Herzinsuffizienz (CHF): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Herzinsuffizienz (Congestive Heart Failure, CHF) ist ein komplexes klinisches Syndrom, das durch eine strukturelle oder funktionelle Beeinträchtigung der ventrikulären Füllung oder des Blutauswurfs entsteht. Laut der StatPearls-Leitlinie ist die ischämische Herzkrankheit die weltweit häufigste Ursache für diese Erkrankung.
Die Erkrankung ist mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden und erfordert einen vielschichtigen Behandlungsansatz. Die Einteilung erfolgt primär anhand der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) sowie der klinischen Symptomatik.
Kompensatorische Mechanismen wie die Aktivierung des sympathischen Nervensystems und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) führen langfristig zu einem maladaptiven kardialen Remodeling. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen und zielgerichteten Therapie, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Herzinsuffizienz:
Diagnostik
Es wird eine umfassende klinische und apparative Evaluation bei Verdacht auf Herzinsuffizienz empfohlen. Als initiales bildgebendes Verfahren der Wahl wird die Echokardiografie genannt, um die ventrikuläre Funktion und strukturelle Anomalien zu beurteilen.
Zusätzlich wird die Bestimmung von Laborparametern wie BNP oder NT-proBNP empfohlen, um kardiale von nicht-kardialen Ursachen der Dyspnoe zu differenzieren. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die natriuretischen Peptide auch zur Risikostratifizierung und zur Beurteilung des Therapieerfolgs herangezogen werden können.
Klassifikation
Die Einteilung der Herzinsuffizienz basiert maßgeblich auf der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF):
| Klassifikation | LVEF-Kriterium | Zusätzliche Kriterien |
|---|---|---|
| HFrEF (reduziert) | ≤ 40 % | Keine |
| HFmrEF (leicht reduziert) | 41 % bis 49 % | Nachweis einer Herzinsuffizienz (z. B. erhöhte Füllungsdrücke) |
| HFpEF (erhalten) | ≥ 50 % | Nachweis einer Herzinsuffizienz |
| HFimpEF (verbessert) | > 40 % | Zuvor dokumentierte LVEF ≤ 40 % |
Therapie nach Stadien
Die medikamentöse Therapie richtet sich nach dem klinischen Stadium der Erkrankung:
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Stadium A (Risiko): Es wird eine konsequente Blutdruckeinstellung sowie der Einsatz von SGLT-2-Inhibitoren bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes empfohlen.
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Stadium B (Prä-Herzinsuffizienz): Bei einer LVEF ≤ 40 % wird der Einsatz von ACE-Hemmern sowie Betablockern (insbesondere nach Myokardinfarkt) zur Prävention einer symptomatischen Herzinsuffizienz empfohlen.
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Stadium C (Symptomatisch): Für Personen mit HFrEF wird eine Kombinationstherapie aus ARNI (oder ACE-Hemmer/ARB), evidenzbasierten Betablockern, Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) und SGLT-2-Inhibitoren empfohlen.
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Stadium D (Fortgeschritten): Es wird die Überweisung an spezialisierte Zentren zur Evaluation von inotroper Unterstützung, mechanischen Kreislaufunterstützungssystemen (LVAD) oder einer Herztransplantation empfohlen.
Spezifische Therapiehinweise
Bei Stauungssymptomen wird der Einsatz von Diuretika empfohlen, um die Symptomatik zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern.
Für afroamerikanische Personen mit HFrEF (NYHA III-IV) unter optimaler medikamentöser Therapie wird zusätzlich eine Kombination aus Hydralazin und Nitraten empfohlen. Diese Kombination kann laut Leitlinie auch bei Personen erwogen werden, die RAAS-Inhibitoren aufgrund einer Niereninsuffizienz nicht tolerieren.
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:
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Thiazolidindione und Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker sollen bei einer LVEF ≤ 50 % vermieden werden, da sie das Risiko für unerwünschte Ereignisse und Hospitalisierungen erhöhen.
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Ein ARNI darf nicht innerhalb von 36 Stunden nach der letzten Dosis eines ACE-Hemmers verabreicht werden.
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ARNI und ACE-Hemmer sind bei einer Vorgeschichte von Angioödemen kontraindiziert.
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Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten (MRA) sind bei einem Serumkaliumwert von > 5,0 mEq/L schädlich und sollten vermieden werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, Thiazolidindione und Nicht-Dihydropyridin-Kalziumkanalblocker bei Personen mit einer LVEF von 50 % oder weniger einzusetzen, da diese das Risiko für kardiale Dekompensationen erhöhen. Zudem wird betont, dass bei der Umstellung von einem ACE-Hemmer auf einen ARNI zwingend ein Intervall von 36 Stunden eingehalten werden muss, um das Risiko eines lebensbedrohlichen Angioödems zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird der Einsatz von Carvedilol, Bisoprolol oder Metoprolol mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Sustained-Release) empfohlen. Diese Substanzen reduzieren nachweislich die Mortalität und die Hospitalisierungsrate.
Die Leitlinie empfiehlt SGLT-2-Inhibitoren für alle Personen mit HFrEF zur Reduktion von Mortalität und Hospitalisierungen. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Diabetes mellitus vorliegt oder nicht.
Es wird zwischen HFrEF (≤ 40 %), HFmrEF (41-49 %), HFpEF (≥ 50 %) und HFimpEF (verbessert auf > 40 %) unterschieden. Für die Diagnosen HFmrEF und HFpEF müssen zusätzlich erhöhte Füllungsdrücke oder kardiale Biomarker nachweisbar sein.
Die Bestimmung dieser natriuretischen Peptide wird empfohlen, um bei unklaren Präsentationen kardiale von nicht-kardialen Ursachen der Dyspnoe zu unterscheiden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Werte bei Niereninsuffizienz oder Vorhofflimmern falsch hoch und bei Adipositas falsch niedrig sein können.
Diese Kombination wird für afroamerikanische Personen mit HFrEF (NYHA III-IV) empfohlen, die bereits eine optimale medikamentöse Therapie erhalten. Sie kann laut Leitlinie auch bei Personen eingesetzt werden, die RAAS-Inhibitoren aufgrund einer Niereninsuffizienz nicht tolerieren.
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Quelle: StatPearls: Heart Failure (Congestive Heart Failure) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.