StatPearls2026

Hidradenitis suppurativa (Acne inversa): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Hidradenitis suppurativa (Acne inversa) als eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung. Sie ist durch schmerzhafte, tief sitzende Knoten, Abszesse, Fistelgänge und fibrotische Narben gekennzeichnet.

Prädilektionsstellen sind intertriginöse Bereiche wie Axillen, Leisten, Perianal- und Inframammärregionen. Die Pathophysiologie basiert primär auf einem Verschluss der Haarfollikel mit anschließender Ruptur und Entzündungsreaktion, nicht auf mangelnder Hygiene oder einer primären Infektion.

Als wesentliche Risikofaktoren und Trigger werden genetische Disposition, Adipositas, Nikotinabusus und hormonelle Einflüsse genannt. Die Erkrankung geht häufig mit erheblichen psychosozialen Belastungen und Komorbiditäten wie dem metabolischen Syndrom einher.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Hidradenitis suppurativa:

Diagnostik und Klassifikation

Die Diagnose wird primär klinisch anhand der morphologischen Merkmale, der Lokalisation und des chronisch-rezidivierenden Verlaufs gestellt. Eine routinemäßige bakteriologische Kultur wird nicht empfohlen, es sei denn, es besteht der Verdacht auf eine Sekundärinfektion.

Zur Beurteilung der Tunnelsysteme vor chirurgischen Eingriffen kann eine Sonografie hilfreich sein. Eine Biopsie wird laut Leitlinie nur bei unklaren Befunden zum Ausschluss eines Plattenepithelkarzinoms empfohlen.

Die Leitlinie teilt den Schweregrad nach dem Hurley-Staging-System ein:

StadiumKlinische Merkmale
Hurley Stadium IAbszesse ohne Fistelgänge (Tunnelsysteme) und ohne Narbenbildung
Hurley Stadium IIRezidivierende Abszesse mit Fistelgängen und Narben; einzelne oder mehrere, weit voneinander getrennte Läsionen
Hurley Stadium IIIDiffuser Befall mit multiplen, miteinander verbundenen Fistelgängen und großflächigen Abszessen; kaum gesunde Haut dazwischen

Allgemeine Maßnahmen und Akuttherapie

Es wird dringend empfohlen, modifizierbare Risikofaktoren wie Adipositas und Nikotinabusus zu adressieren, da diese mit einer schweren Krankheitsprogression assoziiert sind. Zudem sollte mechanische Reibung durch den Verzicht auf enganliegende Kleidung und adhäsive Verbände minimiert werden.

Für die Behandlung akuter symptomatischer Läsionen empfiehlt die Leitlinie:

  • Intraläsionale Kortikosteroid-Injektionen (z. B. Triamcinolon)

  • Punch-Debridement

  • Topisches Resorcinol

Eine einfache Inzision und Drainage wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Medikamentöse Stufentherapie

Für das Hurley Stadium I gilt topisches Clindamycin als Therapie der ersten Wahl. Als systemische Optionen können orale Tetrazykline (z. B. Doxycyclin), Antiandrogene (z. B. Spironolacton) und Metformin eingesetzt werden.

Bei unzureichendem Ansprechen nach 2 bis 3 Monaten sollte laut Leitlinie auf eine Kombination aus oralem Clindamycin und Rifampicin, Dapson oder Acitretin umgestellt werden.

Für die Hurley Stadien II und III sowie bei therapierefraktärem Stadium I wird der Einsatz von Biologika empfohlen:

  • Adalimumab ist das bevorzugte Biologikum mit der besten Studienlage

  • Als Alternativen werden Secukinumab, Infliximab oder Acitretin genannt

  • Etanercept hat sich laut Leitlinie als nicht wirksam erwiesen

Chirurgische Therapie

Eine chirurgische Sanierung kann in jedem Stadium erwogen werden, um aktive Krankheitsherde zu entfernen, sollte jedoch immer mit einer medikamentösen Therapie kombiniert werden. Zu den empfohlenen Verfahren gehören das Deroofing (Entfernung der Dächer von Fistelgängen) und die weite Exzision mit anschließender Rekonstruktion.

Kontraindikationen

Laut Leitlinie werden folgende Maßnahmen bei Hidradenitis suppurativa nicht empfohlen:

  • Inzision und Drainage: Diese Methode wird zur Behandlung akuter Läsionen ausdrücklich nicht empfohlen.

  • Etanercept: Dieses Biologikum hat in der Behandlung der Erkrankung keine Wirksamkeit gezeigt.

  • Mikrowellenablation: Dieses Verfahren wird aktuell nicht zur Therapie empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Die Diagnose einer Hidradenitis suppurativa verzögert sich im Durchschnitt um 7 Jahre, da die Läsionen häufig als einfache Furunkel fehldiagnostiziert werden. Es wird empfohlen, Betroffene aktiv darüber aufzuklären, dass die Erkrankung weder ansteckend ist noch auf mangelnder Körperhygiene beruht, um die oft erhebliche psychosoziale Belastung zu reduzieren.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt für das frühe, unkomplizierte Stadium (Hurley I) topisches Clindamycin als Therapie der ersten Wahl. Ergänzend können orale Tetrazykline, Antiandrogene oder Metformin eingesetzt werden.

Laut Leitlinie ist Adalimumab das bevorzugte Biologikum, da es durch umfangreiche Forschung belegt ist. Als Alternativen können Secukinumab, Infliximab oder Acitretin erwogen werden.

Eine einfache Inzision und Drainage wird von der Leitlinie ausdrücklich nicht empfohlen. Stattdessen wird zur Akutbehandlung eine intraläsionale Kortikosteroid-Injektion, ein Punch-Debridement oder topisches Resorcinol empfohlen.

Die Erkrankung ist häufig mit dem metabolischen Syndrom, Adipositas, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (insbesondere Morbus Crohn) und psychischen Erkrankungen wie Depressionen assoziiert. Es wird ein aktives Screening auf diese Komorbiditäten empfohlen.

Adipositas und Nikotinabusus gelten als wesentliche Faktoren, die den Schweregrad und das Fortschreiten der Erkrankung verschlechtern. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von Gewichtsreduktion und Raucherentwöhnung als essenzielle Bestandteile der Therapie.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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