StatPearls2026

Rapid Sequence Intubation (RSI): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Rapid Sequence Intubation (RSI) ist ein Standardverfahren zur schnellen Atemwegssicherung. Sie wird laut der StatPearls-Leitlinie angewendet, wenn Patienten ein hohes Risiko für eine pulmonale Aspiration aufweisen, beispielsweise bei einem vollen Magen.

Ziel der Technik ist es, den Atemweg so schnell wie möglich mit einem geblockten Endotrachealtubus zu schützen. Dabei sollen Husten, Pressen und Erbrechen während der Atemwegssicherung minimiert werden.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines systematischen Ansatzes und einer interprofessionellen Teamarbeit. Eine sorgfältige Risikobewertung vor der Intervention sowie die korrekte Patientenpositionierung sind entscheidend für den Erfolg des Eingriffs.

Empfehlungen

Atemwegsevaluation

Vor Beginn der Prozedur wird eine Beurteilung des Atemwegsrisikos empfohlen. Die Leitlinie verweist hierbei auf das L.E.M.O.N.-Schema zur Identifikation eines schwierigen Atemwegs.

BuchstabeBedeutungKlinische Parameter
LLook externallyGesichtstrauma, Bart, lose Zähne, große Schneidezähne
EEvaluate (3-3-2 Regel)3 Finger zwischen Schneidezähne, 3 Finger Kinn bis Zungenbein, 2 Finger Schildknorpel bis Zungenbein
MMallampati-ScoreSichtbarkeit von Uvula und hinterem Rachen
OObstruction / ObesityBMI > 30, Kopf-/Hals-Tumoren, Epiglottitis
NNeck mobilityEingeschränkte Halsbeweglichkeit (z.B. durch HWS-Orthese oder Trauma)

Zur weiteren Beurteilung der Sichtbarkeit der anatomischen Strukturen wird der Mallampati-Score herangezogen.

ScoreSichtbare Strukturen
Mallampati 1Gesamte Uvula ist sichtbar
Mallampati 2Die Hälfte der Uvula ist sichtbar
Mallampati 3Nur die Basis der Uvula ist sichtbar
Mallampati 4Uvula ist nicht sichtbar

Vorbereitung und Positionierung

Es wird eine optimale Patientenpositionierung in der sogenannten "Schnüffelposition" (Sniffing Position) empfohlen. Hierbei sollte der Hals an der unteren Halswirbelsäule (C6-C7) flektiert und an der oberen Halswirbelsäule (C1-C2) extendiert werden.

Die Leitlinie empfiehlt die Bereitstellung folgender Ausrüstung am Patientenbett:

  • Endotrachealtubus mit blockbarem Cuff (Größe 7,0-7,5 mm für Frauen, 7,5-8,0 mm für Männer)

  • Laryngoskop (Macintosh- oder Miller-Spatel)

  • Absaugung (zweifach) und Beatmungsbeutel

  • Kapnografie (Endtidal-CO2) und Pulsoximetrie

  • Induktions- und Muskelrelaxanzien sowie Vasopressoren

  • Alternative Atemwegshilfen (Bougie, supraglottischer Atemweg, Videolaryngoskop)

Durchführung der Intubation

Nach der Präoxygenierung mittels Beatmungsbeutel erfolgt laut Leitlinie die Gabe der Induktionsmittel, gefolgt von den Muskelrelaxanzien. Nach einer Einwirkzeit von 60 Sekunden wird der Mund mit der Scherengriff-Technik geöffnet.

Der Laryngoskop-Spatel wird mit einer fließenden Bewegung von rechts nach links eingeführt, um die Zunge aus dem Sichtfeld zu schieben. Bei Verwendung eines Macintosh-Spatels wird die Spitze in der Vallecula platziert, woraufhin eine ventrale und inferiore Bewegung ohne Hebeln aus dem Handgelenk erfolgt.

Zur Beurteilung der Sicht auf die Stimmbänder wird die Cormack-Lehane-Klassifikation verwendet.

GradBeschreibungIntubationswahrscheinlichkeit
Grad 1Nahezu die gesamten Stimmbänder sind sichtbarSehr hoch
Grad 2Stimmbänder sind partiell sichtbarHoch
Grad 3Nur die Epiglottis ist sichtbarEingeschränkt
Grad 4Weder Stimmbänder noch Epiglottis sind sichtbarGering (alternative Tools empfohlen)

Lagekontrolle

Die Einführtiefe des Tubus kann anhand der Chula-Formel abgeschätzt werden: Tubustiefe = 0,1 × (Körpergröße in cm) + 4.

Zur initialen Verifikation der korrekten Tubuslage werden die Endtidal-Kapnografie, Kondensation im Tubus und beidseitige Atemgeräusche empfohlen. Abschließend sollte ein Röntgen-Thorax zur endgültigen Lagekontrolle durchgeführt werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen für eine Rapid Sequence Intubation, bei denen ein chirurgischer Atemweg erforderlich ist:

  • Komplette Obstruktion der oberen Atemwege

  • Verlust der fazialen oder oropharyngealen anatomischen Orientierungspunkte

Relative Kontraindikationen beziehen sich auf Faktoren, die zu einem Versagen der Prozedur führen könnten. Dazu gehören Atemwegsverletzungen, anatomische Anomalien und mangelnde Erfahrung des Anwenders.

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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist die Vorbereitung eines Backup-Plans vor Beginn der Prozedur essenziell. Bei einer schwierigen Intubation (z.B. Cormack-Lehane Grad 4) wird der frühzeitige Einsatz von Hilfsmitteln wie einem Videolaryngoskop, einem Bougie oder einer Larynxmaske empfohlen. Zudem wird betont, dass beim Einführen des Laryngoskops das Handgelenk starr bleiben muss und ein "Hebeln" unbedingt zu vermeiden ist.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für Frauen in der Regel einen Endotrachealtubus mit einem Innendurchmesser von 7,0 bis 7,5 mm. Für Männer wird ein Durchmesser von 7,5 bis 8,0 mm empfohlen, um bei Bedarf auch eine Bronchoskopie zu ermöglichen.

Zur Bestimmung der Einführtiefe ab Zahnreihe wird die Chula-Formel herangezogen. Diese lautet: 0,1 multipliziert mit der Körpergröße in Zentimetern, plus 4.

Eine Rapid Sequence Intubation ist indiziert bei akutem Atemversagen aufgrund unzureichender Oxygenierung oder Ventilation. Weitere Indikationen sind der Atemwegsschutz bei verändertem Bewusstseinszustand sowie akute obere gastrointestinale Blutungen mit hohem Aspirationsrisiko.

Für die optimale "Schnüffelposition" wird der Hals an der unteren Halswirbelsäule (C6-C7) flektiert. Gleichzeitig erfolgt eine Extension an der oberen Halswirbelsäule (C1-C2), um die beste Sicht auf die Glottis zu gewährleisten.

Die initiale Lagekontrolle erfolgt laut Leitlinie durch Endtidal-Kapnografie, sichtbare Kondensation im Tubus und das Abhören beidseitiger Atemgeräusche. Zur endgültigen Bestätigung wird ein Röntgen-Thorax empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Tracheal Rapid Sequence Intubation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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