Mediales patellofemorales Ligament (MPFL): StatPearls
Hintergrund
Das mediale patellofemorale Ligament (MPFL) ist eine zentrale anatomische Struktur zur Stabilisierung der Patella. Es verhindert insbesondere in der frühen Knieflexion (0 bis 30 Grad) eine laterale Verschiebung der Kniescheibe und trägt zu 50 bis 80 Prozent der medialen Stabilität bei.
Bei einer lateralen Patellaluxation kommt es in über 90 Prozent der Fälle zu einer Ruptur des MPFL. Bei rezidivierenden Luxationen ist das Band nahezu immer gerissen, was diese Verletzung zur häufigsten Ursache für traumatische Hämarthrosen des Kniegelenks macht.
Verletzungen betreffen häufig junge Sportler im Rahmen von Traumata oder Sportunfällen. Anatomische Besonderheiten wie eine Trochleadysplasie, Patella alta, Atrophie des Musculus vastus medialis obliquus oder ein vergrößerter Q-Winkel können das Risiko für eine Instabilität zusätzlich erhöhen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Übersicht beschreibt folgende klinische und diagnostische Prinzipien:
Diagnostik und Bildgebung
Bei Verdacht auf eine MPFL-Verletzung wird eine strukturierte Bildgebung beschrieben:
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Eine axiale Röntgenaufnahme wird zur Darstellung der Patellaluxation herangezogen.
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Die Magnetresonanztomographie (MRT) gilt als sensitivste Methode zur Beurteilung von MPFL-Verletzungen.
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Im MRT zeigen sich Risse am häufigsten an der femoralen Insertion, gefolgt von patellaren Ausrissen oder kombinierten Verletzungen.
Zusätzlich wird darauf hingewiesen, auf Begleitverletzungen wie freie Gelenkkörper, Meniskusrisse oder osteochondrale Läsionen zu achten.
Konservative Therapie
Nach einer erstmaligen Patellaluxation wird primär ein konservatives Vorgehen beschrieben. Dieses umfasst in der Regel eine Physiotherapie sowie eine kurzzeitige Immobilisation des Kniegelenks.
Chirurgische Therapie
Eine operative Intervention wird bei rezidivierender Patellainstabilität oder im akuten Setting bei knöchernen Ausrissen (patellar oder femoral) in Betracht gezogen. Für die MPFL-Rekonstruktion gelten folgende Aspekte:
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Es können sowohl Autografts als auch Allografts (Spendergewebe) verwendet werden, da biomechanische Studien keine Überlegenheit des Eigengewebes zeigen.
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Die Fixierung erfolgt häufig in einer Kombination aus arthroskopischen und offenen chirurgischen Techniken.
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Bei einem vergrößerten Q-Winkel (über 20 Grad) können zusätzliche knöcherne Eingriffe wie eine Osteotomie der Tuberositas tibiae notwendig sein, um das Patellatracking zu korrigieren.
Anatomische Varianten
Die Insertion des MPFL an der Patella ist hochvariabel. Die Übersicht beschreibt folgende Verteilung in der Bevölkerung:
| Insertionsbereich an der Patella | Häufigkeit in der Bevölkerung |
|---|---|
| 67 % des proximalen Randes | 57 % |
| 50 % des proximalen Randes | 41 % |
| Ausschließlich am distalen Ende | 1,3 % |
| Über die gesamte Patella | 1,3 % |
💡Praxis-Tipp
Bei der operativen Rekonstruktion des MPFL wird auf die hohe Variabilität der Bandbreite (3 bis 33 mm) hingewiesen, was die intraoperative Identifikation erschweren kann. Zur genauen Lokalisierung des femoralen Ursprungs wird die Nutzung des sogenannten Schöttle-Punktes mittels intraoperativer Fluoroskopie beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut der StatPearls-Übersicht ist das MPFL für 50 bis 80 Prozent der Stabilität verantwortlich, die notwendig ist, um eine laterale Patellaluxation zu verhindern. Ab einer Beugung von über 30 Grad übernimmt zunehmend der Musculus vastus medialis obliquus diese stabilisierende Funktion.
Eine Operation wird primär bei rezidivierenden Luxationen und chronischer Patellainstabilität beschrieben. Im akuten Setting wird ein chirurgischer Eingriff vor allem bei knöchernen Ausrissen an der Patella oder am Femur in Betracht gezogen.
Biomechanische Studien zeigen laut Quelle keine Überlegenheit von körpereigenem Gewebe (Autograft) gegenüber Spendergewebe (Allograft). Daher wird zunehmend auf Allografts zurückgegriffen, um die Entnahmemorbidität zu vermeiden.
Neben der Bandruptur zeigen sich im MRT häufig freie Gelenkkörper, osteochondrale Läsionen, Meniskusrisse oder Verletzungen des medialen Kollateralbandes. Die Übersicht betont die Wichtigkeit, diese Begleitpathologien bei der Diagnostik zu berücksichtigen.
Die Rückkehr zum Sport ist laut Text in der Regel vier bis sieben Monate nach der operativen Rekonstruktion möglich. Die Eingriffe weisen meist gute klinische Ergebnisse mit sehr geringen Re-Luxationsraten auf.
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Quelle: StatPearls: Anatomy, Bony Pelvis and Lower Limb: Medial Patellofemoral Ligament (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.