Atemwegsmanagement: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das Atemwegsmanagement dient der Sicherstellung einer offenen Passage für den Luftstrom zwischen Lunge und Umgebung. Dies ist laut der StatPearls-Leitlinie essenziell für eine adäquate Oxygenierung und Ventilation.
Die Quelle betont wichtige anatomische Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern. Bei Erwachsenen ist der Atemweg an der Glottis am engsten, während er bei Kindern an der Subglottis am engsten, weiter kranial und anterior gelegen ist.
Zudem erschweren bei Kindern unter 12 Jahren ein größerer Hinterkopf und ein kürzerer Hals die Laryngoskopie. Eine korrekte Positionierung, oft mit einer Handtuchrolle unter den Schultern, wird zur Erreichung einer neutralen Halsposition beschrieben.
Empfehlungen
Indikationen und Vorbereitung
Die Leitlinie nennt als Indikationen für eine endotracheale Intubation unter anderem respiratorisches Versagen, Apnoe und eine Bewusstseinsminderung mit einem Glasgow Coma Scale (GCS) von 8 oder weniger. Auch ein hohes Aspirationsrisiko und laryngeale Traumata stellen Indikationen dar.
Zur Vorbereitung auf eine Intubation wird eine adäquate Präoxygenierung beschrieben. Die "4 Ds" eines schwierigen Atemwegs werden als Distortion, Disproportion, Dysmobility und Dentition definiert.
Atemwegshilfsmittel
Für das Management der oberen Atemwege werden verschiedene Hilfsmittel aufgeführt:
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Oropharyngealtuben dürfen nicht bei intaktem Würgereflex oder oralem Trauma verwendet werden.
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Nasopharyngealtuben können bei intaktem Würgereflex eingesetzt werden, wobei sich die Größe nach der Körpergröße des Patienten richtet.
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Supraglottische Atemwege (z.B. Larynxmaske) werden im präklinischen Bereich oft bevorzugt, da sie schnell und einfach einzuführen sind.
Intubationstechnik und Bestätigung
Die Rapid-Sequence-Induction (RSI) mit direkter Laryngoskopie wird als der sicherste und effektivste Ansatz zur Atemwegssicherung beschrieben. Die Vallecula dient dabei als entscheidender anatomischer Orientierungspunkt.
Zur Bestätigung der korrekten Tubuslage wird folgendes Vorgehen empfohlen:
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Direkte Visualisierung der Stimmlippen als Goldstandard.
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Kontinuierliche Kapnografie (Wellenform) in Kombination mit klinischer Beurteilung.
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Die ideale Position des Endotrachealtubus liegt 2 cm oberhalb der Carina.
Dosierung
Die Quelle gibt spezifische Formeln zur Berechnung der Tubusgröße bei Kindern sowie Dosierungen für Medikamente zur Rapid-Sequence-Induction (RSI) an.
| Formel | Indikation | Berechnung (Innendurchmesser in mm) |
|---|---|---|
| Cole-Formel | Ungeblockte Tuben | (Alter in Jahren / 4) + 4 |
| Motoyama-Formel | Geblockte Tuben (Kinder ab 2 Jahren) | (Alter in Jahren / 4) + 3,5 |
| Khine-Formel | Geblockte Tuben (Kinder unter 2 Jahren) | (Alter in Jahren / 4) + 3,0 |
| Medikamentenklasse | Wirkstoff | Dosierung |
|---|---|---|
| Sedativum | Etomidat | 0,3 - 0,4 mg/kg |
| Sedativum | Fentanyl | 2 - 10 mcg/kg |
| Sedativum | Midazolam | 0,1 - 0,3 mg/kg |
| Sedativum | Propofol | 1 - 2,5 mg/kg |
| Sedativum | Thiopental | 3 - 5 mg/kg |
| Muskelrelaxans | Succinylcholin | 1 - 2 mg/kg |
| Muskelrelaxans | Rocuronium | 0,6 - 1,2 mg/kg |
| Muskelrelaxans | Vecuronium | 0,15 - 0,25 mg/kg |
Kontraindikationen
Eine absolute Kontraindikation für die endotracheale Intubation ist ein schweres Atemwegstrauma oder eine Obstruktion, die eine sichere Platzierung des Tubus verhindert. In diesen Fällen wird die Anlage eines chirurgischen Atemwegs beschrieben.
Bei pädiatrischen Patienten wird vor einer inzisionsbasierten chirurgischen Koniotomie gewarnt. Stattdessen wird eine Nadelkoniotomie mit transtrachealer Ventilation als bevorzugte Methode aufgeführt.
Oropharyngealtuben sind bei Patienten mit intaktem Würgereflex kontraindiziert, da sie den Würgereflex auslösen und zur Aspiration von Mageninhalt führen können.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei blinder Intubation den Tubus versehentlich in den rechten Hauptbronchus vorzuschieben. Es wird betont, dass das Fehlen der Visualisierung der Vallecula das Risiko einer ösophagealen Intubation signifikant erhöht. Bei fehlenden Atemgeräuschen linksseitig oder einem Abfall der Sauerstoffsättigung mit epigastrischen Geräuschen muss die Tubuslage sofort korrigiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Quelle korreliert die benötigte Größe eines Nasopharyngealtubus mit der Körpergröße des Patienten. Ein durchschnittlicher Mann benötigt Größe 7, eine durchschnittliche Frau Größe 6.
Die direkte Visualisierung des Tubus zwischen den Stimmlippen mittels Laryngoskop wird als Goldstandard beschrieben. Zusätzlich wird die kontinuierliche Kapnografie als zuverlässigste Überwachungsmethode empfohlen.
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei Säuglingen immer zuerst der Mund und dann die Nase abgesaugt werden sollte, um eine Aspiration zu vermeiden. Der Absaugvorgang sollte maximal 10 Sekunden dauern, da Säuglinge anfällig für vagale Stimulation und daraus resultierende Bradykardien sind.
Wenn eine Intubation nicht möglich ist, wird bei Kindern eine Nadelkoniotomie anstelle einer chirurgischen Koniotomie beschrieben. Das genaue Alter für eine sichere chirurgische Koniotomie wird in der Literatur kontrovers zwischen 5 und 12 Jahren diskutiert.
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Quelle: StatPearls: Airway Management (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.