StatPearls2026

LCL-Knieverletzung: StatPearls-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das laterale Kollateralband (LCL) ist ein zentraler Stabilisator des Kniegelenks und verhindert primär übermäßigen Varusstress sowie eine posterolaterale Rotation. Es ist ein wesentlicher Bestandteil der posterolateralen Ecke (PLC) des Knies.

Isolierte LCL-Verletzungen sind mit einer Inzidenz von unter zwei Prozent aller Knieverletzungen selten. Deutlich häufiger treten sie in Kombination mit Schäden an anderen Bandstrukturen wie dem vorderen oder hinteren Kreuzband auf.

Der typische Verletzungsmechanismus ist ein hochenergetisches Trauma auf das anteromediale Knie, oft in Kombination mit einer Hyperextension und extremer Varusbelastung. Kontaktsportarten sowie Aktivitäten mit schnellen Richtungswechseln stellen die häufigsten Ursachen dar.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:

Klinische Diagnostik

Es wird eine umfassende klinische Untersuchung mit Fokus auf den Varus-Stresstest empfohlen. Dieser gilt als aussagekräftigster Test zur Beurteilung einer LCL-Verletzung und sollte bei 30 Grad Flexion sowie in voller Extension durchgeführt werden.

Zusätzlich wird die Durchführung weiterer spezifischer Tests empfohlen, um begleitende Verletzungen der posterolateralen Ecke (PLC) auszuschließen. Dazu gehören:

  • Der Dial-Test zur Prüfung der Außenrotation

  • Der posterolaterale Schubladen-Test

  • Der Reverse-Pivot-Shift-Test

Bildgebung

Laut Leitlinie ist die Magnetresonanztomographie (MRT) der Goldstandard zur Diagnose struktureller LCL- und PLC-Verletzungen.

Konventionelle Röntgenaufnahmen werden standardmäßig empfohlen, um knöcherne Begleitverletzungen auszuschließen. Spezifische Befunde wie das Arcuate-Zeichen oder eine Segond-Fraktur gelten als pathognomonisch für PLC-Verletzungen und erfordern eine weitere Abklärung.

Klassifikation

Die Leitlinie teilt LCL-Verletzungen anhand der klinischen Präsentation in drei Schweregrade ein:

GradVerletzungstypKlinische ZeichenLaxität
Grad 1Milde VerstauchungLokaler Druckschmerz, keine InstabilitätKeine
Grad 2Partieller RissStarke Schmerzen, Schwellung, fester Endpunkt5 bis 10 mm
Grad 3Kompletter RissMechanische Symptome, oft PLC-BeteiligungÜber 10 mm

Therapie und Management

Für isolierte Verletzungen vom Grad 1 und 2 wird ein konservatives Vorgehen empfohlen. Dies umfasst eine Teilbelastung an Unterarmgehstützen für eine Woche sowie das Tragen einer Gelenkorthese (Hinged Knee Brace) für drei bis sechs Wochen.

Bei Grad-3-Verletzungen empfiehlt die Leitlinie in der Regel eine operative Versorgung. Eine frühzeitige chirurgische Intervention wird besonders bei begleitenden Knieverletzungen oder knöchernen Ausrissen favorisiert.

Die akute Schmerztherapie sollte laut Leitlinie durch NSAR, Kompression und gezielte Kühlung erfolgen.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Eis länger als 15 Minuten am Stück auf das laterale Knie aufzulegen. Eine längere Kühldauer birgt das Risiko einer Kälteschädigung des Nervus peroneus communis, welcher aufgrund seiner anatomischen Nähe zum LCL besonders vulnerabel ist. Zudem wird betont, bei der Untersuchung stets auf eine Fußhebeschwäche zu achten, da etwa 35 Prozent der posterolateralen Knieverletzungen mit einer Peroneusparese einhergehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist der Varus-Stresstest die hilfreichste Untersuchungsmethode. Er wird zunächst bei 30 Grad Knieflexion und anschließend in voller Streckung durchgeführt, um isolierte von kombinierten Bandverletzungen zu unterscheiden.

Die Leitlinie empfiehlt eine chirurgische Intervention bei kompletten Rissen (Grad 3), bei chronischer Instabilität oder bei Vorliegen von Multiligamentverletzungen. Bei akuten Ausrissen des Bandes wird eine primäre Refixation angestrebt.

Es wird eine Rückkehr zum Sport nach etwa sechs bis acht Wochen beschrieben, sofern die Verletzung dem Grad 1 oder 2 entspricht. Voraussetzung ist eine schmerzfreie, vollständige Beweglichkeit ohne verbleibende Bandlaxität.

Obwohl das LCL im Röntgenbild nicht sichtbar ist, wird die Bildgebung empfohlen, um knöcherne Ausrisse zu identifizieren. Spezifische Befunde wie das Arcuate-Zeichen oder eine Segond-Fraktur gelten als pathognomonisch für posterolaterale Verletzungen.

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Quelle: StatPearls: Lateral Collateral Ligament Knee Injury (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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