Interkostalblockade: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Interkostalblockade als ein vielseitiges Verfahren zur gezielten Analgesie bei Schmerzen der Brustwand und des Oberbauchs. Sie wird häufig als primäre Schmerztherapie oder als Teil eines multimodalen Konzepts eingesetzt.
Anatomisch verlaufen die Interkostalnerven im neurovaskulären Bündel am Unterrand der jeweiligen Rippe. Sie befinden sich zwischen dem Musculus intercostalis internus und intimus, wobei der Nerv kaudal von Vene und Arterie liegt.
Aufgrund der unmittelbaren Nähe zu den Blutgefäßen kommt es zu einer hohen systemischen Aufnahme des Lokalanästhetikums. Dies erfordert laut Leitlinie eine genaue Beachtung der anatomischen Variabilität und der toxischen Maximaldosen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Durchführung:
Indikationen
Die Leitlinie nennt folgende Hauptindikationen für eine Interkostalblockade:
-
Schmerzen nach Thorax- oder Oberbaucheingriffen
-
Analgesie bei Thoraxdrainagen oder Rippenfrakturen
-
Schmerztherapie bei Herpes zoster oder Post-Zoster-Neuralgie
-
Eingriffe an der weiblichen Brust
Vorbereitung und Orientierung
Es wird empfohlen, die zu blockierenden Segmente vorab zu markieren, um Auslassungen oder Doppelblockaden zu vermeiden. Für abdominelle Eingriffe sind dies meist die Segmente Th5 bis Th12, für Mamma-Operationen Th2 bis Th6.
Bei thorakalen Schnitten wird eine Blockade von ein bis zwei Leveln oberhalb und unterhalb der Inzision empfohlen. Als verlässliche anatomische Landmarke dient der Unterrand der Skapula, welcher der siebten Rippe entspricht.
Ultraschallgestützte Technik
Die Leitlinie bevorzugt die ultraschallgestützte Technik, da sie die Genauigkeit und Sicherheit im Vergleich zur Landmarken-Technik signifikant erhöht. Der Schallkopf wird dabei sagittal etwa 4 cm lateral des Dornfortsatzes positioniert.
Die Nadel wird unter Sicht bis knapp unter den Unterrand der Rippe vorgeschoben. Nach negativer Aspiration wird das Lokalanästhetikum injiziert, wobei sonografisch beobachtet werden sollte, wie die Pleura verdrängt wird.
Landmarken-Technik
Bei der anatomischen Technik wird die Nadel in einem 20-Grad-Winkel nach kranial bis zum Knochenkontakt vorgeschoben. Anschließend wird die Nadel am unteren Rippenrand "abgeschritten" und 1 bis 3 mm nach anterior vorgeschoben.
Ein spürbarer Widerstandsverlust ("Pop") signalisiert das Durchdringen der Faszie des Musculus intercostalis internus. Vor jeder Injektion ist eine sorgfältige Aspiration zwingend erforderlich, um eine intravasale Lage auszuschließen.
Dosierung
Für die Interkostalblockade werden laut Leitlinie langwirksame Lokalanästhetika bevorzugt. Aufgrund der hohen systemischen Resorption muss die toxische Maximaldosis vorab streng berechnet werden, insbesondere wenn mehrere Segmente blockiert werden.
| Medikament | Konzentration | Volumen pro Segment |
|---|---|---|
| Ropivacain | 0,2 % | 3-5 ml |
| Bupivacain | 0,25 % | 3-5 ml |
Kontraindikationen
Die Leitlinie definiert folgende absolute Kontraindikationen:
-
Ablehnung durch die zu behandelnde Person
-
Aktive Infektion an der Injektionsstelle
Als relative Kontraindikationen werden genannt:
-
Allergie gegen Lokalanästhetika
-
Vorbestehende Nervenschäden oder neuromuskuläre Erkrankungen im Zielgebiet
-
Fehlende Einwilligungsfähigkeit
-
Antikoagulation oder bestehende Koagulopathie
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie rät dazu, die Blockade nach Möglichkeit am wachen Zustand durchzuführen, da Symptome eines Pneumothorax oder einer intraneuralen Injektion so wesentlich schneller erkannt werden können. Zudem wird aufgrund der extrem hohen vaskulären Resorption im Interkostalraum dringend empfohlen, verdünnte Lokalanästhetika zu verwenden und die Maximaldosen exakt zu berechnen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist in der Regel eine 22-Gauge-Nadel mit einer Länge von 50 mm für die Durchführung ausreichend. Für die vorherige Hautquaddel wird eine feinere 25-Gauge-Nadel empfohlen.
Bei der Landmarken-Technik wird die Nadel nach dem "Abschreiten" vom unteren Rippenrand noch etwa 1 bis 3 mm nach anterior vorgeschoben. Dabei ist oft ein Durchtreten der Faszie als leichter Widerstandsverlust spürbar.
Es wird eine strukturierte Nachbeobachtungszeit von 20 bis 30 Minuten empfohlen. Dies dient dem sicheren Ausschluss von Frühkomplikationen wie einem Pneumothorax oder einer systemischen Toxizität.
Ja, die Leitlinie beschreibt seltene Fälle einer akzidentellen Spinalanästhesie nach diesem Verfahren. Dies kann durch eine mediale Ausbreitung des Lokalanästhetikums entlang der Nervenwurzel oder eine Injektion in einen lateral prolabierenden Duralsack geschehen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Intercostal Nerve Block (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.