zugangs (transkanalär oder retroaurikulär) sollte die individuelle Anatomie berücksichtigt werden. Ein retroaurikulärer Zugang wird laut Leitlinie bei engem Gehörgang oder geplanter Mastoid ektomie bevorzugt.

Prothesen und Materialien

Für die Rekonstruktion stehen verschiedene Materialien zur Verfügung. Die Leitlinie vergleicht die gängigsten Optionen:

MaterialtypEigenschaftenExtrusionsrate
Autologes Material (z.B. Ambosskörper)Geringes Extrusionsrisiko, sofort verfügbarSehr gering
HydroxylapatitGute Biokompatibilität, schwer zu modellieren4-16 % (unter 2 % mit Knorpelabdeckung)
TitanLeicht, starr, biokompatibel, leicht anpassbar1-2 %

Die Wahl zwischen einer partiellen (PORP) oder totalen (TORP) Ossikelersatzprothese richtet sich nach dem intraoperativen Befund:

  • Eine PORP wird verwendet, wenn das Stapesköpfchen (Capitulum) intakt ist.

  • Eine TORP kommt zum Einsatz, wenn lediglich die Stapesfußplatte intakt und mobil ist.

  • Zur Vermeidung einer Prothesenextrusion wird die Verwendung von autologem Knorpel als Abdeckung über der Prothesenplattform empfohlen.

Postoperatives Management

Nach dem Eingriff wird das Anlegen eines Mastoidverbands zur Kompression für 24 bis 48 Stunden empfohlen. Zudem werden meist antibiotika- und/oder steroidhaltige Ohrentropfen für mehrere Wochen verordnet.

Die postoperative Reinton-Audiometrie sollte laut Leitlinie erst nach einer Heilungsphase von 3 bis 6 Monaten erfolgen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für eine Ossikuloplastik:

  • Absolute Kontraindikation: Akute Otitis media. Der Eingriff muss bis zum Abklingen der Infektion verschoben werden, da sonst Wundheilungsstörungen oder Prothesenextrusionen drohen.

  • Relative Kontraindikationen: Reduzierter Mittelohrraum, wiederholte chirurgische Misserfolge, Stapesfixation oder -fehlbildung.

  • Patientenspezifische Faktoren: Ein hohes Operations- oder Narkoserisiko (ASA-Klasse III oder höher) sowie das Vorhandensein von nur einem funktionierenden Ohr.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, die Hörrekonstruktion bei aktiver Mittelohrerkrankung oder unzureichender Belüftung des Mittelohrs durchzuführen. Es wird betont, dass pathologische Veränderungen des Mittelohrs durch schlechte Belüftung den Erfolg der Ossikuloplastik deutlich stärker gefährden als die chirurgische Technik oder die Wahl der Prothese. Daher sollte die Sanierung des Mittelohrs stets vor der Gehörverbesserung stehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stellt eine akute Otitis media die einzige absolute Kontraindikation dar. Der Eingriff sollte erst nach vollständiger Ausheilung der Infektion erfolgen, um Komplikationen wie eine Prothesenextrusion zu vermeiden.

Die Leitlinie gibt kein einzelnes perfektes Material vor, hebt jedoch Titan aufgrund seiner Leichtigkeit, Starrheit und guten Anpassbarkeit hervor. Autologe Transplantate und Hydroxylapatit zeigen ebenfalls gute funktionelle Ergebnisse, erfordern jedoch oft eine Knorpelabdeckung zur Vermeidung von Extrusionen.

Es wird empfohlen, die postoperative Reinton-Audiometrie um 3 bis 6 Monate zu verschieben. Diese Wartezeit ermöglicht eine ausreichende Heilung des Mittelohrs und des Trommelfells, bevor das endgültige Hörergebnis beurteilt wird.

Eine partielle Prothese (PORP) wird eingesetzt, wenn das Stapesköpfchen noch intakt ist und die Verbindung zum Trommelfell oder Hammer herstellt. Eine totale Prothese (TORP) wird laut Leitlinie verwendet, wenn nur noch die Stapesfußplatte vorhanden ist.

Die Leitlinie empfiehlt primär eine hochauflösende Dünnschicht-Computertomografie (CT) des Felsenbeins ohne Kontrastmittel. In speziellen Fällen kann zusätzlich eine MRT hilfreich sein, um den Mittelohrraum und die Ohrtrompete genauer zu beurteilen.

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Quelle: StatPearls: Ossiculoplasty (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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