StatPearls2026

Obere Gastrointestinalblutung: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt die obere Gastrointestinalblutung (OGIB) als Blutverlust aus Ösophagus, Magen oder Duodenum proximal des Treitz-Bandes. Sie ist die häufigste gastrointestinale Diagnose, die eine Krankenhausaufnahme erfordert.

Die häufigste Ursache ist die Ulkuskrankheit, gefolgt von Ösophagitiden, Gastritiden und Varizen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter und der Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Antikoagulanzien.

Klinisch manifestiert sich die OGIB durch Hämatemesis, kaffeesatzartiges Erbrechen, Meläna oder Hämatochezie. Bei starkem Blutverlust können systemische Symptome wie Synkopen, orthostatische Hypotonie oder Schwäche auftreten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management der oberen Gastrointestinalblutung:

Risikostratifizierung

Zur Vorhersage von Mortalität und dem Bedarf an endoskopischen Interventionen wird der Einsatz von Scoring-Systemen empfohlen. Der Glasgow-Blatchford-Score (GBS) wird von den Fachgesellschaften als bevorzugtes Instrument zur Risikostratifizierung hervorgehoben.

ScoreParameterKlinische Bedeutung
Glasgow-Blatchford-Score (GBS)Hb, Blutdruck, Synkope, Meläna, Lebererkrankung, HerzinsuffizienzScore 0-1 erlaubt ambulante Führung; Score ≥6 zeigt hohen Interventionsbedarf
Rockall-ScoreAlter, Komorbiditäten, Schock, endoskopische StigmataPrädiktion von Nachblutung und Mortalität
AIMS65Albumin, INR, mentaler Status, systolischer RR, Alter ≥65Prädiktion von In-Hospital-Mortalität und Aufenthaltsdauer

Erstversorgung und Transfusion

Laut Leitlinie hat die hämodynamische Stabilisierung mit mindestens zwei großlumigen venösen Zugängen oberste Priorität. Bei Personen mit schweren Blutungen oder fehlenden Schutzreflexen wird eine elektive endotracheale Intubation angeraten.

Für die Bluttransfusion wird eine restriktive Strategie empfohlen:

  • Transfusionstarget bei Hämoglobin < 7 g/dL (senkt Mortalität und Nachblutungsrate)

  • Bei kardiovaskulären Vorerkrankungen: Transfusion bei Hämoglobin < 8 g/dL

  • Thrombozytenzielwert: > 50.000/μL bei lebensbedrohlichen Blutungen

Endoskopie

Die Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) gilt als Goldstandard zur Diagnostik und Therapie. Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung innerhalb von 24 Stunden nach der Aufnahme und hämodynamischen Stabilisierung.

Bei Verdacht auf eine akute Varizenblutung wird eine frühzeitige Endoskopie innerhalb von 12 Stunden angeraten. Vor der Endoskopie kann die Gabe eines Prokinetikums die Sichtverhältnisse im Magen verbessern.

Die endoskopische Therapie von Ulzera richtet sich nach der Forrest-Klassifikation:

Forrest-KlasseBefundEndoskopische Therapie
Ia / IbAktiv spritzende oder sickernde BlutungTherapie empfohlen (hohes Nachblutungsrisiko)
IIaNicht blutendes sichtbares GefäßTherapie empfohlen
IIbAnhaftendes KoagelKoagelentfernung erwägen, dann nach Befund
IIc / IIIHämatinbelegter Grund / Läsion mit fibrinbelegtem GrundKeine endoskopische Therapie notwendig

Antikoagulation und Thrombozytenaggregation

Bei einer kardialen Sekundärprophylaxe mit Aspirin wird von einem Absetzen abgeraten, da dies die Mortalität erhöht. Falls Aspirin pausiert wird, sollte es nach Erreichen der Hämostase innerhalb von 3 bis 5 Tagen wieder angesetzt werden.

Bei lebensbedrohlichen Blutungen unter Vitamin-K-Antagonisten wird die Gabe von Prothrombinkomplex-Konzentrat (PCC) empfohlen. Bei direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) kann bei lebensbedrohlichen Blutungen ein spezifisches Antidot oder PCC erwogen werden.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die medikamentöse Begleittherapie:

MedikamentDosierungIndikation
Protonenpumpeninhibitoren (PPI)80 mg Bolus, gefolgt von 8 mg/h kontinuierlich (oder 40 mg 2-4x täglich)Signifikante Ulkusblutung (Hochdosis für 72h bei Hochrisikoläsionen)
Octreotid50 µg IV-Bolus, gefolgt von 25-50 µg/h kontinuierlichVerdacht auf Varizenblutung (für 2-5 Tage)
Terlipressin2 mg IV alle 4-6h (Tag 1-2), danach 1 mg IV alle 4-6hVerdacht auf Varizenblutung
Ceftriaxon1 g IV alle 24 StundenAntibiotikaprophylaxe bei Zirrhose und Blutung (für 2-5 Tage)
Erythromycin250 mg IV (20-90 Minuten vor Endoskopie)Prokinetikum zur Verbesserung der endoskopischen Sicht

Kontraindikationen

Die Leitlinie formuliert folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Eine Monotherapie mit Epinephrin-Injektionen wird zur Blutungsstillung nicht empfohlen, da der Effekt nur temporär ist.

  • Gefrorenes Frischplasma (FFP) sollte nicht routinemäßig zur Antagonisierung von Vitamin-K-Antagonisten eingesetzt werden, da ein erhöhtes Risiko für transfusionsassoziierte Lungenschäden (TRALI) und Volumenüberlastung besteht.

  • Nichtselektive Betablocker zur Sekundärprophylaxe von Varizenblutungen sind bei Asthma, AV-Block höheren Grades und extremer Bradykardie (< 50/min) kontraindiziert.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die zu liberale Bluttransfusion bei gastrointestinalen Blutungen. Die Leitlinie betont, dass eine restriktive Transfusionsstrategie mit einem Ziel-Hämoglobin von unter 7 g/dL (bzw. 8 g/dL bei kardiovaskulären Vorerkrankungen) sowohl die Mortalität als auch die Nachblutungsrate signifikant senkt. Zudem wird hervorgehoben, dass Aspirin bei einer bestehenden kardialen Sekundärprophylaxe nicht dauerhaft abgesetzt werden darf.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt eine restriktive Transfusionsstrategie ab einem Hämoglobinwert von unter 7 g/dL. Bei kardiovaskulären Vorerkrankungen liegt der Schwellenwert bei unter 8 g/dL.

Nach hämodynamischer Stabilisierung wird eine Endoskopie innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Bei Verdacht auf eine akute Varizenblutung sollte die Untersuchung bereits innerhalb von 12 Stunden erfolgen.

Bei einer Einnahme von Aspirin zur kardialen Sekundärprophylaxe wird von einem Absetzen abgeraten. Wird es dennoch pausiert, sollte es laut Leitlinie nach Erreichen der Blutungsstillung innerhalb von 3 bis 5 Tagen wieder angesetzt werden.

Der Glasgow-Blatchford-Score (GBS) wird als bevorzugtes Instrument empfohlen. Ein Score von 0 bis 1 identifiziert Fälle mit sehr geringem Risiko, die ambulant weiterbetreut werden können.

Es wird der sofortige Beginn mit vasoaktiven Substanzen wie Octreotid oder Terlipressin empfohlen. Zusätzlich ist bei einer Leberzirrhose eine Antibiotikaprophylaxe, beispielsweise mit Ceftriaxon, indiziert.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Upper Gastrointestinal Bleeding (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien