StatPearls2026

Mallory-Weiss-Syndrom: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Mallory-Weiss-Syndrom (MWS) ist für 3 bis 10 % der nicht-varikösen oberen gastrointestinalen Blutungen verantwortlich. Laut der StatPearls-Leitlinie handelt es sich dabei um longitudinale Schleimhauteinrisse am ösophagogastralen Übergang.

Die Risse entstehen durch einen plötzlichen Anstieg des intraabdominellen Drucks, typischerweise ausgelöst durch wiederholtes Erbrechen, starkes Würgen oder Husten. Chronischer Alkoholkonsum wird in 50 bis 70 % der Fälle als Hauptrisikofaktor identifiziert.

Weitere prädisponierende Faktoren umfassen gastroösophagealen Reflux, Hiatushernien sowie Zustände, die mit rezidivierendem Erbrechen einhergehen. Die Einnahme von NSAR oder Antikoagulanzien erhöht das Risiko für die Entstehung der Risse nicht, verschlimmert jedoch die Blutungsintensität.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das klinische Management:

Diagnostik

Die Leitlinie empfiehlt, bei Patienten mit oberer gastrointestinaler Blutung nach wiederholtem Erbrechen an ein MWS zu denken. Die initiale Evaluation muss laut Leitlinie die hämodynamische Stabilität priorisieren.

Für die Endoskopie (ÖGD) werden folgende Zeitfenster empfohlen:

  • Bei hämodynamisch stabilen Patienten innerhalb von 12 Stunden nach Aufnahme.

  • Bei instabilen Patienten nach vorheriger Volumensubstitution innerhalb von 24 Stunden.

Zusätzlich wird eine laborchemische Diagnostik inklusive Blutbild, Gerinnung sowie Nieren- und Leberwerten empfohlen.

Therapie bei inaktiver Blutung

Zeigt die Endoskopie keine aktive Blutung oder Stigmata, ist laut Leitlinie keine endoskopische Therapie indiziert.

In diesen Fällen wird empfohlen:

  • Gabe von hochdosierten Protonenpumpeninhibitoren (PPI) zur Förderung der Schleimhautheilung.

  • Einsatz von Antiemetika (z. B. Ondansetron oder Promethazin) zur Kontrolle des Erbrechens.

Therapie bei aktiver Blutung

Bei aktiver Blutung oder Schock wird eine sofortige Flüssigkeitsresuscitation empfohlen. Die endoskopische Blutstillung gilt als Erstlinientherapie bei aktiver Blutung.

Für die endoskopische Blutstillung werden folgende Verfahren empfohlen:

  • Mechanische Methoden (Hämoclips, Gummibandligatur), da diese eine höhere Wirksamkeit als alleinige Injektionen aufweisen.

  • Epinephrin-Injektion, Elektrokoagulation oder Argon-Plasma-Koagulation.

  • Hämostase-Pulver als Notfallmaßnahme bei Versagen konventioneller Therapien.

Bei Versagen der endoskopischen Therapie wird eine arterielle Embolisation als effektive Alternative empfohlen.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungen und Zielwerte für die Akuttherapie:

TherapieDosierung / ZielwertIndikation
Intravenöse PPI80 mg Bolus, gefolgt von kontinuierlicher InfusionAktive Blutung
BluttransfusionGabe bei Hb < 8 g/dlHämodynamische Instabilität / Anämie
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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger klinischer Hinweis der Leitlinie ist, dass NSAR und Antikoagulanzien zwar nicht die Entstehung der Schleimhauteinrisse verursachen, aber die Blutungsschwere erheblich aggravieren. Zudem wird betont, dass mechanische endoskopische Verfahren wie Hämoclips oder Gummibandligaturen einer alleinigen Injektionstherapie zur initialen Hämostase und Rezidivprophylaxe überlegen sind.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine Endoskopie innerhalb von 12 Stunden bei hämodynamisch stabilen Patienten. Bei instabilen Patienten sollte die Untersuchung nach erfolgter Kreislaufstabilisierung innerhalb von 24 Stunden stattfinden.

Nein, laut Leitlinie sistieren bis zu 90 % der Blutungen spontan. Wenn endoskopisch keine aktive Blutung oder Stigmata sichtbar sind, wird von einer endoskopischen Intervention abgeraten und eine rein medikamentöse Therapie empfohlen.

Es wird die Gabe von hochdosierten Protonenpumpeninhibitoren (PPI) zur Schleimhautheilung empfohlen. Zusätzlich rät die Leitlinie zum Einsatz von Antiemetika, um weiteres Erbrechen und damit verbundene Druckspitzen zu verhindern.

Gemäß der Leitlinie ist eine Bluttransfusion bei Patienten mit aktiver Blutung indiziert, wenn der Hämoglobinwert unter 8 g/dl fällt.

Wenn die endoskopischen Verfahren nicht erfolgreich sind, wird die arterielle Embolisation als effektive Alternative empfohlen. Eine chirurgische Übernähung des Risses ist laut Leitlinie nur sehr selten erforderlich.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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