Nasotracheale Intubation: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die nasotracheale Intubation (NTI) ist ein Verfahren, bei dem ein Endotrachealtubus durch die Nase in die Trachea eingeführt wird. Laut der StatPearls-Leitlinie kommt diese Technik meist nach Einleitung einer Allgemeinanästhesie im Operationssaal zum Einsatz.
Das Verfahren ermöglicht die Verabreichung von Anästhesiegasen, ohne den Zugang zur intraoralen Anatomie einzuschränken. Es wird daher häufig bei zahnmedizinischen, oropharyngealen und maxillofazialen Eingriffen angewendet.
Die Leitlinie betont, dass die NTI eine essenzielle Fähigkeit für Anästhesieanwender darstellt. Aufgrund möglicher Komplikationen wird jedoch empfohlen, dass die NTI nur von Personen durchgeführt wird, die auch in der orotrachealen Intubation erfahren sind.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die nasotracheale Intubation:
Indikationen
Die NTI wird laut Leitlinie für verschiedene klinische Szenarien empfohlen:
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Drohende Atemwegsverlegung (hier typischerweise am wachen Patienten)
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Intraorale und oropharyngeale Operationen
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Komplexe intraorale Eingriffe wie Unterkieferrekonstruktionen
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Starre Laryngoskopie sowie zahnmedizinische und maxillofaziale Operationen
Vorbereitung und Diagnostik
Es wird eine präanästhetische Evaluation empfohlen, um unilaterale Einschränkungen oder Verstopfungen der Nasenwege zu identifizieren. Die Leitlinie schlägt vor, die Durchgängigkeit beider Nasenlöcher durch Anamnese oder körperliche Untersuchung zu beurteilen.
Zur genauen Beurteilung der Anatomie kann eine anteriore Rhinoskopie oder die Einführung eines flexiblen fiberoptischen Nasopharyngoskops erwogen werden.
Durchführung und Technik
Vor der Intubation wird eine Präoxygenierung mit einer FiO2 von 1,0 empfohlen. Die Leitlinie rät zur großzügigen beidseitigen Anwendung eines vasokonstriktorischen Sprays sowie eines topischen Anästhetikums.
Von einer routinemäßigen mechanischen Dilatation der Nasenhöhle (z. B. mit einem Wendl-Tubus) vor der Intubation wird abgeraten. Die Leitlinie weist darauf hin, dass dies zu erhöhten Komplikationen durch wiederholte Instrumentierung führen kann.
Das distale Ende des Tubus sollte mit Lidocain-Gel oder einem wasserlöslichen Gleitmittel versehen werden. Bei der Einführung wird empfohlen, den Druck nach posterior in Richtung Nasopharynx auszuüben.
Wachintubation
Bei einer NTI am wachen Patienten wird die Gabe von Glycopyrrolat empfohlen, um Sekretionen zu reduzieren und die Sicht zu verbessern. Der Patient sollte während der Intubation eine aufrechte Sitzposition einnehmen.
Dies hilft laut Leitlinie, die Schutzreflexe der Atemwege aufrechtzuerhalten und einen Kollaps des pharyngealen Weichgewebes zu vermeiden.
Lagekontrolle
Nach Passieren der Stimmlippen und Blocken des Cuffs muss die korrekte Lage in der Trachea bestätigt werden. Die Leitlinie empfiehlt hierfür die Auskultation des Thorax sowie die Verifizierung des endtidalen PCO2.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Kopfposition die Tubustiefe beeinflusst. Eine Flexion kann den Tubus tiefer in die Trachea vorschieben, während eine Extension zum Rückzug führen kann.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Konzentrationen für topische Medikamente zur Vorbereitung der Nasenschleimhaut:
| Medikament | Konzentration | Wirkung |
|---|---|---|
| Oxymetazolin | 0,05 % | Vasokonstriktion |
| Phenylephrin | 0,25 % bis 1 % | Vasokonstriktion |
| Cocain | 4 % | Vasokonstriktion und Lokalanästhesie |
| Lidocain | 2 % bis 4 % | Lokalanästhesie (topisch) |
Kontraindikationen
Die Leitlinie definiert folgende absolute Kontraindikationen für eine nasotracheale Intubation:
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Verdacht auf Epiglottitis
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Mittelgesichtsinstabilität
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Bekannte alte oder frische Schädelbasisfrakturen (Gefahr der intrakraniellen Tubusfehllage)
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Bekannte Blutungsstörungen mit Risiko für schwere Epistaxis
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Choanalatresie
Zusätzlich werden folgende relative Kontraindikationen genannt:
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Obstruktion der Nasenwege (z. B. durch große Nasenpolypen oder Fremdkörper)
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Kürzlich erfolgte Nasenoperationen
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Anamnese mit häufigen Epistaxis-Episoden
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, die Nasenhöhle vor der Intubation routinemäßig zu dilatieren, da dies das Risiko für Schleimhautverletzungen erhöht, ohne einen belegten Nutzen zu bieten. Zudem wird betont, bei Widerstand während des Tubusvorschubs keine Gewalt anzuwenden, sondern den Tubus neu zu positionieren oder einen kleineren Durchmesser zu wählen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Nasenbluten (Epistaxis) die häufigste Komplikation. Sie tritt in gewissem Ausmaß bei fast jeder nasotrachealen Intubation auf.
Es wird empfohlen, den Patienten während der Wachintubation in einer eher aufrechten Sitzposition zu halten. Dies unterstützt den Erhalt der Atemwegsschutzreflexe und verhindert, dass pharyngeales Weichgewebe die Sicht behindert.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass eine Flexion des Halses den Tubus tiefer in die Trachea vorschieben kann. Eine Extension des Halses führt hingegen eher zu einem Rückzug des Tubus.
Zur Vasokonstriktion werden laut Leitlinie Oxymetazolin (0,05 %) oder Phenylephrin (0,25 % bis 1 %) empfohlen. Diese sollten idealerweise mit einem topischen Anästhetikum wie Lidocain kombiniert werden.
Sobald der Tubus den Oropharynx erreicht hat, wird eine transorale direkte Laryngoskopie durchgeführt. Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung einer Magill-Zange, um den Tubus sicher zwischen den Stimmlippen hindurch in die Trachea zu führen.
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Quelle: StatPearls: Nasotracheal Intubation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.